Die Telekom werde etwa 110 Euro pro Aktie bieten, ebenso wie der Finanzinvestor Cinven, der als einziger Konkurrent erwartetet werde. Zuletzt kosteten die Aktien rund 133 Euro, womit der Konzern mit 867 Millionen Euro bewertet wird.

Die geringere Angebotspreis erkläre sich dadurch, dass der künftige Besitzer Strafen in einem Rechtsstreit einkalkulieren müsse, sagte der Insider. Gegen die Telekom Slovenije läuft ein Gerichtsverfahren, in dem dem Unternehmen der Missbrauch seiner dominanten Marktposition vorgeworfen wird. Slowenischen Medien zufolge könnte das den Konzern bis zu 440 Millionen Euro kosten.

Die slowenische Regierung treibt die Privatisierung von Staatsbetrieben voran, um Geld in die Kassen zu bekommen. Ursprünglich hatte sie sich vom Verkauf des Telekom-Unternehmens rund 1,6 Milliarden Euro erhofft. Neben den Risiken der Strafzahlungen hatte zuletzt aber auch die verschlechterte Geschäftslage den Aktienkurs gedrückt. Für 2014 hatte der Konzern nur noch einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro ausgewiesen, nach rund 51 Millionen im Jahr davor.

Im Herbst 2014 hatte ein Insider gesagt, die Deutsche Telekom sei der von der Regierung bevorzugte Bieter, da sie schon in der Region präsent sei und eine langfristige Strategie verfolge. Die Telekom Austria, die den zweitgrößten slowenischen Mobilfunker Si.mobil kontrolliere, käme wohl aus kartellrechtlichen Gründen nicht infrage.

Reuters