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INTERVIEW

Spielvereinigung Unterhaching in den roten Zahlen: Präsident Manfred Schwabl - "Es werden viel zu hohe Gehälter gezahlt"

Spielvereinigung Unterhaching in den roten Zahlen: Präsident Manfred Schwabl -

WKN: A2TR91 ISIN: DE000A2TR919 Unterhaching

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24.09.2021 - 09:16
22.03.2021 11:00:01

Knapp zwei Jahre nach dem Börsengang steckt der Fußball-Drittligist Spielvereinigung Unterhaching tief in den roten Zahlen. Von Wolfgang Ehrensberger

Der Aktienkurs hat sich halbiert. Statt des erhofften Aufstiegs in die 2. Bundesliga mit lukrativen TV- und Sponsoring-Einnahmen droht durch eine Serie von Niederlagen der Abstieg in die Regionalliga. Präsident und Großaktionär Manfred Schwabl (54) steuert mit Sparen, Spielerverkäufen und der Suche nach neuen Investoren dagegen.

Börse Online: Welche Folgen hat Corona für die Liga aus Sicht eines Drittligisten?

Manfred Schwabl: Emotional und finanziell fehlen die Fans in den Stadien sehr. Auch die Sponsorengelder werden zurückgehen. Die großen Veränderungen werden aber erst in ein bis zwei Jahren extrem sichtbar.

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Die Insolvenzgefahr in der Liga steigt?

Ein paar Beispiele gab es ja schon. Die Quote wird sich mittelfristig noch erhöhen.

Was läuft bei den Vereinen schief?

Corona hat viele Probleme, die die Vereine davor schon hatten, schonungslos ans Licht gebracht. Hauptproblem ist, dass viel zu hohe Gehälter an durchschnittliche Spieler gezahlt werden, die dann auch noch dem eigenen Nachwuchs den Platz wegnehmen. Dabei könnten diese Talente für die Vereine einen erheblichen Wert darstellen.

Können sich Vereine derzeit noch mit Spielerverkäufen über die Krise retten?

Deshalb muss ich doch auch Toptalente auf den Platz bringen, um für höherklassige Vereine interessante Spieler zu haben. Deswegen werden wir künftig noch mehr eigene Nachwuchstalente in den Profikader einbauen. Wir hatten vor der Krise schon die höchsten Transfererlöse in der 3. Liga. Wir konnten Karim Adeyemi für über drei Millionen Euro und Nico Mantl für eine siebenstellige Summe an Red Bull Salzburg verkaufen.

Unterhaching hat 2020 rund sechs Millionen Euro Verlust verbucht. Wie wird 2021?

Durch Transfers und den Verkauf weiterer Aktienpakete werden die Zahlen sicher positiver sein. Eine schwarze Null unterhalb der DFL-Ligen zu schaffen wird aber mittelfristig schon eine sehr große Herausforderung.

Welche Sparmaßnahmen planen Sie?

Der Hauptposten sind die Personalkosten der Profiabteilung. Da wird deutlich reduziert.

Wie läuft die Investorensuche?

Es laufen ständig Gespräche. Wir suchen Interessenten, die die Haching-Aktie nicht als Spekulationsobjekt sehen, sondern die mittel- und langfristig an unseren Weg glauben. Kürzlich haben wir mit diesem Blickwinkel ein schönes Paket verkauft.

Halten Sie am Ziel 2. Bundesliga fest?

Wir behalten das Ziel im Auge, sehen es wegen Corona aber eher mittelfristig. Wichtig ist, dass die 2. Liga nicht das einzige Allheilmittel für uns ist, um wirtschaftlich im Profifußball zu überleben. Deswegen fokussieren wir uns auf unser Nachwuchsleistungszentrum.

Welche Folgen hätte ein Abstieg?

Die Einnahmen gingen definitiv nach unten, die Ausgaben aber auch. Insgesamt nimmt sich das finanziell nicht so viel. Dennoch werden wir alles dafür tun, in der 3. Liga zu bleiben. Trifft es uns doch, ist der sofortige Wiederaufstieg mit aller Macht das Ziel.

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