Das gab der Konzern am Donnerstag bekannt und bestätigte so frühere Informationen von Insidern. Damit ist der Börsengang in Riad umgerechnet mindestens 23,1 Milliarden Euro schwer - größer als der des bisherigen Rekordhalters. Der chinesische Internet-Konzern Alibaba hatte vor fünf Jahren 22,5 Milliarden Euro erlöst. Einschließlich einer Platzierungsreserve könnten es bei Saudi Aramco 26,5 Milliarden Euro werden.

Mit einem Börsenwert von umgerechnet 1,53 Billionen Euro löst Saudi Aramco mit dem Debüt am Aktienmarkt den US-Computerriesen Apple als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt ab. Doch lief der Börsengang holpriger als erwartet: Kronprinz Mohammed bin Salman hatte sich einen Börsenwert von zwei Billionen Dollar (1,8 Billionen Euro) vorgestellt. Eigentlich wollte Saudi-Arabien fünf Prozent an Saudi Aramco an die Börse bringen und damit 100 Milliarden Dollar erlösen, um den Umbau des bisher stark vom Öl abhängigen Golfstaats zu finanzieren. Doch zeigten sich ausländische Investoren auch dann reserviert, als Saudi-Arabien seine Erwartungen zurückschraubte. Skeptisch machten sie die Debatte um den Klimawandel, die politischen Unwägbarkeiten am Golf und ein Mangel an Transparenz bei Saudi Aramco.

Der Konzern baute deshalb vor allem auf Investoren aus dem Land selbst und aus den Nachbarstaaten am Golf und bot nur 1,5 Prozent seiner Aktien an. Saudi-arabische Banken offerierten günstige Kredite, um die Aktien zu zeichnen. Deshalb beschränkten sich die Saudis zunächst auf einen Börsengang im heimischen Riad, ein Zweitlisting im Ausland wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

rtr