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Tesla-Aktie: E-Auto-Pionier wertvoller als GM - Gründe und Risiken der Ralley

Tesla-Aktie: E-Auto-Pionier wertvoller als GM - Gründe und Risiken der Ralley

WKN: A1CX3T ISIN: US88160R1014 Tesla

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17.09.2021 - 19:02
12.04.2017 04:20:00

Seit Jahresbeginn erlebt Tesla einen beisspiellosen Kursanstieg. An der Börse hat der E-Mobilitätspionier jetzt sogar General Motors als wertvollsten Autobauer des Landes abgelöst. Während die Charttechnik weitere Kursgewinne signalisiert, schreit der Titel fundamental nach Überbewertung, denn an der wirtschaftlichen Situation von Tesla hat sich nichts geändert. Von Peer Leugermann



Anfang der Woche erklomm die Tesla-Aktie mit 312,39 Dollar eine neues Rekordhoch. Damit senden die Papiere eines der besten Kaufsignale der Technischen Analyse. Der Konzern von Elon Musk ist jetzt der wertvollste Autohersteller der USA. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei 50,95 Milliarden Dollar, das sind rund 73 Millionen Dollar mehr Börsenwert als die bisherige Nummer Eins, General Motors (GM) auf die Waage bringt. In der vergangenen Woche hatte das Elektroauto-Start-up bereits Ford - den am Umsatz gemessen zweitgrößten US-Hersteller - hinter sich gelassen. Dabei ist Tesla mit Blick auf den Marktanteil ein Zwerg im Vergleich zu den beiden Riesen aus Detroit. Mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent belegt GM weiter Platz eins in Amerika. Tesla brachte es auf 0,2 Prozent, schlug damit aber immerhin noch Ferrari und Maserati.



Für den jüngsten Kursanstieg lassen sich drei Gründe ausmachen. Beflügelt wurde die Tesla-Aktie unter anderem durch einen Bericht des Analysten Piper Jaffray. Der Aktienexperte hatte dem E-Auto-Hersteller die Fähigkeit attestiert, die Begeisterung von Investoren und Verbrauchern zu wecken. Zusätzlich konnte der Konzern aus dem kalifornischen Palo Alto jüngst starke Verkaufszahlen melden. Im ersten Quartal lieferte das Unternehmen 25.418 Fahrzeuge aus, das waren 69 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als weitere Triebfeder für die gute Kursentwicklung werden Leerverkäufer ausgemacht. Die auch Shortseller genannten Investoren wetten darauf, dass ein Wertpapier fällt. Die Titel werden daher verkauft, um sie später günstiger zurückzukaufen. Steigen die Notierungen aber entsteht Verlust. Dann müssen Leerverkäufer ihre Positionen mit Käufen decken, was den Kurs stark antreiben kann. Die Analysefirma S3 Partners schätzt, dass Leerverkäufer mit Tesla dieses Jahr bereits 3,2 Milliarden Dollar verloren haben.


Die Chartanalyse zeigt, dass Tesla nun aus seiner dreijährigen Handelsspanne ausgebrochen ist. Das Überspringen der Kursmarke von 290 Dollar ist jetzt ein neues Unterstützungslevel. Laut Ari Wald, technischer Analyst des Wall Street Haus Oppenheimer ist dies "eine Indikation neuer Nachfrage auf einem Kurslevel, dass bisher Verkäufe auslöste. Das spricht für weitere Kursgewinne in den kommenden Monaten". Am positivsten für die Aktie ist Piper Jaffray mit einem von 223 auf 368 Dollar angehobenen Kursziel gestimmt. Im Februar hatte bereits die kleinere Investmentfirma Dougherty & Co. Tesla mit einem Kursziel von 375 Dollar zum Kauf empfohlen.

Fundamental aber lassen sich kaum Gründe für den Kursanstieg finden. Tesla macht seit seiner Gründung 2003 Verluste und Gründer Elon Musk hält nichts davon die Firma auf Profitabilität zu trimmen. Stattdessen stößt der als Visionär geltende Milliardär immer neue Großprojekte an. Sei es der Bau einer riesigen Batteriefabrik, die Milliarden-Übernahme der strauchelnden Solarfirma Solar City an der er zuvor beteiligt war oder der Start des Tesla Model 3. Der Wagen soll ab Mitte 2017 verkauft werden und markiert mit einem Preis von 35.000 Euro den Einstieg in den PKW-Massenmarkt. Bisher wurden über 400.000 Vorbestellungen gezählt. Hinzu kommt, dass Musk in Sachen verfehlter Prognosen und Zeitpläne ein Serientäter ist, während die traditionellen Autokonzerne vermehrt Konkurrenzmodelle zu Tesla anbieten. In den USA etwa rollen seit Anfang 2017 mit dem Bolt EV die ersten reinen Elektroautos von Chevrolet über die Straßen.

Die größten Probleme aber dürfte der Konzern mit seinem Plan bekommen, ein Volumen-Hersteller zu werden. Vergangenes Jahr wurden 76.000 Autos verkauft, 2018 sollen es 500.000 sein, 2020 dann eine Million. Um das Millionen-Ziel zu erreichen, muss jedoch entweder ein neues Werk her oder die Kapazitäten am Standort Fremont verdoppelt werden. Das alles vor dem Hintergrund, dass Tesla bereits heute immer wieder Probleme mit der Fertigungsgeschwindigkeit und Qualität hat.

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