Nach dem starken Kursanstieg seit dem Zwischentief vom August 2019 sind die Analysten bei der Baader Bank der Meinung, dass klarere Anzeichen einer weiteren Verbesserung der Fundamentaldaten für eine anhaltende Aktienmarktrallye entscheidend sind, weil die Bewertungen inzwischen etwas gedehnt seien.

Da die Unternehmen weiter zu zögern scheinen, ihre vorsichtige Haltung in Bezug auf Lagerbestände und Investitionen umzukehren, bleibt man der Ansicht, dass eine nennenswerte Erholung des globalen Wachstums einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Während das hauseigene Szenario einer eher verzögert einsetzen Konjunkturerholung gute Kursaussichten auf Sicht der nächsten sechs bis zwölf Monate verspreche, könnte zunächst erst noch eine Verschnaufpause bei der Kursentwicklung anstehen, bevor ab dem Frühjahr überzeugendere Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung sichtbar werden sollten.

Vor diesem Hintergrund bleibt die Baader Bank für die mittelfristigen Aussichten an den Aktienmärkten konstruktiv gestimmt, zieht es aber vor, bei Einzelaktienwetten vorerst breit diversifiziert zu bleiben, indem man sich auf Aktien mit intrinsischen Auslösern oder strukturellem Wachstumschancen konzentriert.

Die besten Aktienideen der Baader Bank für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), sind in der so genannten Top-Pick-Liste enthalten. Diese kommen seit der Auflage am 07. Januar 2013 auf ein Plus von 227,6 Prozent, was einer deutlich besseren Wertentwicklung verglichen mit dem Gesamtmarkt entspricht.

Wir stellen nachfolgend aus der aktuellen Favoritenliste fünf deutsche Aktien vor. In der Spitze bewegen sich hier die Kursziele um fast 67 Prozent über den aktuellen Notierungen.

Deutschen Post-Aktie


Bei der Vorstellung von fünf Favoriten aus den Top Picks der Baader Bank machen wir den Auftakt mit den Aktien der Deutschen Post DHL. Dem im DAX enthaltenen Logistik- und Postunternehmen traut man einen Kursanstieg bis auf 40,00 Euro zu. Damit die Rechnung aufgeht, müsste dieser Titel gemessen an der aktuellen Notiz von 33,23 Euro um gut 20 Prozent zulegen.

Laut dem zuständigen Analysten Christian Obst befindet sich der Titel auf der hauseigenen Favoritenliste, weil man zuversichtlich ist, dass der Konzern seine Ziele für 2020 erreichen kann. Außerdem geht er davon aus, dass die Gesellschaft mehr als die Mindestvorgaben bis zum Jahr 2022 erfüllen kann. Sollte diese Annahme als richtig erweisen und sich diese Haltung auch stärker am Markt durchsetzen, sei mit steigenden Bewertungsmultiplikatoren zu rechnen. Obst hält dabei auf Basis seiner Ergebnisschätzungen für 2021 ein KGV von rund 15 für angemessen.

Bei einem Kapitalmarkttag am 1. Oktober 2019 habe das Unternehmen seine Finanzziele erläutert und für das dritte Quartal 2019 seien die erwarteten Ergebnisse abgeliefert worden. Das Management habe erneut bestätigt, dass es im Jahr 2020 ein EBIT von fünf Milliarden Euro erreichen und den Betriebsgewinn in den folgenden zwei Jahren auf über 5,3 Milliarden Euro steigern kann. Der kombinierte freie Cashflow sollte zwischen 2020 und 2022 eine Spanne von 4,5-5,5 Milliarden Euro erreichen. Obst selbst kommt bei seinen Berechnungen beim EBIT auf über 5,5 Milliarden Euro und beim freien Cashflow auf über 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2022.

Der Bereich Express bleibe das Rückgrat des EBITs des Unternehmens. Obst geht davon aus, dass Post + Paket Deutschland (P&P) die angestrebte EBIT-Steigerung durch Umstrukturierungsmaßnahmen in Verbindung mit einem steigenden Paketvolumen und höheren Durchschnittspreisen erreichen kann. Der Großteil der Verbesserung von P&P sollte durch Selbsthilfemaßnahmen erreicht werden. Die Supply Chain sollte weiter wachsen und die branchenführenden Margen verteidigt werden können. Die Spedition werde ihre Konversionsrate weiter verbessern.

