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Sony, Softbank und Co.: Japan-Aktien zwischen Traditionen und Petitionen

Sony, Softbank und Co.: Japan-Aktien zwischen Traditionen und Petitionen

WKN: 853687 ISIN: JP3435000009 Sony Corp.

22.06.2019 03:50:00

Die Kurse an der Börse Tokio sind deutlich zurückgekommen. Das ist eine gute Gelegenheit, noch einmal nachzukaufen. Denn "Abenomics" wird noch eine gute Weile weiterlaufen. Von Martin Blümel

Die Petition #KuToo sorgt in Japan gerade für Aufregung. Sie richtet sich gegen das Tragen von High Heels am Arbeitsplatz und bedient sich eines Wortspiels mit "kutsu" (Schuhe) und "kutsuu" (Schmerz). Aussicht auf Erfolg scheint aber nicht zu bestehen - Gesundheits- und Arbeitsminister Takumi Nemoto findet, es sei an manchen Arbeitsplätzen "notwendig und angemessen". Dies zeigt anschaulich, dass es mit den Reformen in Japan oft nur schleppend vorangeht, dass man sich allzu gern an "Traditionen" festhält.

Immerhin: An der Börse läuft es dank einiger gelungener Reformbemühungen seit Anfang 2013 besser. Dies liegt vor allem daran, dass der damals neu gewählte Premier Shinzo Abe zusammen mit dem neuen Notenbankchef Haruhiko ­Kuroda eine neue Ära der extrem expansiven Geldpolitik eingeleitet hat. Effekt: Der chronisch starke Yen wertete ab, und die Börsen werteten auf, weil sich die Ge­winnaussichten für die exportstarken japanischen Unternehmen schlagartig verbesserten.

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Kutsuu am Kabutocho


Dennoch ist der Anstieg am Börsenplatz Kabutocho auch mit "kutsuu", mit Schmerzen verbunden, weil immer wieder Zweifel aufkommen, ob die "­Abenomics" genannten Reformen langfristig wirklich greifen. Das laufende Jahr ist ein gutes Beispiel dafür. Der Nikkei-Index kletterte von 19 200 Punkten auf 22 300 Zähler, um danach wieder Richtung 20 000 abzu­sacken.

Noch extremer der Kursverlauf bei unserem im Januar empfohlenen Favoriten Softbank. Der Kurs des Internet- und Techgiganten kletterte von 53 Euro auf fast 100 Euro und fiel anschließend bis auf 77 Euro. Anleger sollten aber nicht nervös werden und die Aktie trotzdem halten! Softbank lanciert im November einen Dienst für hochpräzise Satellitenortung. Damit bereiten die Japaner schon heute den Start der 5G-Ära vor.

Auch die damals empfohlene Sony-Aktie sollte weiter im Depot bleiben. Das diversifizierte Techunternehmen leidet immer noch unter seinem etwas angestaubten Image. Dabei wären die drei Sparten, die über die Hälfte zum Betriebsgewinn beitragen, nämlich Musik, Gaming und Bildsensoren, als eigenständige Unternehmen wohl sehr angesagt und entsprechend hoch bewertet.

Auf Seite 2: Das Problem mit der Mehrwertsteuer


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