USA planen nach Syrien-Beschuss keine neuen Angriffe
· Börse Online Redaktion
Auch Assads Verbündeter Russland spitzte die Lage nicht zu. Außenminister Sergej Lawrow nannte den Beschuss zwar "unakzeptabel und gesetzeswidrig".
Sein Vize Sergej Rjabkow sagte aber auch, Moskau sei an einer Zusammenarbeit mit den USA interessiert. Im UN-Sicherheitsrat scheiterte Russland mit dem Vorstoß, den Angriff zu verurteilen. Deutschland steht unterdessen Bundesaußenminister Heiko Maas zufolge als Vermittler für den Friedensprozess in Syrien bereit.
"Ein perfekt ausgeführter Einsatz vergangene Nacht", twitterte Trump. Die drei westlichen Alliierten feuerten in der Nacht zum Samstag nach eigenen Angaben 105 Raketen von Schiffen und Flugzeugen ab. "Wir sind darauf vorbereitet, diese Art Antworten zu geben, bis das syrische Regime den Einsatz verbotener Chemikalien aufgibt", kündigte Trump an. Der Westen wirft Assad vor, für einen Giftgas-Angriff in der Stadt Duma vor einer Woche verantwortlich zu sein, bei dem 75 Menschen starben.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Großbritanniens Regierungschefin Theresa May erklärten, es habe gezielte Angriffe auf Gebäude gegeben, die das syrische Regime zur Produktion von Chemiewaffen nutze. Die USA machten deutlich, dass sie eine Konfrontation mit russischen Kräften verhindern wollten. Die Angriffe seien so geplant worden, dass das Risiko von Opfern unter russischen Einsatzkräften minimal gewesen sei, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford.
Die Luftschläge ändern Beobachtern zufolge kaum etwas an den Kräfteverhältnissen in Syrien. Dort sind Assads Truppen dank russischer und iranischer Hilfe seit Monaten auf dem Vormarsch gegen ein gemischtes Feld von verschiedenen Rebellengruppen.
Assad sagte, der Angriff vergrößere Syriens Entschlossenheit im Kampf gegen "Terrorismus" nur. Russlands Präsident Wladimir Putin warf den USA und ihren Verbündeten vor, die humanitäre Katastrophe in Syrien zu verschlimmern. Der Angriff werde sich verheerend auf die internationalen Beziehungen auswirken. Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei bezeichnete im TV-Sender Al-Manar den Angriff als kriminell.
Widersprüchliche Aussagen gab es über die Auswirkungen des Luftschlags. Den USA zufolge wurde jedes Ziel getroffen und Syriens Chemiewaffen-Programm um Jahre zurückgeworfen. Ein hochrangiger Vertreter eines regionalen Verbündeten Assads sagte Reuters, der Schaden halte sich in Grenzen, weil die Ziele dank russischer Warnungen rechtzeitig geräumt wurden. Der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge wurden die meisten Raketen von Syriens Luftabwehr abgefangen. Der syrischen Agentur Sana zufolge wurden drei Zivilisten verletzt.
Eine von Russland eingebrachte Resolution scheiterte am Samstagabend im UN-Sicherheitsrat. Nur Russland, China und Bolivien stimmten für das Papier, das eine "Verurteilung der Aggression gegen Syrien durch die USA und ihrer Verbündeten in Verletzung internationaler Gesetze und der UN-Charta" vorsah. Acht Länder stimmten gegen die Resolution, vier enthielten sich.
Die drei Alliierten informierten die übrigen 26 Nato-Staaten am Samstagnachmittag über den Beschuss. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte nach einem Treffen am Hauptquartier der Allianz in Brüssel, sie hätten erklärt, dass die Angriffe dazu dienen sollten, den weiteren Einsatz von Giftgas zu verhindern. Die Nato-Mitglieder hätten das Vorgehen unterstützt. Die Allianz war nicht in den Einsatz eingebunden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, die eine deutsche Beteiligung abgelehnt hatte, begrüßte die Strafaktion. Außenminister Maas erklärte, die Bundesregierung werde sich mit Frankreich für die Schaffung eines internationalen Gremiums einflussreicher Staaten einsetzen, das neue Dynamik in den politischen Prozess bringen solle. Zunächst solle ein landesweiter Waffenstillstand erreicht und dann eine dauerhafte Lösung ausgehandelt werden. Deutschland wolle am Sonntag in London mit Großbritannien, Frankreich und den USA über das weitere Vorgehen beraten. Russland solle zu einer konstruktiven Haltung gedrängt werden. In Deutschland löste der Beschuss einen Parteien-Streit aus.
rtr
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