DP DHL betreibe zwei führende internationale Netzwerke in den Bereichen Express und Global Freight Forwarding. Man stehe an erster Stelle und sei im globalen Supply-Chain-Geschäft margenführend. Auf der Grundlage dieser etablierten Netzwerke investiere man hauptsächlich in Qualitäts- und Effizienzsteigerungen durch die Ausbildung von Mitarbeitern und die Digitalisierung.

Die Schätzreihe für den Gewinn je Aktie von 2019 bis 2021 sieht wie folgt aus: 2,15 Euro, 2,51 Euro und 2,62 Euro. Auf letztgenannter Basis ergibt sich ein geschätztes KGV von 12,7. Hinzu kommt die Erwartung, dass die Dividende von 1,15 Euro je Aktie für 2018 in den Jahren 2019 bis 2021 um jeweils fünf Cent angehoben wird. Damit winkt auch eine relativ respektable Dividendenrendite.

Charttechnik


Der Aktienkurs der Deutschen Post hatte von März 2009 bis Dezember 2017 seine beste Zeit. Stieg die Notiz in dieser Zeit doch von 6,65 Euro auf 40,99 Euro. Ansonsten ist das langfristige Chartbild aber vor allem auch von einigen Richtungswechseln geprägt. Nach einer ausgeprägten Korrekturbewegung im Anschluss an das zuvor genannte Rekordhoch war der Titel im Vorjahr auf Erholungskurs eingeschwenkt. Allerdings konnte dieser in diesem Jahr bisher nicht fortgesetzt werden. Unter dem Strich ist dadurch das Chartbild derzeit irgendwie weder Fisch noch Fleisch.

Profil


Die Deutsche Post AG ist ein weltweit führender Post- und Logistik-Konzern. Das Unternehmen stellt Logistiknetze für die globalen Post- und Warenströme sowie die damit verbundenen Informations- und Finanzaktivitäten bereit. Mit den Konzernmarken Deutsche Post und DHL verfügt die Gesellschaft über ein einzigartiges Leistungsspektrum rund um Logistik und Kommunikation (Paket-, Express-, Briefgeschäft). Zudem enthält das Angebot einfach zu handhabende Standardprodukte wie auch maßgeschneiderte Lösungen, die vom Dialogmarketing bis hin zur industriellen Versorgungskette reichen.

Die Deutsche Post unterstützt ihre Kunden in der Verteilung von Presseerzeugnissen sowie Werbe- und Katalogsendungen und bietet Gesamtlösungen für die Unternehmenskommunikation. Über den reinen Transport hinaus werden auch Zusatzleistungen erbracht und beispielswiese Software zur Adressverwaltung oder zur Verwaltung von Verteilgebieten von Postwurfsendungen bereitgestellt. Ende 2016 übernahm der Konzern den britischen Post- und Logistikdienstleister UK Mail.

Zalando-Aktie


Unter den Top-Picks der Baader Bank ist auch der Online-Versandhändler Zalando zu finden. Der zuständige Analyst Volker Bosse hat eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 56,00 Euro versehen. Das heißt, bei einer aktuellen Notiz von 47,74 Euro hat dieser Wert theoretisch 17,3 Prozent Luft nach oben.

Wie es zur Begründung für das positive Anlageurteil allgemein heißt, hat sich Zalando mit mehr als drei Milliarden Webshop-Besuchern pro Jahr, einem Besucheranteil von 79 Prozent über mobile Geräte, geschätzten mehr als 32 Millionen heruntergeladenen Shopping-Apps und mehr als 30 Millionen aktiven Kunden als die europäische Online-Mode-Shopping-Anlaufstelle weit vor seinen Mitbewerbern positioniert.

