"Auch im Jahr 2021 werden uns die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft und die Foodservice-Branche begleiten", schrieb Konzernchef Peter Stadelmann am Mittwoch in seinem Vorwort zum Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Nach den jüngsten Kursverlusten verschreckte das die Anleger aber nicht: die Aktien stiegen am Vormittag um mehr als ein Prozent.

Das Konzernmanagement gehe davon aus, "dass die bestehenden Einschränkungen auf unsere Kunden auch im Jahr 2021 zumindest teilweise bestehen bleiben, aber nicht weiter verschärft werden", ergänzte Stadelmann. Die Fortschritte bei der Impfstoffimpfentwicklung gäben aber Hoffnung, dass eine "weitgehende Rückkehr zur Normalität" im zweiten Halbjahr möglich sein werde.

Rational rechnet daher weiterhin damit, seinen Umsatz und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2021 leicht steigern zu können. "Wir gehen aktuell von einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich aus", konkretisierte Stadelmann die bereits im Februar veröffentlichten Ziele. Die Ebit-Marge soll in etwa auf dem Vorjahresniveau herauskommen.

Doch zumindest für die ersten drei Monate stellt sich Rational auf einen Durchhänger ein. Eingeplant ist ein Umsatzminus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei aber bereits eine erfreuliche Entwicklung, da sich die Umsätze in den ersten zwei Monaten 2020 noch auf hohem Vorkrisenniveau befunden hätten, betonte der Konzernlenker. Die entsprechende operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) im Quartal werde im Bereich der Erwartungen für das Gesamtjahr liegen.

Chancen erhoffte sich Rational nach dem Lockdown vor allem durch Nachholeffekte seiner Kunden aus der Gastronomie und der Hotellerie sowie durch einen Investitionsschub durch die staatlichen Finanzhilfen. Mittel- bis langfristig blieben die Aussichten für den Konzern gut, hieß es weiter. Stadelmann zeigte sich laut Geschäftsbericht überzeugt, dass Rational gestärkt aus der Pandemie hervorgehen werde. Denn die Folgen der Krise bei den Endkunden des Unternehmens seien etwa strengere Hygienevorschriften sowie steigender Effizienzdruck, hier kämen dann Rationals Technologien ins Spiel.

Im vergangenen Jahr hatte die Pandemie Rational jedoch übel mitgespielt. Wie bereits seit Eckdaten aus dem Februar bekannt, war der Umsatz um 23 Prozent auf 650 Millionen Euro zurückgegangen. Rational hatte unter anderem mit einem Einstellungsstopp und Kurzarbeit reagiert. Die Mitarbeiterzahl sank aufs Jahr gesehen so nur leicht. Dennoch musste der MDax-Konzern auch ergebnisseitig deutliche Einbußen hinnehmen. Die entsprechende Ebit-Marge schrumpfte auf 16,4 Prozent nach 26,5 Prozent im Vorjahr. Der Gewinn unter dem Strich wurde auf rund 80 Millionen Euro mehr als halbiert.

Die Aktionäre sollen nun eine Dividende von 4,80 Euro je Aktie erhalten, und damit 90 Cent weniger als vor einem Jahr. Damit kehre der Konzern jedoch zur vor der Krise üblichen Ausschüttungsquote von rund 70 Prozent zurück, hieß es. 2020 hatte Rational wegen der Pandemie seinen ursprünglichen Dividendenvorschlag um fast die Hälfte gekappt und letztlich 5,70 pro Aktie ausgeschüttet. Auch jetzt habe die Liquiditätssicherung für den Konzern oberste Priorität, betonte Stadelmann.

rtr