Die Übernahme eines brasilianischen Minen-Produzenten lässt eine von den USA unterstützte Seltene-Erden-Aktie am Montag zweistellig steigen. Vor allem ein kolportierter Abnahmevertrag mit der US-Regierung elektrisiert die Börse. Was genau passiert ist.
Die Aktie von USA Rare Earth Inc. springt am Montag deutlich an. Auslöser ist ein angekündigter Zukauf in Brasilien. Dort will das US-Unternehmen den brasilianischen Produzenten Serra Verde übernehmen. Der Deal hat laut CNBC ein Volumen von 2,8 Milliarden US Dollar.
Die Aktie von USA Rare Earth sprang daraufhin zeitweilig um 15 Prozent in die Höhe. Das übernommene Unternehmen ist nicht börsennotiert.
Was ist geplant?
USA Rare Earth will 300 Millionen Dollar in bar zahlen und zusätzlich 126,9 Millionen Dollar in eigenen Aktien beisteuern, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden sollen. Der Abschluss der Transaktion ist für das 3. Quartal 2026 angepeilt – allerdings nur, wenn alle Bedingungen erfüllt werden und die Behörden zustimmen.
Die Übernahme ist also noch nicht in trockenen Tüchern. Doch zumindest von Seiten der US-Regierung dürfte USA Rare Earth wenig Gegenwind drohen: Das US-Handelsministerium hatte erst Ende Januar eine Investition von 1,6 Milliarden Dollar in die Bergbaufirma USA Rare Earth bekanntgegeben.
Warum reagiert die Börse so stark?
Seltene Erden sind nach wie vor ein Thema mit Zündstoff an der Börse. Ohne bestimmte Elemente sind zentrale Anwendungen wie Elektromotoren, Windkraftanlagen, viele Hightech-Bauteile und auch Panzerungen für militärische Systeme nicht herstellbar. Der Zollstreit mit China hat das Versorgungs-Problem weltweit verschärft, nachdem Peking Exportverbote oder -beschränkungen für zahlreiche Seltene Erden erlassen hatte. Nahezu 70 Prozent der weltweiten Förderung und fast 90 Prozent der raffinierten Menge an Seltenen Erden stammen aus China. Das macht alternative Quellen politisch und wirtschaftlich plötzlich wertvoller. Zumal der Iran-Konflikt derzeit den Nachschub an Seltenen Erden zusätzlich einschränkt.
„Die Welt ist zu abhängig von einer einzigen Quelle geworden – und es ist höchste Zeit, diese Abhängigkeit zu durchbrechen“, sagte die Chefin von USA-Rare-Earth, Barbara Humpton, dem US-Börsensender CNBC. Der Deal soll den Amerikanern Zugriff auf eine produzierende Mine bringen, die gleich mehrere Seltene Erden liefert, die für den Bau von Magneten wichtig sind. Diese Magnet-Materialien gelten als Flaschenhals für viele Industrien.
Der spannendste Punkt: ein Abnahmevertrag über 15 Jahre
CNBC nennt einen weiteren entscheidenden Baustein, der die Börsenstory rund macht: Serra Verde hat Quellen zufolge einen 15 Jahres-Abnahmevertrag über 100 Prozent der Produktion von vier magnetischen Seltenen Erden (u. a. Neodym, Praseodym, Dysprosium, Terbium) mit einem Firmenvehikel abgeschlossen, hinter dem US-Regierungsstellen und privates Kapital stehen sollen.
Heißt: Der Absatz für die Produktionsmengen ist bereits gesichert – auf Jahre.
Warum die Aktie trotzdem kein Selbstläufer ist
Bei aller Fantasie sollten Anleger drei Dinge sauber trennen:
Abschlussrisiko: Es besteht noch ein Deal-Risiko, weil Genehmigungen nötig sind, vor allem von brasilianischer Seite.
Aktionärszustimmung: Die Aktionäre von USA Rare Earth müssen die Kapitalerhöhung noch freigeben, wodurch ihre Altanteile verwässert würden.
Bewertung: Die Aktie von USA Rare Earth ist seit Jahresbeginn bereits um rund 68 Prozent gestiegen. Wer jetzt einsteigt, kauft eine Story, in der schon sehr viel Zukunft eingepreist ist.
Fazit für Anleger
Der Kurssprung ist hochspannend und nachvollziehbar. Guit möglich, dass die Rally weitergeht, wenn die die US-Regierung den Deal öffentlich stützt. Das Rückschlagpotenzial ist gleichwohl enorm – wie bei Minenaktien üblich.
Von Regierungs-Insidern profitieren
Für Anleger, die generell von Insider-Geschäften von US-Politikern profitieren wollen, lohnt sich ein Blick in unseren aktuellen Report „Insider-Aktien von Trump und Co“. Er nimmt drei spannende US-Aktien unter die Lupe, bei denen sich zuletzt republikanische Politiker positioniert haben, was in der Vergangenheit immer wieder ein Signal für bald steigende Kurse war.