INTERVIEW

Volkswagen-Aktie: Anleger-Anwalt Tilp - Schadenersatz-Forderungen in Milliardenhöhe

Volkswagen-Aktie: Anleger-Anwalt Tilp - Schadenersatz-Forderungen in Milliardenhöhe

WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Volkswagen (VW) AG Vz.

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19.10.2018 - 17:35
08.10.2015 19:57:00

Dem Volkswagen-Konzern droht angesichts des Abgas-Skandals eine Flut von Schadenersatzklagen. Alleine in Deutschland könnten private und institutionelle Anleger Schadenersatz-Forderungen in Milliardenhöhe geltend machen, sagt der auf Kapitalmarkt-Recht spezialisierte Anwalt Andreas W. Tilp. BÖRSE ONLINE sprach mit Tilp über die erste Klage, die Aussichten auf ein Sammelverfahren und die Überlebenschancen des Konzerns. Von Thomas Schmidtutz

Herr Tilp, Sie haben im Rahmen des Abgas-Skandals beim Landgericht Braunschweig gerade eine Schadenersatz-Klage gegen Volkswagen eingereicht. Was werfen Sie dem Konzern konkret vor?


Unsere Kanzlei hat die Klage für einen VW-Aktionär eingereicht. Wir werfen der Volkswagen AG vor, den Kapitalmarkt nicht rechtzeitig über die extrem hohen Risiken aus den von ihr vorgenommenen Abgasmanipulationen informiert zu haben.

Aber Volkswagen hat den Vorwurf einer verspäteten Ad-hoc-Meldung bereits zurückgewiesen?


Diese Zurückweisung nehme ich nicht ernst. Uns liegen belastbare Dokumente vor, nach denen Volkswagen spätestens im Juni 2008 die Absicht zu manipulieren auch in die Tat umgesetzt und damit die Risiken heraufbeschworen hat.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sieht aktuell keinen Zeitdruck und rät möglicherweise geschädigten Anlegern, noch abzuwarten, bis sich die Fakten-Lage etwas aufhellt. Sie sind mit einer konkreten Klage bereits vorgeprescht. Weshalb haben Sie es so eilig?


Unser Mandant hat uns zur Klageeinreichung beauftragt, nachdem Volkswagen eine von ihm gesetzte Frist zur außergerichtlichen Lösung ergebnislos verstreichen lassen hat. Da wir ein Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahren (KapMuG) anstreben, und in dessen Rahmen Fristen zu beachten sind, insbesondere unsere Kanzlei aus Gründen anwaltlicher Vorsicht eine Verjährungsfrist auf den 14. März 2016 notiert hat, besteht entgegen der von uns nicht nachvollziehbaren Auffassung der DSW sehr wohl ein gewisser zeitlicher Druck. Unsere Kanzlei hat genügend Fakten in Form belastbarer Dokumente aus den USA, um Klagen erfolgreich führen zu können. Wenn dem DSW derartige Unterlagen nicht vorliegen, sollte er sich mit öffentlichen Empfehlungen lieber zurückhalten.

Der DSW sollte sich mit öffentlichen Empfehlungen lieber zurückhalten.
Andreas Tilp zur Empfehlung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), wonach Anleger derzeit noch nicht klagen sollten




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Bildquelle: TILP RECHTSANWÄLTE

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