Die BioNTech-Aktie legt kräftig zu – ohne klassische Ad-hoc-Meldung. Tatsächlich hat das Unternehmen aber doch etwas gemeldet - und vor allem der Tonfall der Mitteilung löst bei den Investoren Hochstimmung aus. Hat das Warten auf den nächsten Blockbuster bald ein Ende?

Börsianer wundern sich am Dienstag über den Kursanstieg bei BioNTech. Der deutsche Biotechwert hatte bereits am Montag 2,3 Prozent zugelegt und stieg danach nachbörslich erneut um 3,4 Prozent – ohne das die Mainzer irgendeine Mitteilung auf ihre Investor Relations-Seite veröffentlich hatten.

Tatsächlich gab es doch eine kursrelevante Information; die wurde jedoch als Pressemitteilung getarnt und ging deshalb an der Börse zunächst ein wenig unter: „BioNTech präsentiert auf der 44. J.P. Morgan Healthcare-Konferenz Updates zur Geschäftsentwicklung und Schwerpunkte für das Jahr 2026steht dort – und ist mit zehn DIN-A4-Seiten ungewöhnlich umfangreich.


Der Text strotz vor Selbstbewusstsein

Tatsächlich dürfte BioNTech-Aktionären beim Lesen der Seiten das Herz aufgehen, denn das Dokument strotzt geradezu vor Selbstbewusstsein.

 „2026 ist für uns ein Jahr, in dem wissenschaftliche Fortschritte zu greifbaren Ergebnissen werden“, lässt sich Firmenchef Ugur Sahin zitieren. „Wir werden über eine Reihe von Meilensteinen berichten, darunter Datenveröffentlichungen aus Studien in späten Entwicklungsphasen, erste Ergebnisse aus frühen klinischen Studien zur Evaluierung unserer innovativen Kombinationstherapien sowie der Start weiterer klinischer Phase-3-Studien.“ Offenbar hat BioNTech schon ganz konkrete Kandidaten im Auge, denn „positive Ergebnisse aus den klinischen Studien könnten uns den Weg zu mehreren kurz- und mittelfristigen Produkteinführungen eröffnen, sodass wir unserem Ziel näherkämen, Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen zu helfen.“


15 Phase-3-Studien bis Jahresende

Zu den erwarteten Meilensteinen in der Onkologie zählen demnach allein im Jahr 2026 „sieben Datenveröffentlichungen aus der späten klinischen Entwicklung“ sowie insgesamt 15 laufende klinische Phase-3-Studien bis zum Jahresende. Außerdem sollen „weitere Datenveröffentlichungen aus fortgeschrittenen klinischen Studien bis 2030 und darüber hinaus“ mehrere Produkteinführungen in verschiedenen Tumorarten unterstützen und BioNTech als Onkologieunternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten etablieren.

17,2 Milliarden Euro in der Kasse

Desweiteren prahlt BioNTech mit seiner prallvolle Firmenkasse „mit rund 17,2 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und gehaltenen Wertpapieren“. Fortlaufende Einnahmen aus der Vermarktung von COVID-19-Impfstoffen, „disziplinierte Forschungs- und Entwicklungsausgaben“ sowie strategische Partnerschaften den Innovationsfluss auf Jahre absichern.

Weitere Details will Sahin am Dienstag ab 14 Uhr Pazifischer Zeit (2 p.m. PST) auf der 44. J.P. Morgan Healthcare-Konferenz vorstellen.


BioNTech (WKN: A2PSR2)

Erster, vager Ausblick auf den Umsatz 2026

Auch zu den Zahlen äußert sich das Unternehmen. Hier die wichtigsten Stichpunkte:

- In 2026 rechnet BioNTech im Vergleich zu 2025 mit einem moderaten Rückgang der Umsätze mit mit dem Covid-Impfstoff Comirnaty, „was die derzeit absehbaren Dynamiken im COVID-19-Impfstoffmarkt widerspiegelt“

- Aktuell erwartet BioNTech im Jahr 2026 keine Umsätze aus dem Verkauf von Onkologieprodukten.

- „Gemäß den dargelegten Partnerschaftsbedingungen“ erwartet BioNTech für das Jahr 2026 Umsätze aus der Kooperation mit BMS, die im Wesentlichen dem Niveau des Vorjahres 2025 entsprechen sollten.

Eine konkrete Umsatz- oder Gewinnphantasie für das laufende Jahr lässt ich daraus allerdings nicht herauslesen. Noch nicht.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.