Mit der Einführung seiner auf Provision basierenden Plattformstrategie sei Zalando zu einem marktführenden Modemarktplatz geworden. Dies erhöhe die Marktrelevanz von Zalando, indem die Anzahl der Produkte und Transaktionen erhöht werde, während gleichzeitig der Kapitalbedarf und die Bestandsrisiken der Gruppe reduziert werden konnten.

Nach Ansicht von Bosse ist das Partnerprogramm margensteigernd. Zalando rechnet damit, das Brutto-Warenvolumen, das durch das Partnerprogramm der Gruppe generiert wird, auf bis zu 40 Prozent (Geschäftsjahr 2018: zehn Prozent) erhöhen zu können. Darüber hinaus begrüßt er, dass Zalando in einigen Ländern Mindestbestellschwellen eingeführt hat, um die Margen der Gruppe zu stabilisieren.

Zudem hat der Analyst den Eindruck, dass sowohl ZFS (Zalando Fulfillment Services) als auch ZMS (Zalando Marketing Services) vom Markt immer noch unterschätzt werden. ZFS schaffe aber eine bessere Auftragsökonomie (durch die Bündelung von mehr Produkten in einem Paket) und inkrementelle Service-Erlösquellen für Zalando. ZMS wiederum schaffe Markentreue und margenstarke Ergebnisbeiträge. ZFS und ZMS erfreuten sich eines sehr starken Wachstums (wenn auch von einer niedrigen Basis aus) und würden Zalando helfen, sein Angebot von anderen Wettbewerbern auf dem Markt zu differenzieren. Alles in allem erwartet Bosse, dass diese Initiativen zukünftige Verbesserungen der bereinigten EBIT-Marge bringen werden.

Zur Bewertung heißt es, auf Höhe des genannten Kursziels von 56,00 Euro würde Zalando mit einem 1,7-faachen Multiplikator beim Verhältnis von Unternehmenswert zum Umsatz gehandelt werden, was dem durchschnittlichen Satz bei den Konkurrenten entspreche.

Charttechnik


Die Aktien von Zalando sind seit 2014 börsennotiert. Seitdem bewegte sich der Kurs in einer Spanne von 17,10 Euro bis 49,87 Euro. Letztgenannte Bestmarke stammt vom Juli 2018. Das heißt, seitdem konnte die Notiz nicht mehr zulegen. Immerhin ist es aber gelungen, eine um die Jahreswende 2018/19 erlittene Kursdelle weitgehend wieder auszubügeln. Ein neues klares prozyklisches charttechnisches Kaufsignal würde aber erst ein Vorstoß auf neue Kursrekorde bringen. Die Chancen dafür stehen derzeit jedoch nicht schlecht.

Profil


Zalando ist ein Online-Versandhändler für Schuhe und Mode. Zalando’s Angebot für Damen, Herren und Kinder reicht von bekannten Trendmarken bis hin zu gefragten Designerlabels. Insgesamt arbeitet Zalando mit über 1.500 Markenherstellern zusammen. Neben Schuhen und Bekleidung gehören Accessoires, Beauty-Produkte und Sportartikel zum Sortiment.

Das Unternehmen wurde 2008 gegründet. Nach dem großen Erfolg in Deutschland werden seit 2009 auch europäische Nachbarländer beliefert. Gestartet wurde mit Österreich (2009), es folgten die Niederlande und Frankreich (beide 2010). 2011 kamen Italien, Großbritannien und die Schweiz hinzu. Seit 2012 ist Zalando auch in Schweden, Belgien, Spanien, Dänemark, Finnland, Polen, Norwegen und Luxemburg (2013) online.

All for One Group-Aktie


Als dritten Wert aus der Empfehlungsliste der Baader Bank stellen wir die Aktien der All for One Group vor. Hier hat man eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 77,00 Euro versehen. Das heißt, diese Zielvorgabe für das Consulting- und IT-Haus bewegt sich um gut 50 Prozent über der aktuellen Notiz von 51,20 Euro.

Wie der zuständige Analyst Knut Woller erläutert, hat das Unternehmen seine Ziele für das Gesamtjahr 2018/19 erreicht, die allerdings mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des 3. Quartals 18/19 gesenkt worden waren. Konkret sei letztlich ein Umsatzwachstum von acht Prozent auf 359,2 Millionen Euro herausgesprungen und ein bereinigtes EBIT von 19,8 Millionen Euro (minus vier Prozent), was einer Marge von 5,5 Prozent entspreche.

