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Volkswagen-Aktie und die HV: Wie die Aussichten für das Papier sind, was Anleger jetzt wissen müssen

Volkswagen-Aktie und die HV: Wie die Aussichten für das Papier sind, was Anleger jetzt wissen müssen

WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Volkswagen (VW) AG Vz.

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24.05.2019 - 18:45
05.05.2018 03:20:00

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen will das Tempo beim laufenden Konzernumbau weiter erhöhen. Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen müsse der Konzern seine Neuausrichtung "nochmals deutlich beschleunigen", sagte der neue Vorstandsvorsitzende Herbert Diess auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. Was Anleger jetzt wissen müssen, was bei der Aktie drin ist. Von Thomas Schmidtutz, Berlin



Zentrale Bedeutung komme dabei dem Kulturwandel im Unternehmen zu, erklärte der neue Volkswagen-Chef. Volkswagen müsse "noch ehrlicher, offener, wahrhaftiger, in einem Wort noch anständiger werden." Dies habe "oberste Priorität", sagte Diess vor rund 2000 Anteilseignern in Berlin. Dazu habe der Konzern mit "Together4Integrity" ein neues Programm auf den Weg gebracht. Zuvor hatte auch Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch vor den Anteilseignern den Kulturwandel als "Kernstück" bei der Bewältigung der Dieselkrise bezeichnet.



Neben der Stärkung der Compliance-Abteilung, die auf die Einhaltung der Regeln im weitverzweigten Konzern achtet, solle auch das anonyme Hinweis-Gebersystem ("Whistleblower") ausgebaut werden. Damit kommt der Konzern auch den Forderungen des US-Aufsehers Larry D. Thompson nach, der nach der Einigung des Konzerns im Zuge des Dieselskandals in den USA eingesetzt wurde und sehr weitreichende Prüf- und Aufsichtsrechte bei Volkswagen hat.


Großaktionäre und Kleinanleger zeigten sich in der Generaldebatte unzufrieden mit der Bewältigung der Dieselkrise. Der Aufklärungselan bei Volkswagen habe deutlich nachgelassen, monierten zahlreiche Sprecher.

Zudem kritisierten Investoren die Besetzung des Aufsichtsrats. "Statt eines unabhängig besetzten Kontrollgremiums, setzt sich der Aufsichtsrat immer noch aus den Vertretern der Großaktionäre - mit dem ehemaligen Finanzvorstand an der Spitze - zusammen", bemängelte etwa Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS mit Blick auf Pötsch. Für Unmut sorgte auch die geplante Wiederwahl von Wolfgang Porsche und die Nachwahl von Marianne Heiß in den Aufsichtsrat. Porsche ist Sprecher der Mehrheitseigner. Heiß arbeitete bisher beim Werbekonzern BBDO. Das Unternehmen verantwortet die Werbung von VW.

Diess warb vor den Aktionären zugleich für den geplanten Umbau des Konzerns. Nach den Mitte April vorgestellten Plänen soll der Konzern künftig in sechs operative Einheiten sowie China unterteilt werden. So sollen VW, Skoda, SEAT, VW Nutz sowie Moia künftig in der Gruppe Volumen gebündelt werden und von Diess in Personalunion geführt werden. Die Premium-Gruppe besteht aus Audi und der Porsche Holding Salzburg. Porsche. Bentley, Bugatti und Lamborghini sollen in der Super Premium-Gruppe geführt werden. Das Nutzfahrzeug-Geschäft um Scania und MAN soll mittelfristig kapitalmarktfähig sein. Hier liebäugelt der Konzern laut Presseberichten offenbar auch mit einem Börsengang im ersten Quartal 2019. In den beiden weiteren Einheiten sollen das Komponentengeschäft sowie die Finanzdienstleistungen gebündelt werden.

Konzern denkt über Ausgliederung von Randbereichen nach



Im Zuge des laufenden Umbaus denkt der Konzern auch über eine Ausgliederung von Randbereichen nach. Für Nicht-Kerngeschäfte werde man "belastbare Zukunftsperspektiven finden", sagte Diess mit Blick auf die Motorrad-Marke Ducati, MAN Diesel & Turbo (Schiffsdiesel) sowie Renk (Getriebe). Analysten hatten in den vergangenen Monaten immer wieder über mögliche Verkäufe dieser Bereiche spekuliert und dabei auf fehlende Synergien verwiesen.

Mit Blick auf das laufende Geschäft bekräftigte Diess die jüngste Prognose des Konzerns. Danach soll der Umsatz im laufenden Jahr um bis zu fünf Prozent steigen. Beim operativen Ergebnis peilt Volkswagen weiterhin eine Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent an.

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Bildquelle: Thomas Schmidtutz für Finanzen Verlag

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