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Schwellenländer: Warum Anleger jetzt antizyklisch investieren sollten, unsere Favoriten

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WKN: 919668 ISIN: US4567881085 Infosys Ltd. (spons. ADRs)

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10.12.2018 - 09:15
20.10.2018 03:00:00

Haushaltsdefizite, schwache Währungen und der Handelsstreit zwischen den USA und China: Aktien aus Schwellenländern stehen gewaltig unter Druck. Doch die meisten Länder weisen gute Wirtschaftsdaten auf. Wo sich jetzt der antizyklische Einstieg lohnt. Von Stefan Riedel



Die Wirtschafts-Supermacht China hat Anlegern in diesem Jahr noch keine Freude bereitet. Seit Januar hat der CSI 300, das wichtigste Börsenbarometer der Handelsplätze Shanghai und Shenzhen, rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Von diesem Kurseinbruch betroffen sind auch Börsenlieblinge aus dem Technologiesektor. So hat der Internetkonzern Tencent von seinem Jahreshoch 30 Prozent an Börsenwert verloren. Ähnlich hoch sind die Verluste beim Onlinehändler Alibaba. Dicke Minuszeichen prägen auch das Bild an anderen Schwellenländerbörsen: 17 Prozent verlor im Börsenjahr 2018 bislang der MSCI Emerging Markets Index, der vielen Schwellenländerfonds als Vergleichsmaßstab dient.



Stimmungskiller Nummer 1 ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Marktteilnehmer befürchten, dass der zunehmende Protektionismus zu einer Abkühlung der Weltkonjunktur führt. Gleichzeitig lässt die boomende US-Wirtschaft den US-Dollar erstarken. Die Folge: Die Währungen von Schwellenländern mit einer hohen Verschuldung in US-Dollar geraten massiv unter Druck. Ein Extremfall ist die Türkei: Die türkische Lira hat seit Jahresanfang um mehr als 40 Prozent abgewertet. Hohe Auslandsschulden und ein dramatischer Währungsverfall haben auch Argentinien in eine neue Wirtschaftskrise taumeln lassen. Die Regierung hat den Internationalen Währungsfonds gebeten, Zahlungen aus einem erst vor Kurzem bewilligten Hilfsprogramm von 50 Milliarden US-Dollar vorzuziehen.


Wie sich die Schwellenländermärkte künftig entwickeln werden, entscheidet indes der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum mit seinen 4,5 Milliarden Menschen. Rund 75 Prozent aller Schwellenländer-Investments sind in dieser Region angesiedelt. Chinesische Firmen sind mittlerweile mit rund einem Drittel im maßgeblichen MSCI Emerging Markets Index gewichtet.

Wie stark der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China die Weltkonjunktur beeinträchtigen wird, darüber sind sich die Schwellenländerexperten uneins. Sean Taylor, Leiter Anlagestrategie Schwellenländer bei DWS, erwartet auf Sicht der nächsten Monate ein schwieriges Marktumfeld für Schwellenländer. Das gelte vor allem für Staaten, deren Wirtschaft durch einen steigenden Ölpreis und deren Finanzhaushalt durch einen stärkeren US-Dollar unter Druck geraten. China selbst, da ist sich Taylor sicher, werde die aus den Handelszöllen entstehenden Probleme in den Griff bekommen: "Die exportorientierten Branchen werden den Konflikt spüren. Für 2019 erwarten wir aber, dass die Einbußen durch anziehende Binnennachfrage kompensiert werden und China ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent schafft."

Die Situation wesentlich kritischer sieht Urs Antonioli, bei UBS Investment Head of Emerging Markets EMEA & Latin America Equities. "Wegen der geopolitischen Unsicherheiten wird sich durch den damit verspäteten Investitionszyklus in den Schwellenländern ein Aufschwung nach hinten verlagern. Deshalb wage ich keine Prognose abzugeben, wie sich die Assetklasse Schwellenländer in den nächsten zwei Quartalen entwickelt. Mit größter Wahrscheinlichkeit werden wir aber auf Sicht von drei Jahren höhere Preise sehen."

In naher Zukunft erwartet Antonioli indes ein schwächeres Wachstum in den Schwellenländern - und führt dafür einige Gründe an. Weil die US-Wirtschaft in diesem Jahr stärker als erwartet wachse, werde der US-Dollar weiter aufwerten. Zugleich wirkten sich die wirtschaftlichen Sanktionen auf China und Russland immer negativer aus: "Aufgrund der erhöhten Unsicherheit fahren Firmen ihre Investitionen in China und Asien zurück", erklärt der Experte. "Im Extremfall der Eskalation könnte stehen, dass die USA etwa keine Speicherchips mehr an chinesische Abnehmer liefern. Umgekehrt wird die Regierung in Peking nicht nachgeben und stattdessen noch mehr investieren, um ihr erklärtes Ziel, die technologische Unabhängigkeit Chinas, bis 2025 zu erreichen."



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