Für 2019/2020 erwarte die Gesellschaft nun einen Umsatz in der Größenordnung von 375-385 Millionen Euro (plus 4-7 Prozent) und ein EBIT von 20,0-22,0 Millionen Euro (Marge: 5,3-5,7 Prozent; Mittelpunkt: 5,5 Prozent). Der Grund für die Annahme eines vergleichsweise niedrigen organischen Umsatzwachstums sei eine weiterhin vorsichtige Sichtweise in Bezug auf Lizenzen, die in den nächsten drei bis fünf Jahren auf rund 30 Millionen Euro zurückgehen dürften. Darüber hinaus erwarte das Unternehmen für 2022/23 unveränderte Einnahmen in der Größenordnung von 550-600 Mio. EUR und eine EBIT-Marge von mehr als sieben Prozent.

Die EBIT-Margen der All for One Group seien von 8,0 Prozent im Jahr 2014/15 auf 3,5 Prozent (5,5 Prozent bereinigt um Einmaleffekte in Höhe von 7,2 Millionen Euro) im Jahr 2018/19 zurückgegangen, was die Investitionen des Unternehmens in die Umgestaltung seines Geschäftsmodells widerspiegele. Bosse rechnet mit einem Anstieg der EBIT-Margen von 5,7 Prozent im Jahr 2019/20 auf 6,8 Prozent im Jahr 2021/22. Allerdings sollten die Investoren angesichts der Spillover-Effekte aus dem Abschluss der Transformation des Unternehmens auch im 1. Quartal 2010 noch mit Margendruck rechnen, wobei anschließend dann eine allmähliche Erholung zu erwarten sei.

Angesichts des erwarteten Szenarios einer Erholung der EBIT-Margen hält die Baader Bank die Bewertung der All for One Group auf dem derzeitigen Niveau für attraktiv. Jedenfalls sei die Aktie mit einem erheblichen Abschlag auf ihren im Dezember 2015 erreichten Spitzenwert beim Multiplikator von 1,4 beim geschätzten Verhältnis von Unternehmenswert zum Umsatz versehen (das Unternehmen erreichte 2014/15 eine EBIT-Marge von 8,0 Prozent). Das genannte Kursziel basiert auf einem EV/Umsatz-Multiplikator von 1,0x, basierend auf den Schätzungen für 2020/21, wo Bosse erwartet, dass das Unternehmen eine EBIT-Marge von 6,2 Prozent erreichen wird.

Charttechnik


Für die Aktionäre der All for One Group lief es von März 2009 bis November 2015 traumhaft. Stieg der Kurs ihrer Aktien damals doch von 1,50 Euro auf 75,67 Euro. Allerdings war anschließend dann auch der Ofen aus und bis August 2019 fiel der Kurs bis auf 37,20 Euro zurück. Davon konnte sich die Notiz zuletzt zwar wieder absetzen, momentan steckt der Titel aber nach wie vor in einem mehrjährigen Seitwärtstrend.

Profil


Die All for One Group AG ist ein schwerpunktmäßig in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätiger branchenfokussierter SAP-Komplettdienstleister für den Mittelstand. Das Unternehmen betreut Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilzulieferindustrie, der Konsumgüterindustrie, dem Technischen Großhandel und dem projektorientierten Dienstleistungsumfeld.

Das Portfolio des SAP Gold Partners umfasst Komplettlösungen und Leistungen entlang der gesamten IT-Wertschöpfungskette: die Angebote reichen von SAP-Branchenlösungen bis hin zu Outsourcing und Application Management. Als One-Stop-Shop für alle Services rund um SAP betreut die All for One Group AG über 2.000 Kunden. Das Unternehmen integriert seine Tätigkeiten in einem einzigen Geschäftssegment. Auf der Hauptversammlung im März 2019 wurde die Umfirmierung des Unternehmens in All for One Group AG beschlossen.

