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Turbulente Zeiten an der Börse: Diese neun Aktien gehören jetzt ins Depot

Turbulente Zeiten an der Börse: Diese neun Aktien gehören jetzt ins Depot

WKN: A0YBY7 ISIN: US36143A1097 GAM Holding AG Unsponsored American Deposit Receipt Repr 1-5th Sh

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12.12.2018 - 17:19
06.12.2018 03:00:00

Wertorientiertes Investieren. Branchen mit starkem Wachstum waren die treibende Kraft des Börsenbooms der letzten Jahre. Warum Firmen mit stabilen Gewinnen und starken Bilanzen gerade in unruhigen Börsenzeiten die bessere Alternative sind. Von Stefan Riedl



Das Credo der Value-Investoren ist ebenso simpel wie einleuchtend: Man prüfe Firmenbilanzen auf wichtige Kennziffern und ermittle daraus den künftigen Ertragswert. Steht der daraus resultierende Substanzwert im Verhältnis zu einer niedrigen Aktienbewertung, ergibt sich eine exzellente Kaufgelegenheit. Aus Anlegersicht besteht die Kunst darin, sich frühzeitig antizyklisch zu positionieren, denn die Kurse kommen ins Laufen, sobald der breite Markt das Ertragspotenzial dieser Unternehmen erkannt hat.



Die Verfechter der wertorientierten Kapitalanlage - auf Neudeutsch: Value Investing - wurden in den vergangenen Jahren allerdings auf eine harte Probe gestellt. In Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen und wieder steigender Unternehmensgewinne glänzten vor allem die Aktien von Wachstumsfirmen aus zyklischen Branchen, insbesondere aus dem Technologiesektor, mit einer Outperformance. Zugleich stiegen die Aktienbewertungen im Allgemeinen. "Es gibt nur noch sehr wenige Titel, die unter ihrem Buchwert und mit einem niedrigen KGV notieren", sagt Hendrik Leber, Geschäftsführer der Acatis Management und einer der deutschen Value-Pioniere.


Angesichts der kräftigen Kursverluste der zurückliegenden Wochen fragen sich nun aber immer mehr Investoren, ob der jahrelange konjunkturelle Aufschwung vor dem Ende steht. "Die aktuelle Entwicklung ist vergleichbar mit der Jahrtausendwende, als der Aufschwung an den Märkten von wenigen Branchen getrieben wurde. Das wirft die Frage auf, ob eine restriktive Zentralbankpolitik bei den Zinsen die Rückkehr in Value begünstigt", erklärt Hans-Peter Schupp, Fondsmanager bei Fidecum.

Value feiert ein Comeback



Für Hans Ulrich Jost ist die Antwort auf diese Frage klar. Der Fondsmanager der Züricher Fondsgesellschaft GAM erwartet wieder bessere Zeiten für Value-Investoren und im Gegenzug spürbare Abschläge für die aus seiner Sicht deutlich überbewertete Technologiebranche: "In der jüngsten Marktumfrage sind die Wachstumserwartungen für Firmen auf das extrem negative Niveau von November 2009, also die dunkelste Stunde für die Finanzmärkte nach der Lehman-Pleite, zurückgefallen", sagt der Experte. "Obwohl ein solches Szenario heute sehr unwahrscheinlich ist, scheint bei den aktuellen Bewertungen von Finanzwerten und anderen zyklischen Titeln eine Systemkrise bereits eingepreist zu sein." Auf diese unterbewerteten Branchen, die der breite Markt kaum beachtet, setzt Jost in seinem Fonds.

Frank Fischer, Anlagestratege von Value Shareholder Management, geht ebenfalls davon aus, dass die Finanzmärkte wieder verstärkt den Wert einzelner Unternehmen und weniger das Wachstum als Investmentkriterium beachten: "Hinter uns liegt ein zehnjähriger Aufwärtstrend, in dem Anleger ohne große Verlustphasen mit tollen Renditen verwöhnt worden sind. Weil es gegen Ende eines solchen Zyklus häufig zu Übertreibungen kommt, unterschätzen Börsianer gerne das Risiko und neigen dazu, das Wachstum zu extrapolieren, als würde es ewig so weitergehen. Ehe sich eine Rotation zum wertbasierten Anlagestil vollzieht, müssen Anleger erst durch ein Tal der Tränen gehen, bevor sie erkennen, dass fundamentale Bewertungsparameter doch Sinn machen", so Fischer.

Die Value-Experten verfolgen unterschiedliche Anlagestrategien, um die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Hendrik Leber hat mit seinem Acatis-Team den Investmentansatz von klassischen Kriterien auf neue Themengebiete erweitert: "Entscheidend für uns bleibt, dass eine Firma eine hohe Rendite zum eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Wir halten dabei verstärkt Ausschau nach den Gewinnern in Zukunftsmärkten, welche die Grundbedürfnisse des Menschen abdecken, etwa in der Kommunikation oder der Mobilität. Sehr spannend finden wir Technologien wie Drohnen, künstliche Intelligenz und elektrische Mobilität."

Nach Ansicht des Fidecum-Experten Schupp ist Technologie dagegen nur in bestimmten Situationen für Value-basiertes Anlegen geeignet: "Wachstumstitel können nur dann Value generieren, wenn sie zuletzt enttäuscht haben und dann weit unter ihren historisch normalisierten Erträgen bewertet werden." Eine solche Phase, in der über 30 Prozent des Fondsportfolios in Technologietiteln investiert war, hat Schupp mit seinem Team zuletzt 2007 ausgemacht. Aktuell sei ein solcher Trend nicht erkennbar.

Frank Fischer wiederum wird auf der Suche nach Ertrag und Umsatzwachstum vor allem bei Standardwerten und Nebenwerten in den Bereichen Technologie, Software und Medizintechnik fündig: "Branchen, die vor großen Veränderungen stehen, eröffnen Chancen auf sogenannte Ten oder Hundred Bagger, also Aktien, die auf das Zehn- oder sogar Hundertfache steigen können."

Ungeachtet dessen, welcher Value-Ansatz in Zukunft am besten abschneiden wird, sollten Anleger im aktuellen Marktumfeld wieder stärker auf wertorientierte Investments setzen. Ausgewählte Fonds sind hier ein gutes Investmentvehikel. Auch wenn sie sich in ihrer Anlagestrategie durchaus unterscheiden, orientieren sie sich bei Parametern wie "stabiler Ertrag" oder "hoher Cashflow" an gemeinsamen Kriterien. Wir stellen vier solcher Produkte vor, außerdem neun Value-Aktien, die unserer Einschätzung nach mit einem besonders guten Renditeprofil überzeugen.

Auf Seite 2: ABC des Value-Investing



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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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