Notizzettel zur Ausgabe 19/2018: Transfers dominieren
· Börse Online Redaktion
Interessant. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass es eine Renten- und eine Arbeitslosenversicherung gibt, hatte man im Studium doch gelernt, dass der Staat Steuern erhebt, um damit öffentliche Güter wie Verkehrsinfrastruktur, Bildung, Gerichtsbarkeit, Verteidigung und Sicherheit zu finanzieren. Von Transfers war da nicht die Rede. Seit Jahrzehnten dominieren diese aber das Budget, und auch während der Kanzlerschaft Angela Merkels ist der Wohlfahrtsstaat stärker gewachsen als die Löhne der Beschäftigten. Kein Wunder, dass der Solidaritätszuschlag nicht abgeschafft und noch nicht einmal die kalte Progression richtig ausgeglichen wird.
Bei den Transfers hat auch Horst Seehofer viele Ideen. Der CSU-Vorsitzende ist in der neuen GroKo schließlich nicht nur für die innere Sicherheit zuständig, sondern auch für Heimat und Bauen. Er hat im Haushalt 400 Millionen Euro für ein "Baukindergeld" reservieren lassen. Ob 12 000 Euro, verteilt über zehn Jahre, tatsächlich vielen Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen zum Besitz einer eignen Immobilie verhelfen werden, darf allerdings bezweifelt werden.
Von hehren Worten war die Hauptversammlung der Volkswagen AG getragen. Der neue Konzernchef Herbert Diess versuchte, Anleger, die wegen des Manipulationsskandals sauer sind, ruhig zu stellen: "Die entscheidenden Jahre unserer Transformation kommen erst noch. Das gilt insbesondere für den kulturellen Wandel, den Volkswagen als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg braucht." Einen Tag danach erließen amerikanische Justizbehörden Haftbefehl gegen Vorvorgänger Martin Winterkorn. VW kommt nicht aus den Schlagzeilen.
Buchtipp: Powerplay
Genie, Visionär oder doch nur windiger Geschäftemacher? Elon Musk war einer der umstrittensten Titanen des Silicon Valley. Er wurde von Konkurrenten und Investoren bedrängt, von Whistleblowern behindert – dennoch verloren er und sein Team von Tesla nie den Glauben an das Potenzial von E-Autos. Beharrlich entwickelten sie ein Auto, das schneller, leiser und sauberer war als alle anderen. Der Auto- und Technologie-Reporter des „Wall Street Journal“, Tim Higgins, verfolgte das Drama von der ersten Reihe aus: die Phasen des Innovationsstaus, das Ringen um die Kontrolle, die Verzweiflung und den unerwarteten Erfolg. „Powerplay“ ist eine Geschichte von Macht, Rücksichtslosigkeit, Kampf und Triumph und schildert, wie ein Team von Exzentrikern und Innovatoren alle Hürden überwand – und die Zukunft veränderte.
Autoren: Higgins, Tim
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Erscheinungstermin: 25.11.2021
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-781-0