AUTOVERMIETER

Sixt-Aktie steigt nach starkem Gewinnsprung - Unsere Einschätzung zum Papier

Sixt-Aktie steigt nach starkem Gewinnsprung - Unsere Einschätzung zum Papier

WKN: 723132 ISIN: DE0007231326 Sixt SE St.

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18.10.2019 - 10:10
24.03.2014 12:06:00

Sixt rechnet nach einem unverhofften Gewinnsprung auch in diesem Jahr mit besseren Ergebnissen. Das kommt bei Anlegern gut an.

Deutschlands größter Autovermieter will damit dem Ziel näher kommen, bis 2015 auch in Europa Marktführer zu werden. Die Geschäfte dort liefen 2013 bereits besser als Konzernchef Erich Sixt noch vor einem Jahr erwartet hatte. Erst im Herbst hatte das Unternehmen aus Pullach bei München seine Erwartungen wegen guter Zahlen nach oben geschraubt. Zuvor hatte Sixt eigentlich mit einem Gewinnrückgang gerechnet - und sich getäuscht.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Gewinn von gut 94 Millionen Euro, ein Plus von rund 19 Prozent verglichen mit 2012. Der Umsatz wuchs 2013 um gut 4 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Prognosen seien ohnehin schwierig, sagte Sixt am Montag in München. Das Autovermietgeschäft lasse sich noch ein wenig schlechter vorhersehen als andere. Entsprechend vorsichtig äußerte sich Sixt zu den Zielen für 2014. Die Zahlen würden nach oben gehen. Getrieben wurde die Wende im vergangenen Jahr vor allem von Europa. Gerade dort

lief es für das Unternehmen angesichts erster Erholungszeichen in den lange von der Krise gebeutelten Ländern erheblich besser. In Spanien etwa ist Sixt vor allem in den Touristengegenden aktiv.

"Unser Fokus wird auch weiterhin auf dem Ausbau des Auslandsgeschäfts liegen", sagte Sixt. Ein Schwerpunkt sind dabei die USA. Auf den großen, aber hartumkämpften Vermietmarkt hatten sich die Bayern 2011 zunächst mit nur einer Station gewagt. Inzwischen seien es 26. "Es läuft deutlich besser als wir erwartet haben", sagte Sixt. Wegen der Ausgaben in den Aufbau des Filialnetzes dort, schreibe das Geschäft noch rote Zahlen. "Das sind aber Investitionen in die Zukunft."

In anderen Wachstumsmärkten ist Sixt aber deutlich zurückhaltender, etwa in Russland. "Wir wollen kein Geld in einem Land investieren, wo keine Rechtssicherheit herrscht", sagte Sixt. Größere Folgen fürchte er deswegen angesichts der Krim-Krise nicht. Geschäfte mache Sixt vor allem mit Russen, die etwa in Städten wie Nizza, Genf oder München Autos mieten würden. Und die seien von der Entwicklung bisher nicht betroffen. Auch in China werde er sich weiter zurückhalten. Dort gebe es keinen funktionierenden Autovermietmarkt.

Stattdessen wachse aber das Geschäft mit chinesischen Geschäftsleuten oder Touristen, die in Europa Mietwagen buchen wollten. Jedoch gebe es hohe Hürden. In Deutschland müsse ein chinesischer Führerschein übersetzt und notariell beglaubigt werden. "Darüber reden wir gerade mit dem Verkehrsministerium", sagte Sixt. In jedem Land in Europa gebe es allerdings andere Rahmenbedingungen, was die Lage erschwere. Es lohne aber die Mühen zu wagen, der Markt werde deutlich zulegen.

Bis 2015 will Sixt in Europa an der Konkurrenz vorbei ziehen. Gemessen an den Marktanteilen sei man an Hertz mittlerweile vorbei. Mit einem Anteil von 14 Prozent liege man nur einen Punkt hinter Avis. Deutlich in Front ist nur noch Europcar mit 24 Prozent.

Die Sixt-Aktie legte am Montag 2,3 Prozent zu.

dpa-AFX

Einschätzung der Redaktion:

Sixt hat mit den Zahlen für 2013 positiv überrascht. Deutschlands größter Autovermieter ist damit seinen ehrgeizigen mittelfristigen Zielen einen wichtigen Schritt näher gekommen. Vor allem das Geschäft in den USA entwickelt sich deutlich besser als erwartet. Verhaltener sind die Aussichten für das deutsche Vermietgeschäft, auf das höhere Kosten zukommen könnten. Allzu hoch sollte man das aber nicht hängen - Sixt blickt grundsätzlich konservativ in die Zukunft. Merkwürdig wirkt jedoch die Sonderdividende, die das Unternehmen jetzt schon zum dritten Mal zahlt. Allmählich könnte man das auch in die reguläre Ausschüttung integrieren. Ansonsten ist die Aktie weiter im Aufwärtstrend. Kaufen.

Wolfgang Ehrensberger


Bildquelle: Michael Dalder/Reuters

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