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Starbucks-Aktie: Das steckt hinter dem Kaffeekönig Howard Schultz

Starbucks-Aktie: Das steckt hinter dem Kaffeekönig Howard Schultz

WKN: 884437 ISIN: US8552441094 Starbucks Corp.

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22.02.2019 - 11:05
05.02.2019 07:00:00

Er ist das Paradebeispiel des wahr gewordenen amerikanischen Traums. Mit Starbucks revolutionierte Howard Schultz die Kaffee-Industrie und schmiedete aus einem verschlafenen Kaffee-, und Tee-Laden in Seattle ein Imperium. Von Peter Balsiger

Dass die Menschen im von löslichem Pulverkaffee dominierten Amerika wissen, was ein Latte ist, verdanken sie Howard Schultz. Als sein erster Starbucks-Laden in New York eröffnete, musste die angesehene "New York Times" den einheimischen Kaffeetrinkern erst mal erklären, was Latte bedeutet (und sie belehren, dass es "Lah-tay" ausgesprochen wird). Die Kaffee-Revolution, die damals in den USA mit Starbucks begann, gründete auf einem exotisch anmutenden Angebot - und auch den damals in Amerika völlig unbekannten merkwürdigen Größen der Tassen: Maßeinheiten wie "grande" oder "venti" waren eine Anspielung auf die italienische Kaffeekultur, von der sich Howard Schultz hatte inspirieren lassen. Starbucks gab den Kunden das Gefühl, dass sie cooler, reicher und mehr "sophisticated" seien als die Masse der normalen Kaffeetrinker.



Howard Schultz, der 2018 seinen Chefposten bei Starbucks aufgegeben hat, aber weiterhin größter Einzelaktionär des Unternehmens bleibt, erklärte nach seinem Rücktritt: "Ich beabsichtige, über eine Reihe von Optionen nachzudenken, das könnte auch ein öffentliches Amt einschließen." Damit heizt er Spekulationen an, er könne in die Politik wechseln und 2020 als Kandidat um die Präsidentschaft ins Rennen gehen. Der Trump-Kritiker und Freund von Ex-Präsident Barack Obama erklärte der "New York Times": "Seit einiger Zeit bin ich besorgt über unser Land, die steigende Kluft zu Hause und unser Ansehen in der Welt."


Howard Schultz kam 1953 im New Yorker Stadtteil Brooklyn zur Welt. Bittere Armut prägte seine Kindheit. Sein Vater Fred war Lkw- und Taxifahrer, verdiente nie mehr als 20 000 Dollar im Jahr und musste damit seine Familie ernähren. Es reichte gerade für eine Sozialwohnung.

Sport war für Howard Schultz "die Eintrittskarte zu einem besseren Leben". Er war in der High School ein guter Football-Spieler und erhielt deshalb ein Sport-Stipendium für die Universität von Northern Michigan in Marquette. Aber er erkannte sehr schnell, dass er nicht gut genug war für das College-Team. Er musste daher einen Studentenkredit aufnehmen, jobbte in einer Bar und im Winter in einer Skihütte und spendete Blut. Er belegte an der Universität Kurse in Marketing, Rhetorik und Kommunikation und schloss 1975 das Studium mit einem Bachelor ab.

Schultz kehrte zurück nach New York und heuerte beim Elektronikkonzern Xerox an. Das Unternehmen bot damals seinen neuen Mitarbeitern die beste Verkäuferschulung in den USA. Nach drei Jahren wechselte er zu Hammarplast, der US-Filiale des schwedischen Konzerns Pestorp, der Haushaltsgeräte herstellte.

Als er dort die monatlichen Aufträge überprüfte, stellte er fest, dass eine kleine Firma an der Westküste ungewöhnlich hohe Stückzahlen von einer Kaffeemaschine geordert hatte. Die Firma hieß "Starbucks Coffee, Tea and Spice" und betrieb vier kleine Läden in Seattle. Seine Neugier war geweckt. Er flog nach Seattle, um mehr über dieses Unternehmen in Erfahrung zu bringen. Der erste Starbucks-Laden war 1971 im Hafen von Seattle von drei Studenten eröffnete worden. Sie hatten keine grandiosen Businesspläne, sie liebten schlicht und einfach die dunkel gerösteten Kaffeebohnen und wollten in Seattle die beste Ware anbieten. "Keiner von ihnen strebte danach, ein Imperium aufzubauen", so Schultz später in seinen Memoiren. Die Kunden waren in der Regel gut verdienende junge Angestellte.

Howard Schultz verstand zwar nichts von Kaffee, aber er wusste alles übers Verkaufen und sah eine Chance, den edlen Starbucks-Kaffee in ganz Amerika und Kanada anzubieten. Über ein Jahr brauchte er, die Starbucks-Chefs dazu zu bringen, ihn als Manager einzustellen. Es gelang ihm aber nicht, sie davon zu überzeugen, dass Starbucks eine internationale Kette sein könnte, nicht bloß ein Kaffeeröster. Wenn man Howard Schultz fragt, woher er die Idee für Starbucks als eine fast revolutionäre weltumspannende Kaffeehauskette nahm, dann nennt er seinen Besuch in Mailand im Frühjahr 1983. Er hatte dort eine Haushaltswarenmesse besucht und gleich um die Ecke eine Espresso-Bar entdeckt. Er trat ein und war begeistert: ein freundlicher Barista, das Aroma des frisch gemahlenen Kaffees, die warme Atmosphäre, die zum Verweilen einlud.

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Bildquelle: Adnan Abidi/Reuters

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