Während Jeff Bezos noch die Landung seiner Rakete feiert, verursacht seine Weltraumfirma einen millionenschweren Fehlschlag beim Satellitenanbieter AST SpaceMobile. Dessen Aktie bricht daraufhin zeitweise um 15 Prozent ein.
Der Satellitenanbieter AST SpaceMobile verkündete den Fehlschlag im Rahmen einer SEC-Meldung . Demnach wurde der Satellit BlueBird 7 beim Start der dritten New Glenn-Mission am 19. April 2026 zwar erfolgreich vom Träger getrennt und aktiviert. Allerdings landete er danach in einer zu niedrigen Umlaufbahn. Nach Unternehmensangaben reicht diese Bahn nicht aus, um mit dem eigenen Antrieb einen stabilen Orbit zu erreichen. Das Unternehmen will den Satelliten daher kontrolliert abstürzen lassen.
Durchgeführt wurde die Mission von Blue Origin, der Weltraumfirma von Jeff Bezos. Erst kürzlich vermeldete der Konzern einen technologischen Meilenstein: Die erfolgreiche Rückkehr einer Trägerrakete zur Erde für deren Wiederverwendung. Noch am Sonntag postete Jeff Bezos dazu stolz ein Kurzvideo auf X, in dem zu sehen ist, wie die Rakete auf einem Schiff landet. Damit will Blue Origin den Druck auf Elon Musks SpaceX erhöhen, das für das Jahr 2026 seinen Börsengang plant. Mutmaßlich handelt es ich in dem Video um dieselbe Rakete, die zuvor den Satelliten in der falschen Umlaufbahn abgesetzt hatte.
Finanziell wird der Schaden in Folge des misslungenen Satellitenstarts voraussichtlich abgefedert: AST SpaceMobile geht davon aus, dass die Kosten durch Versicherungen gedeckt sind. Die operativen Schäden – insbesondere auf Zeitplan und verfügbare Kapazität – lassen sich dadurch jedoch nicht kompensieren.
Binnen 30 Tagen sollen drei weitere Satelliten folgen
Trotz des Rückschlags hält das Management an seinen Ausbauzielen fest. Die Produktion läuft bereits bis BlueBird 32 und die nächsten drei Satelliten sollen innerhalb der kommenden 30 Tage versandbereit sein. Für 2026 plant AST durchschnittlich alle ein bis zwei Monate einen Start. Bis Ende des Jahres sollen sich insgesamt 45 Satelliten im Orbit befinden. Analyst Louie DiPalma von William Blair sieht dieses Ziel nach dem misslungenen Start jedoch als schwierig zu erreichen. Er betont aber gleichzeitig, dass dieser Rückschlag eine wertvolle Erfahrung für künftige Missionen sei.
Seit ihrem Hoch Ende Januar summieren sich die Verluste für die Aktie von AST SpaceMobile auf fast 40 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 30 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von rund 71 Millionen US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten ist die Aktie damit aber immer noch hoch bewertet. Klar ist somit: Die AST SpaceMobile Aktie bleibt eine hochriskante Wette auf den Space-Sektor, die sich nur dann auszahlen wird, wenn die hohen Erwartungen an die Wachstumsraten erfüllt werden.
Häufig gestellte Fragen:
Warum muss der AST SpaceMobile Satellit BlueBird 7 kontrolliert abstürzen?
Nach dem Abdocken von Blue Origin erreichte der Satellit eine zu niedrige Umlaufbahn. Da die Distanz zum Ziel-Orbit zu groß für den Eigenantrieb ist, muss BlueBird 7 kontrolliert zum Absturz gebracht werden.
Ist der finanzielle Schaden für AST SpaceMobile versichert?
Ja, laut Unternehmensangaben sind die Kosten für den Satelliten durch Versicherungen gedeckt. Der eigentliche Schaden liegt jedoch im Zeitverlust beim Netzausbau und der verringerten Kapazität für 2026.
Wie wirkt sich der Blue-Origin-Fehlschlag auf die AST SpaceMobile Aktie aus?
Am Montag rutschte die Aktie zeitweise um 15 Prozent ab. Seit Januar verlor sie fast 40 Prozent an Wert. Trotz Versicherungsdeckung belastet die Unsicherheit über den engen Zeitplan die hohe Bewertung von 30 Milliarden US-Dollar massiv.