"Sixt hat sehr starke Zahlen vorgelegt", sagte DZ-Bank-Analyst Harald Heider. "Wir rechnen auch mit einem positiven vierten Quartal, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Streikes bei Lufthansa und der Deutschen Bahn die Nachfrage nach Vermietfahrzeugen erhöht hat." Er bekräftigte seine Kauf-Empfehlung und sah den Fairen Wert der Aktie bei 31,70 Euro.

Nach einem Gewinnsprung in den ersten neun Monaten will Sixt 2014 so viel verdienen wie nie zuvor. Das 102 Jahre alte Familienunternehmen "steuert auf das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte zu", kündigte Vorstandschef Erich Sixt am Dienstag an. Bislang wurde der höchste Gewinn vor Steuern 2011 erzielt: fast 139 Millionen Euro. "Da liegen wir schon recht deutlich drüber", sagte der Konzernlenker, wollte aber keine konkrete Zahl nennen. Von Januar bis Ende September 2014 fuhr Sixt ein Vorsteuerergebnis von 131,1 Millionen Euro ein, das sind 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Das dritte Quartal sei besser gelaufen als gedacht. Sixt erläuterte, im Kerngeschäft Autovermietung habe es "spektakuläre Zuwächse in den USA" gegeben, wo die Bayern die Zahl ihrer Stationen aufstocken. Auch in Europa sei es gut gelaufen, auch dank höherer Ausgaben für Vertrieb und Werbung. Die Leasingsparte zog neue Großkunden an Land. Das gemeinsam mit BMW betriebene Carsharing-Unternehmen DriveNow sei an allen Stationen, die schon länger geöffnet sind, profitabel, sagte Sixt. Der Streik der Lokführer Anfang November habe zwar dazu geführt, dass an diesen drei Tagen die Mietwagen ausverkauft gewesen seien, dies werde sich aber "nicht signifikant bemerkbar" machen. Für das Schlussquartal rechnete der Vorstandsvorsitzende mit guten Geschäften und einer ähnlichen Wachstumsdynamik wie in den vergangenen drei Monaten.

Im Gesamtjahr erwartet Sixt jetzt ein Umsatzplus "im hohen einstelligen Prozentbereich". Bislang wurde eine leichte Steigerung vorausgesagt. In den ersten neun Monaten stiegen die operativen Erlöse um gut neun Prozent auf 1,23 Milliarden Euro.

Für 2015 wollte er angesichts der kurzen Vorlauffrist beim Mieten von Autos noch keine Prognose abgeben. Er sei aber "sehr, sehr zuversichtlich". Der Markt wachse sowohl in den USA als auch in Europa. "Wir sind optimistisch, aber dürfen nicht verkennen, dass hier schon ein Wetterleuchten am Horizont zu erkennen ist. Wir haben an jeder Ecke der Welt Krisensituationen, Epidemien." Wegen der Krisen und Konflikte in der Ukraine oder im Nahen Osten hätten sich die Aussichten für die westeuropäische Wirtschaft eingetrübt.

Bislang sei für Sixt nur die lukrative Vermietung von Luxusautos an russische Kunden in Ferienorten an der Cote d'Azur, in der Schweiz oder auf Sardinien weniger geworden. Die Franchise-Einnahmen in Russland selbst seien schon "immer unbedeutend".

Reuters