Mit dem Rückgang des Silberpreises hat sich diese Minenaktie halbiert. Dabei zeigt der Gewinntrend nach oben - und das Produktionspotenzial ist längst nicht ausgeschöpft.
Der Minenbetreiber Hecla Mining hat sich im ersten Quartal 2026 neu ausgerichtet. So wurde die Casa-Berardi-Goldmine verkauft und damit das Gold-Engagement deutlich reduziert. Mit dem Erlös wurden die ausstehenden Schulden getilgt und ein Finanzpolster für Investitionen sowie mögliche Dividenden geschaffen. Ziel ist, die Silberproduktion bis 2030 auf über 20 Millionen Unzen pro Jahr zu steigern. Für 2026 werden bis zu 16,5 Millionen Unzen erwartet. Die Anleger sind von dem Strategiewechsel und den gesteckten Zielen noch nicht überzeugt. Zudem gab der Silberpreis zuletzt deutlich nach.
Seit dem Ende Januar markierten Allzeithoch von 28,80 Euro hat das Papier rund die Hälfte verloren. Mit einem KGV von knapp 20 ist die Aktie nun moderat bewertet. Analysten erwarten im Schnitt eine Verdoppelung des Gewinns in diesem Jahr und rechnen dabei mit einem anhaltend hohen Silberpreis. Im ersten Quartal hat sich das Ebitda gegenüber dem Vorjahresquartal verdreifacht. Schlüssel dafür sind die vergleichsweise niedrigen Produktionskosten von durchschnittlich 11,53 US-Dollar pro Unze. Gleichzeitig legte die Silberproduktion zu. Maßgeblichen Anteil daran hat die größte Mine des Konzerns, Greens Creek. Sie ist auch auf Kurs, das Produktionsziel für 2026 zu schaffen. Um das gesteckte Ziel von 20 Millionen Unzen zu erreichen, müssen allerdings die anderen Projekte zum Laufen kommen.
Vier Minen mit Potenzial
Das Gros der für dieses Jahr geplanten 55 Millionen soll in die Minen Lucky Friday und Keno Hill investiert werden. Mit dem neuen Oberflächen-Kühlungssystem kann Hecla in der Lucky-Friday-Mine in tieferen hochgradigen Erzzonen Silber abbauen. Das Gerät soll dieses Jahr fertiggestellt sein. Die Keno-Hill-Mine ist im Hochlauf. Die Mühle operiert aktuell bei unter 75 Prozent der Kapazität. In diesem Jahr soll der Untertagebau vorangetrieben werden, damit genügend Material für die Mühle gefördert werden kann. Im vergangenen Jahr wurden rund drei Millionen Unzen gefördert. Das mittelfristige Ziel liegt bei 4,5 bis 5,2 Millionen Unzen. Die größten Hebel für Hecla Mining sind jedoch die Midas-Mine und das Aurora-Projekt. Probebohrungen deuten jeweils auf Edelmetallvorkommen hin. Im Jahresverlauf werden weitere Probebohrungen erfolgen. In beiden Gebieten steht bereits eine genehmigte Mühle. Die Produktion könnte also ohne hohe Investitionen anlaufen. 2027 sollen die wirtschaftlichen Evaluierungen beginnen. Es wird erwartet, dass das Midas-Projekt bis zu zwei Millionen Unzen pro Jahr produzieren könnte.
Fazit
Hecla Mining
zählt zu den kostengünstigsten Minenbetreibern. Kurzfristig wird stark in die Lucky-Friday- und die Keno-Hill-Mine investiert, um die Produktion zu erhöhen. Der größte Hebel steckt jedoch im Aurora- und Midas-Projekt.
Hinweis: Dieser Artikel stammt aus der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 24/26. Wenn Sie das Kursziel und den Stoppkurs der Redaktion erfahren möchten, können Sie das Heft hier als E-Paper kaufen.
Um Minenwerte ging es unteranderem auch in unserem jüngsten Interview mit dem Rohstoffexperten Torsten Dennin auf dem Youtube-Kanal von BÖRSE ONLINE:
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Hecla Mining.