Das Angebot von 4,78 Euro je Aktie liegt 16 Prozent über dem Schlusskurs der DAB Bank vom Donnerstag. Der DAB-Vorstand signalisierte seine Zustimmung. Wenn auch die Kartellbehörden das Vorhaben billigen, erhalten die Kleinaktionäre der DAB ein Übernahmeangebot. Insgesamt könnte der Zukauf BNP Paribas damit bis zu 435 Millionen Euro kosten.

DAB und Consors, jeweils vor 20 Jahren gegründet, waren die Pioniere im Online-Banking in Deutschland und profitierten vom Aktien-Boom um die Jahrtausendwende. Anders als die Rivalen ING-DiBa und Comdirect konzentrierten sich beide immer auf private Aktienbroker. Comdirect und ING-DiBa eroberten dagegen mit einem breiteren Angebot mehr Kunden und entwickelten sich nach und nach zu Vollbanken ohne Filialen. So kommt Comdirect allein auf 1,85 Millionen Privatkunden, Consors und die etwas kleinere DAB kommen künftig zusammen auf 1,4 Millionen, wie BNP erklärte. Beide zusammen wickelten im ersten Halbjahr sechs Millionen Transaktionen ab, bei Comdirect waren es 5,4 Millionen. Die Standorte in Nürnberg und München sollen erhalten bleiben, das Firmenkunden- und Investmentbank-Geschäft von BNP sitzt in Frankfurt.

Die HypoVereinsbank hatte die DAB zur Disposition gestellt, weil sie selbst ihr Filialgeschäft massiv umbaut. Vorstandschef Theo Weimer legte sich aber bis zuletzt nicht auf einen Verkauf fest. Die französischen Institute Societe Generale und BNP galten rasch als Favoriten für die Übernahme, während Comdirect am Ende abwinkte. Die italienische HypoVereinsbank-Mutter UniCredit erwartet durch den Verkauf einen Buchgewinn von 180 Millionen Euro.

BNP will mit der Übernahme der DAB die Bekanntheit bei Privatkunden in Deutschland steigern. Der französische Bankkonzern hatte seine Online-Ableger in Frankreich und Italien in Hello Bank umfirmiert, blieb in Deutschland aber bei der angestammten Marke Consors. "Für die Kunden ist der Zusammenschluss eine sehr gute Nachricht, sie werden von der gemeinsamen Erfahrung und Marktkenntnis profitieren", erklärte Cortal-Consors-Deutschland-Chef Kai Friedrich. BNP-Deutschland-Chef Camille Fohl bezeichnete die DAB-Übernahme als "einmalige Gelegenheit, um in Deutschland weiter zu wachsen".

rtr