Rheinmetall hat am Donnerstagmorgen seine Quartalszahlen veröffentlicht. Trotz des verfehlten Umsatzzieles bleibt das Unternehmen weiter auf Kurs und bestätigte erneut die Prognosen. Denn es gibt auch eine Reihe hoffnungsvoller Nachrichten.
Wachsende Auftragsbestände, Profitabilität und neue Marktsparten. Die Zahlen von Rheinmetall zum ersten Quartal enthaten wenig Neues, dürften viele Anleger nach dem kleinen Schockmoment am Dienstagmorgen aber dennoch beruhigen. Allerdings muss der Rüstungskonzern eingestehen, dass die angestrebten Ziele nicht erreicht wurden.
Deutliche Steigerung, aber...
Laut den Konsensschätzungen von Bloomberg vom 06.05.2026 hatten die Analysten mit höheren Zahlen gerechnet. Bereits Mittwochabend berichtete BÖRSE ONLINE darüber. Im Detail sehen die Rheinmetalll-Ergebnisse jetzt wie folgt aus:
Umsatz: 1,94 Milliarden Euro (bereits vorab bekannt)
Betriebsgewinn: 240 Millionen Euro - verfehlt um 16 Millionen Euro (Erwartung: 224 Millionen Euro)
Nettogewinn:; 127,98 Millionen Euro - verfehlt um 16 Millionen Euro (111 Millionen Euro)
Gewinn je Aktie: 2,71 Euro - verfehlt um 0,53 Euro (2,18 Euro)
Obwohl diese Schätzungen verfehlt wurden, zeigen die Zahlen eine klare Richtung: nach vorn. Denn das Düsseldorfer Unternehmen hat sich in allen Bereichen deutlich gesteigert - obgleich nicht so sehr, wie erhofft. So stieg das operative Ergebnis um 17 Prozent, während die operative Marge von 10,6 auf 11,6 Prozent erhöht werden konnte. Der Umsatz stieg ebenfalls um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Der Rüstungsriese konnte sich laut CEO Armin Papperger gegenüber dem Vorjahresquartal weiter steigern und erwartet für das zweite Quartal 2026 ein stärkeres Wachstum beim Umsatz und bei den Aufträgen.
Die Börse eragiert trotzdem verschnupft: Am 07.05.2026 um 09:44 Uhr stand der Kurs von Rheinmetall 2,47 Prozent tiefer. Das ist noch kein Grund zur Sorge, zeigt aber, dass von vielen Anlegern erhoffte Impuls für wieder steigende Kurse ausbleibt.
Auftragsbestände quellen über
Der Grund dafür, dass Papperger trotz Verfehlung der Quartalsziele seine Jahresprognose bestätigt, liegt im Auftragseingang und den neuen Sparten, in die Rheinmetall jüngst vorgestoßen ist. Vor allem im Marine- und Fahrzeugsektor erwartet der Rüstungskonzern einen deutlichen Zuwachs, wodurch das Unternehmen als einer der größten Profiteure der geopolitischen Lage hervorgehen dürfte. Bis zum 31. März stieg das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahr deutlich. 73 Milliarden Euro verzeichnen die Düsseldorfer im ersten Quartal 2026, während es sich in den ersten drei Monaten 2025 noch auf 56 Milliarden Euro belaufen hatte.
Mit einem Auftragsbestand von 5,5 Milliarden Euro nur wenige Wochen nach der Übernahme der Marine-Sparte von Lürssen ist Rheinmetall auf dem besten Wege, auch auf dem Meer zum Big Player der Rüstungsbranche zu avancieren.
"Auf gutem Kurs zur Erreichung unserer anspruchsvollen Jahresziele"
Papperger ist überzeugt, dass Rheinmetall auf gutem Kurs zur Erreichung der anspruchsvollen Jahresziele sei. Eine erfolgreiche Positionierung im Drohnenbereich und der wichtige Auftrag mit Loitering Munition sollen dem Rüstungskonzern dabei helfen, den Weg zum globalen Rüstungschampion zu ebnen. "Wir sind nun in allen wichtigen Bereichen ein relevanter Akteur – zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Cyber-Bereich und im Weltraum [...]", bilanziert der Konzernchef. Folglich bestätigte Rheinmetall im Quartalsbericht auch die ambitionierten Prognosen noch einmal. Der Gesamtumsatz soll 14 bis 14,5 Milliarden Euro betragen, während die operative Marge auf 19 Prozent klettert. Im Jahr 2025 waren es noch 9,9 Milliarden Euro mit einer operativen Marge von 18,5 Prozent.
Trotz verfehlter Schätzungen, sehen die Geschäftszahlen im ersten Quartal 2026 vielversprechend aus. Vor allem der hohe Auftragsbestand übertrifft die Jahresziele deutlich. Schafft es Rheinmetall, an den bisherigen Erfolg anzuknüpfen und das zweite Quartal noch stärker zu gestalten, dürften selbst 14 Milliarden Euro Gesamtumsatz erreichbar sein. Ein Warnsignal sind die vorgelegten Quartalszahlen also (noch) nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Um wie viel Euro hat Rheinmetall die Umsatzschätzungen verfehlt?
Der Konzern hat die Schätzungen um 400 Millionen Euro verfehlt, was zu einem kurzzeitigen Schockmoment an der Börse führte.
Kann Rheinmetall die Jahresprognose einhalten?
Das Rüstungsunternehmen befindet sich weiterhin auf dem Weg zu Erreichung der Jahresziele und hat diese noch einmal bestätigt.
Müssen sich Anleger Sorgen machen?
Nein, Anleger müssen sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Sorgen machen. Auch zahlreiche Analysten haben ihre Einschätzungen beibehalten und empfehlen teilweise weiterhin "Buy".