Der Spezialist für Schädlingsbekämpfung hat ein rentables Geschäft, das stetig wächst. Dazu kommt Nachholpotenzial in den USA.

Schädlinge gab es schon immer. Und damit auch der Bedarf diese einzudämmen. Das galt auch vor mehr als 100 Jahren. 1924 ersann Harold Maxwell-Lefroy am Imperial College in London Möglichkeiten, den gescheckten Nagekäfer zu töten. Das Insekt verursachte damals schwere Schäden an Gebäuden wie der Westminster Hall. Aus diesen Bemühungen entstand die Firma Rentokil.

Heute ist der Konzern weltweit vertreten. Das Angebotsspektrum umfasst auch Hygieneservice. Doch Schädlingsbekämpfung spielt die Hauptrolle. Rentokil ist globaler Marktführer und seit der Übernahme des US-Wettbewerbers Terminix 2022 auch Marktführer in den USA. Und genau an diesem Deal hatte der Konzern lange zu knapsen. Eigentlich war der Deal das perfekte Geschäft. Rentokil war in den USA schon immer stark vertreten, hatte aber einen hohen Anteil an Geschäftskunden. Terminix hingegen war bei Privatkunden stark, also eine ideale Ergänzung.

Doch dem Konzern fiel es schwer, die US-Aktivitäten unter einem Dach zu ­vereinen. Der Vertrieb war zu groß, das organische Wachstum nach dem Zusammenschluss gering. Dazu kam, dass der Konzern Altlasten von Terminix erbte. Die Aktie stürzte ab, markierte vor einem Jahr einen Mehrjahrestiefpunkt.

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Globaler Wohlstandszuwachs zieht Schädlinge an

Das große Problem lag darin, dass der Konzern bei der Straffung des US-Netzwerks Marktanteile verloren hat. Das Geschäft ist lokal und durch Dienstleistungen getrieben. Nun eröffnet Rentokil unter neuen Marken Filialen und macht Manager zu Miteigentümern. Die Früchte der Strategie lassen sich schon in den Zahlen ablesen. Das US-Geschäft wächst wieder und die Marge zieht an. Noch sind die Zuwachsraten gering. Aber mit dem Ausbau des lokalen Vertriebs kann sich das beschleunigen. Zudem hat die Marge von zuletzt 17,5 Prozent noch Aufholpotenzial. Im Geschäft außerhalb der USA verdient Rentokil fast 20 Prozent.

Grundlegend befindet sich der Konzern in einem attraktiven Markt. Der Bedarf an Schädlingsbekämpfung dürfte zunehmen. Die Menschen ziehen mehr in Ballungsgebiete, ein globaler Wohlstandszuwachs sorgt zudem für mehr Nachfrage nach Hygiene. Vor allem die Klimaerwärmung führt dazu, dass die Zahl der Schädlinge in den westlichen Ländern eher zunehmen wird. In den vergangenen zehn Jahren ist das Geschäft im Schnitt um mehr als sechs Prozent über alle Krisen hinweg gewachsen. Es spricht viel dafür, dass dies auch in den kommenden zehn Jahren so bleiben wird.

Folgt Rentokil nur dem Trend, wird sich das Geschäft in zehn Jahren verdoppeln und die Marge überproportional zulegen.

Fazit

Mit der Aussicht auf eine kontinuierliche Verbesserung von Umsatz und Gewinn wird die Aktie sicherlich Fans gewinnen. Sie handelt noch mit einigem Abstand zu früheren Bestwerten.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE (13/2026)

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