Volkswagen-Aktie: VW-Finanzsparte trotzt "Dieselgate" mit Gewinnplus
· Börse Online Redaktion
Die zurückgenommenen Leasing-Modelle lassen sich angesichts der Verunsicherung vieler Kunden voraussichtlich nicht mehr zu den Preisen weiterverkaufen, mit denen Volkswagen kalkuliert hat. Im Neugeschäft hat der Wolfsburger Konzern deshalb eine "Vertrauensoffensive" gestartet. Verlängerte Garantien, die Übernahme von Wartungskosten und Sonderfinanzierungen sollen helfen, die Restwerte zu stabilisieren. Die Finanztochter in den USA, VW Credit, ist nicht Teil von VWFS. Sie hat laut Santelmann weitere 96 Millionen Euro abgeschrieben. Er hatte im Oktober Frank Witter abgelöst, der zum Finanzchef des Konzerns aufgerückt war.
Für den möglicherweise drohenden Rückkauf von Tausenden Fahrzeugen, die die geforderten Emissionswerte nicht erfüllen, seien noch keine Rückstellungen gebildet worden, erklärte VWFS. Die Lage sei noch zu wenig klar.
Gegenwind spürt VWFS auch in Schwellenländern wie Russland, Indien und Brasilien. Dort bröckelt die Nachfrage nach VW-Fahrzeugen. Die Risikokosten hätten sich vor allem deswegen schon im vergangenen Jahr auf 1,38 Milliarden von 680 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Für das laufende Jahr gibt sich VWFS deshalb vorsichtiger: Der operative Gewinn soll aber auf jeden Fall über den 1,7 Milliarden liegen, die die Finanztochter 2014 zum Konzerngewinn beigesteuert hatte. Finanzchef Frank Fiedler fürchtet dann auch steigende Refinanzierungskosten, nachdem die Ratingagenturen S&P und Moody's im Zuge des Skandals die Bonitätsnote gesenkt hatte. 2015 habe sich das noch nicht ausgewirkt, 2016 könne sich das aber ändern, sagte Fiedler. Trotzdem werde die Finanz-Sparte noch im ersten Halbjahr am Anleihe-Markt aktiv werden.
Insgesamt verwaltete VWFS zum Jahresende 16,6 Millionen Kredit-, Leasing-, Versicherungs- und Wartungsverträge. Das Neugeschäft wuchs um fünf Prozent auf 6,8 Millionen Verträge. Vor allem das Versicherungsgeschäft legte deutlich zu.
Reuters
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