ROBERT HALVER

Robert Halver: Deutschland ist der größte Nutznießer des EZB-Programms

Robert Halver: Deutschland ist der größte Nutznießer des EZB-Programms
27.01.2015 13:06:30

Die EZB will ab März Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Euro pro Monat kaufen. Die Ankündigung war im Vorfeld erwartet worden, doch das Volumen überrascht. Was die Entscheidung für Sparer bedeutet, was Anleger jetzt tun sollten, erläutert Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank gegenüber BÖRSE ONLINE. Von Thomas Schmidtutz

Herr Halver, die EZB hat heute den Aufkauf von Staatsanleihen angekündigt. Nach den Plänen will die EZB bis September 2015 pro Monat 60 Milliarden Euro dafür ausgeben. Über die gesamte Laufzeit liegt das Volumen damit insgesamt bei rund 1140 Milliarden Euro. Beobachter hatten zuvor ein deutlich geringeres Wachstum erwartet. Wie überrascht sind Sie?
Die EZB hat die an sie gerichteten Erwartungen sogar etwas übererfüllt. Dennoch ist dieses Aufkaufprogramm keine ganz große Überraschung, nach dem Phantomzahlen von monatlich 50 Milliarden Euro bis Ende 2016 schon die Runde gemacht haben. Dennoch sollte man sich als Anleger vor Augen führen, dass die EZB jetzt den stabilitätspolitischen Rubikon überschritten hat. Sie hat ihre letzten Stabilitätshüllen verloren und steht jetzt in ihrer nackten prallen Schönheit vor uns. Schämen wird sie sich nicht, denn immerhin betreiben auch die anderen Notenbanken schon lange stabilitätspolitische Freikörperkultur.

Als Begründung für Ihren radikalen Schritt verweist die EZB auf Deflationsgefahren. Halten Sie diese Begründung für stichhaltig?
Man braucht für alles ein Alibi. Und hier kamen die aktuell drastisch fallenden Energiepreise der EZB sehr entgegen. Wer will schon etwas dagegen haben, wenn eine Notenbank Deflation, dass das Grundübel einer Volkswirtschaft gilt, bekämpft, dass in Japan schlimm gewütet hat. Auf dieser Klaviatur konnte die EZB jetzt virtuos spielen. Ich glaube nicht an ein langfristiges Deflationsszenario. Also musste die EZB die Gunst der Stunde jetzt nutzen.

Auf Seite 2: Was die Entscheidung für die Aktienmärkte bedeutet


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