Auch an der Wall Street hat die überraschende Abkehr der Schweizer Notenbank (SNB) vom Euro-Mindestkurs am Donnerstag für Aufregung gesorgt. In einem volatilen Geschäft lagen die US-Börsen-Indizes in den ersten Handelsminuten leicht im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,1 Prozent tiefer auf 17.405 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent nach auf 2007 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq fiel 0,4 Prozent auf 4620 Punkte.

Die SNB wird nun nicht länger am Devisenmarkt Euro kaufen, damit der Kurs der Gemeinschaftswährung nicht unter die Marke von 1,20 Franken rutscht. Sie will damit Handlungsfreiheit zurückgewinnen und argumentiert, die Schweizer Wirtschaft habe in den letzten Jahren Zeit gehabt, sich an einen starken Franken anzupassen. In New York versuchten die Anleger zunächst herauszufinden, was dieser Schritt für den US-Aktienmarkt bedeutet, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management.

Der Kursanstieg des Franken hat zur Folge, dass in Dollar gehandelte Aktien Schweizer Unternehmen günstiger werden. Daher griffen Investoren dort zu. Anders als in Zürich verteuerten sich an der Wall Street UBS um 2,5 Prozent, Credit Suisse um 3,1 Prozent und Novartis um 1,8 Prozent.

Unter den US-Aktien standen Finanzwerte im Blick. Bank of America gaben 3,7 Prozent nach. Das Institut hatte einen deutlichen Ergebnisrückgang bekanntgegeben. Noch stärker fiel der Gewinneinbruch bei Citigroup aus. Der Kurs des Geldhauses sank 2,8 Prozent.

BlackBerry -Aktien fielen an der Nasdaq um 16 Prozent, nachdem der südkoreanische Smartphone-Gigant Samsung Pläne zum Kauf des kanadischen Konzerns dementiert hatte.

Auf Talfahrt befanden sich ebenfalls die Papiere des Elektronikhändlers Best Buy, die 14,3 Prozent an Wert verloren. Investoren reagierten enttäuscht auf die Umsatzprognose des Unternehmens. Aufwärts ging es dagegen mit Target, die 1,6 Prozent anzogen. Der Einzelhändler will sein Kanada-Geschäft schließen.

Die Intel -Aktie tendierte wenig verändert. Der Chipriese sollte nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegen.

Reuters