Auf dem weltgrößten Onkologie-Kongress der American Society of Clinical Oncology, kurz ASCO, der im Juni in Chicago stattfand, war der Fortschritt in der Immuntherapie das beherrschende Thema. Die Forscher setzen mit dem Ansatz darauf, dass das eigene Immunsystem mit Hilfe von speziellen Wirkstoffen dazu gebracht wird, die Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten. Zum Teil werden mit den neuen Wirkstoffen bessere Ergebnisse erzielt als mit der Chemotherapie. In Bezug auf einzelne Krebserkrankungen wie beispielsweise dem schwarzen Hautkrebs gibt es bereits lebensverlängernde Medikamente. Ein Meilenstein im Kampf gegen die tödliche Erkrankung.

Jetzt können auch Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs neue Hoffnung schöpfen. Die Immuntherapie Atezolizumab von Roche hat in einer klinischen Studie der Phase II seine Wirksamkeit in dieser Indikation unter Beweis gestellt. Roche könnte von der US-Arzneimittelbehörde FDA jetzt eine schnelle Zulassung erhalten, damit das Mittel so rasch wie möglich zu den Patienten kommt. Die FDA hatte das Präparat bereits als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy) für Lungen- und Blasenkrebs eingestuft. Lungenkrebs ist nach Brust und Prostata die dritthäufigste Krebserkrankung weltweit. Die Studien zum Blasenkrebs, die neunthäufigste Krebserkrankung weltweit, laufen noch.

Der Markt ist riesig. "Alleine der immunonkologische Markt dürfte in den nächsten zehn Jahren auf 35 Milliarden Dollar wachsen", schätzt Siegfried Bialojan von der Unternehmensberatung Ernst & Young. Der weltweit führende Pharmakonzern in der Krebsbekämpfung will auch einen Vorsprung im vielversprechenden Bereich Immuntherapie erreichen. Deshalb hat Roche einen Großteil der Forschungsressourcen zugunsten dieses Bereichs umgeschichtet. Insgesamt forschen die Schweizer in mehr als 40 klinischen Programmen an sieben immuntherapeutischen Wirkstoffen. Atezolizumab ist aktuell der am weitesten fortgeschrittene.

2014 setzte Roche 47,5 Milliarden Franken um und erzielte einen Gewinn von 9,5 Milliarden Franken. Analysten schätzten, dass die Schweizer sich ein gehöriges Stück vom Immuntherapie-Markt erobern werden und ihren Umsatz erheblich ausweiten werden. Bis 2020 könnten die Erlöse für neue Medikamente um mehr als zehn Milliarden Franken zulegen. Damit würde der Gewinn explodieren. Schon jetzt können sich die Zahlen sehen lassen. Währungsbereinigt legte der Umsatz um sechs Prozent zu. Umsatztreiber war das Segment verschreibungspflichtige Medikamente, allen voran die zuletzt auf den Markt gebrachten Brustkrebsmittel sowie Arzneimittel für Autoimmunkrankheiten.

Roche bestätigte seine Jahresprognose. 2015 soll der Umsatz währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Dabei soll der Gewinn je Aktie stärker als der Umsatz zulegen. Den Aktionären stellt das Unternehmen eine höhere Dividende in Aussicht. Nach den Zahlen bestätigten Analysten reihenweise ihre Kaufen-Ratings. Die Kursziele der Analysten reichen bis 348 Franken.

Auf Seite 2: Welchen Optionsschein Anleger wählen können





Optionsscheinanleger können mit wenig Kapitaleinsatz gehebelt an einem steigenden Kurs des Roche Genussscheins teilhaben.

Stand 20.8.15 22.00 Uhr

Basiswert Roche Genussschein

Produkt Call

WKN DT6K9A

Emittent Deutsche Bank

Laufzeit 14.12.2016

Basispreis 250 Schweizer Franken

Kurs des Calls 2,84 €

Aufgeld p.a. 2,84 %

Omega 5,7

Spread absolut 0,02 €

Break-even 280,15 Schweizer Franken