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So hat sich in der Woche zum 27. November die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 223.000 auf 199.800 Kontrakte ermäßigt. Mit minus 10,4 Prozent stellte dies den stärksten Einbruch seit Mai 2017 dar. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten war auf Wochensicht hingegen ein markanter Zuwachs von 6.900 auf 8.800 Futures (+28,2 Prozent) registriert worden. Verantwortlich für die wachsende Zuversicht unter den spekulativen Marktakteure waren aber ausschließlich kleine Terminspekulanten (Non-Reportables). Großspekulanten (Non-Commercials) sind vor allem durch das massive Reduzieren der Long- und Short-Seite um über 3.000 Kontrakte in Erscheinung getreten. Dadurch hat sich deren Netto-Short-Position (Pessimismus überwiegt) per Saldo aber kaum verändert. So war auf Wochensicht ein leichtes Eintrüben der Stimmung von minus 10.700 auf minus 11.000 Kontrakte zu beobachten.

Ein hohes Maß an Optimismus kann man derzeit vor allem Kleinspekulanten (Non-Reportables) attestieren. Deren Netto-Long-Position hat sich innerhalb einer Woche von 17.600 auf 19.800 Futures (+12,5 Prozent) erhöht. Besonders interessant: Dies Marktakteure sind erheblich optimistischer gestimmt als zum Jahreswechsel 2016/2017, als Silber pro Unze mit 16,93 Dollar deutlich höher notierte als heute. Die damalige Netto-Long-Position wird derzeit um 23 Prozent übertroffen. Bei großen Terminspekulanten war das genaue Gegenteil der Fall, schließlich hat sich deren Netto-Long-Position in Höhe von 4.600 Futures seit Ende Dezember in eine Netto-Short-Position von 11.000 Futures verwandelt. Da an den Terminmärkten ein Vielfaches der physischen Silberumsätze gehandelt werden, dürfte jedem klar sein, dass ein starker Anstieg des Silberpreises vor allem von den Spekulanten an den Terminbörsen unterstützt werden muss. 2018 war dies eindeutig nicht der Fall.

Auf Seite 2: Silber - dickes Minus nach elf Monaten

In den ersten elf Monaten musste der Silberpreis unter sämtlichen Edelmetallen mit minus 14 Prozent die zweitschwächste Performance hinnehmen. Unter einem anderen Aspekt konnte das Edelmetall aber durchaus punkten. Dessen Risiko fällt überraschenderweise nämlich kaum höher aus als ein Investment in Blue-Chip-Indizes wie den DAX, den Euro Stoxx 50 bzw. den S&P 500. Vergleichbar wird dies durch die von diversen Terminbörsenbetreibern entwickelten Volatilitätsindizes. So weist zum Beispiel der CBOE-Silber-Volatilitätsindex, der aus den Optionen auf Silber-ETFs berechnet wird, mit aktuell 20,7 Prozent lediglich ein unwesentlich höheres Risiko als seine Pendants auf den DAX (VDAXNEW: 18,1 Prozent), den Euro Stoxx 50 (VSTOXX: 16,9 Prozent) bzw. den S&P 500 (VIX: 16,8 Prozent) auf. Und das, obwohl die Aktienindizes deutlich stärker diversifiziert sind. In der Vergangenheit wurde von Kapitalmarktexperten häufig mit Verweis auf die überdurchschnittlich hohe Volatilität von Gold- bzw. Silberinvestments abgeraten. Auf Basis des aktueller Marktumfelds trifft dies derzeit eher nicht zu.

Aus charttechnischer Sicht spricht derzeit ebenfalls einiges für Silber, da sich im Bereich von 14 Dollar seit mehreren Monaten ein solider Boden gebildet hat. Vor drei Jahren setzte der Silberpreis genau hier zu einer rasanten Rally an. Innerhalb von weniger als acht Monaten kam es damals zu einer Wertsteigerung um über 50 Prozent. Gegenwärtig kann man dem Silberpreis lediglich eine Bodenbildungsphase attestieren. Im Bereich von 14,70 Dollar verläuft derzeit neben der mittelfristigen 100-Tage-Linie auch eine wichtige Widerstandszone. Ein markanter Ausbruch darüber würde das übergeordnete Chartbild erheblich aufhellen und könnte chartinduzierte Käufe nach sich ziehen. Doch die nächste charttechnische Hürde dürfte dann bei 15,40 Dollar den Aufwärtsdrang des Silberpreises bremsen. Ein Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend inklusive Trendwechselsignal wäre erst gelungen, wenn Silber über 16,50 Dollar ansteigt. Davon sind wir derzeit aber noch ein gutes Stück entfernt.