Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips, TSMC, hat die Umsatzerwartungen klar übertroffen. Die Zahlen nähren die Hoffnung, dass der globale KI-Investitionsboom auch 2026 anhält – trotz wachsender Sorgen vor einer Überhitzung der Branche.
Der taiwanesische Chipauftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hat mit seinem Umsatz im Dezember-Quartal positiv überrascht. Auf Basis der monatlichen Erlöse stieg der Quartalsumsatz um rund 20 Prozent auf 1,05 Billionen Taiwan-Dollar (33,1 Mrd. US-Dollar) und lag damit deutlich über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 1,02 Billionen Taiwan-Dollar.
Die Zahlen gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die gesamte Halbleiterbranche. TSMC ist der wichtigste Fertigungspartner von Nvidia, Apple und vielen weiteren Technologiekonzernen – und damit ein zentraler Profiteur des weltweiten KI-Booms. Vor allem die hohe Nachfrage nach Rechenzentrums-Chips und KI-Beschleunigern sorgte zuletzt für Rückenwind.
Auch Nvidia überraschte die Analysten
Auch Nvidia selbst hatte sich in dieser Woche optimistisch gezeigt und eine bessere Umsatzentwicklung in Aussicht gestellt. Die neuesten Chip-Racks vom Typ "Vera Rubin" seien bereits in Produktion, teilte Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Computermesse CES in Las Vegas mit und überraschte damit die Analysten. Auch die Chips für den "Vera Rubin" werden bei TSMC gefertigt. Die Aussagen dämpfen die Sorgen vieler Investoren, dass der massive Ausbau von KI-Infrastruktur schneller voranschreiten könnte als die tatsächliche Nutzung der Technologie.
Zusätzliche Impulse dürfte TSMC aus dem Smartphone-Geschäft erhalten haben. Denn der Konzern fertigt auch zentrale Chips für Apple, dessen neue iPhone-17-Modelle, die im September auf den Markt kamen, sich laut Marktforschern besonders gut verkaufen. Das könnte ebenfalls zum starken Quartal beigetragen haben.
Weiterer Kapazitätsausbau geplant - nicht nur für KI
TSMC zählt zu den größten Gewinnern des Hyperscaler-Booms. Tech-Giganten wie Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon investieren zusammen weit über eine Billion Dollar in neue Rechenzentren, um sich Kapazitäten für KI-Anwendungen zu sichern. Gleichzeitig wächst jedoch die Skepsis an der Wall Street: Einige Investoren warnen vor einer möglichen KI-Blase und kritisieren die „zirkuläre“ Struktur vieler Deals, bei denen Investitionen und Ausgaben zwischen wenigen großen Akteuren hin- und herfließen.
Im Fokus steht nun der komplette Quartalsbericht in der kommenden Woche, bei dem TSMC neben Details zu Gewinn und Margen auch einen Ausblick auf die Investitionspläne für 2026 geben will. In 2025 hatte der Konzern bereits 40 bis 42 Milliarden Dollar für den Ausbau und die Modernisierung seiner Werke eingeplant. Darunter waren auch Vorzieheffekte wegen drohender US-Zölle.
TSMC hat angekündigt, eine Fertigung in den USA aufzubauen. Derzeit entsteht auch in Deutschland ein neues Werk in Dresden. Dort hat TSMC das Gemeinschaftsunternehmen ESMC zusammen mit Bosch, Infineon und NXP gegründet. Die mehr als zehn Milliarden Euro teure Fabrik wird allerdings keine KI-Chips fertigen, sondern hauptsächlich Chips für die Automobilindustrie.
Analysten optimistisch
Mehrere große Investmenthäuser, darunter JPMorgan, haben zu Jahresbeginn ihre Kursziele für die TSMC-Aktie angehoben. Sie begründeten das mit anhaltend starkem Umsatzwachstum, steigender Profitabilität und der Schlüsselrolle des Unternehmens im globalen KI-Ökosystem.
Die überraschend starken Umsätze von TSMC sprechen dafür, dass die Nachfrage nach Hochleistungs-Chips tatsächlich weiter hoch bleibt. Damit ist der Konzern nicht nur ein Gradmesser für die KI-Industrie, sondern auch ein zentraler Profiteur des KI-Trends, der 2026, trotz aller Sorgen um eine Blase, weiter an Dynamik gewinnen könnte.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.