Anlageexperten verweisen häufig auf eine ­goldene Regel, die auch den Freunden des Baumarkts bekannt ist: "Repariere das Dach, wenn die Sonne scheint." Dieses Prinzip gilt auch an der Börse.

Denn der DAX marschiert in diesem Jahr bislang schnurstracks nach oben - obwohl sich die Zeichen für eine schwächer werdende Konjunktur mehren. So liegt es nahe, bereits heute gegen künftige Einbrüche vorzusorgen. Beim DAX geht das mit einem Bear-Zertifikat von HSBC (ISIN: DE 000 TR2 DZZ 1).

Das Papier läuft bis März 2020 und wandelt DAX-Verluste eins zu eins in Gewinne um. Es kostet derzeit 107,80 Euro. Ein Indexpunkt entspricht einem Cent - im spiegelverkehrten Sinne.

Fällt der DAX also um einen Punkt, steigt der Wert des Papiers um einen Cent. Geht es mit dem Index nach oben, sinkt der Zertifikatepreis entsprechend. Der Basispreis liegt bei 23.000 Punkten. Anhand dieser Kennziffer können Anleger stets den Wert des Zertifikats errechnen - unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses von 1 : 100.

Dabei müssen sie den jetzigen DAX-Stand vom Basispreis abziehen. Notiert etwa der Index bei 12.000 Punkten, ist das Zertifikat 110 Euro wert. Die Rechnung: (23.000 - 12.000) x 0,01.

Vorzeitige Fälligkeit möglich


Wichtig ist auch die Rückzahlungsschwelle, die bei 20.000 Zählern liegt. Erreicht der DAX diese Marke, wird das Papier vorzeitig fällig und zu 30 Euro ausgezahlt, um einen Totalverlust zu vermeiden.

Anleger können auch mit Short-­Knock-out-Zertifikaten von einem fallenden DAX profitieren. Mit dem Unterschied, dass diese Papiere mit einem Hebel arbeiten und Anleger mit ihnen ein Totalverlustrisiko eingehen. Ein Beispiel ist das DAX- Short-­K.-o.-Zertifikat von BNP Paribas (DE 000 PZ7 VX2 5), das bis Juli 2019 läuft und einen Hebel von 3,3 hat.

Fällt der Index um ein Prozent, steigt der Kurs des Knock-outs um 3,3 Prozent. Steigt jedoch der DAX, verliert das Papier überproportional. Berührt der Index die K.-o.-Schwelle von 16.000 Punkten, ist der Einsatz komplett verloren.

Eine weitere Möglichkeit, um auf sinkende Märkte zu setzen, bieten Short-Faktor-Zertifikate. Auch sie arbeiten mit Hebel, was Gewinne, aber auch Verluste ver­vielfacht. Eine K.-o.-Schwelle gibt es nicht. So hat etwa das Endlos-­Short-Faktor-Zertifikat von Morgan Stanley auf den DAX (DE 000 MF0 BVM 7) einen zweifachen Hebel (Faktor).

Faktor-Zertifikate haben aber den Nachteil, dass sie den Basiswert nicht eins zu eins abbilden. Das liegt daran, dass der jeweilige Schlusskurs des Basiswerts als Basis für die Hebelwirkung des folgenden Tages dient.