Bayer-Aktie


Bei den Aktien von Bayer glaubt die Baader Bank weiter fest daran, dass das Life-Science-Unternehmen einen Kurs von 123,00 Euro erreichen kann. Das bringt auch diesen DAX-Titel auf die Favoritenliste des Instituts. Konkret verspricht diese Vorgabe gemessen am aktuellen Kurs von 77,60 Euro einen Anstieg von 58,5 Prozent.

Nach Einschätzung des zuständigen Analysten ist Bayer nur noch wenige Wochen von einem Vergleich beim laufenden Glyphosat-Vergleichsprozess entfernt. Den hauseigenen Untersuchungen zufolge lagen die durchschnittlichen Vergleichszahlungen anderer Sammelklagen in den USA bei etwa 200.000 Dollar pro Kläger. Unterstelle man 500.000 Ansprüche ergebe sich daraus eine mögliche Barabfindung von insgesamt rund 10 Milliarden Euro, falls man pro Kopf sogar 200.000 Euro unterstelle und nicht Dollar.

Wie bereits in unserem ausführlichen Bayer-Bericht vom September 2018 geschätzt, dürfte laut Mayer ein realistischer Vergleichsbetrag nicht über zwölf Milliarden Euro liegen. Nach seiner Einschätzung liegt der Konsens der Bayer-Analysten bei rund elf Milliarden Euro. Da Bayer seit dem ersten verlorenen Glyphosat-Fall mehr als 30 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung verloren habe, sollte jede Vergleichszahlung unter 20 Milliarden Euro zu einer positiven Reaktion des Aktienkurses führen. Wenn ein Vergleich in Höhe von etwa zehn Milliarden Euro unterzeichnet werde (wie von Bloomberg berichtet), sollte sich der Kurs der Bayer-Aktie schnell über die Marke von 90 Euro bewegen.

Nach den Schätzungen von Mayer notiert Bayer auf Basis der Schätzungen für 2020 mit einem KGV von rund zehn und das Verhältnis von Unternehmenswert zum EBITDA für 2021 bewegt sich beim rund achtfachen. Das stelle einen Abschlag von mehr als 40 Prozent auf die langfristige Durchschnittsbewertung von Bayer dar. Der Abschlag verglichen mit Vergleichsunternehmen sei sogar noch höher und beides zusammen deute auf eine erhebliche Unterbewertung hin.

Lege man den von Bayer für 2019-2022 abgestrebten freien Cashflow von insgesamt 23 Milliarden Euro (das heißt fast sechs Milliarden Euro pro Jahr) zugrunde, dann handele der Wert mit einer freien Cashflow-Rendite von rund acht Prozent p.a., was zusammen mit einer rund vierprozentigen Dividendenrendite sehr attraktiv sei.

Selbst wenn Bayer einen Glyphosat-Vergleich in Höhe von rund 20 Milliarden Euro unterzeichne, sei die Dividende nicht gefährdet, da 1) wie in anderen großen Studien (z.B. Tabak) der volle Betrag über mehrere Jahre verteilt werden dürfte und 2) die Veräußerung des Tiergesundheitsgeschäfts für 7,6 Milliarden Dollar und die Veräußerung von Currenta für 1,3 Milliarden Euro einen großen Teil der für den Vergleich erforderlichen potenziellen Barmittel refinanzieren könnte.

Charttechnik


Der von 2003 bis 2015 stark gestiegene Aktienkurs von Bayer erlitt im Anschluss an das zuvor genannte Rekordhoch einen deutlichen Schwächeanfall. Im Zwischentief kostete der Titel im Juni 2019 nur noch 52,53 Euro. Seitdem geht es aber wieder aufwärts und ein frisch markiertes 52-Wochenhoch sprechen derzeit dafür, dass sich die Erholung noch weiter fortsetzen kann.

Profil


Die Bayer AG ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Gesundheit und Agrarwirtschaft. Das breite Sortiment an Produkten und die Forschungsschwerpunkte des Konzerns sind auf die Gesundheitsversorgung, den Pflanzenschutz und die Schädlingsbekämpfung ausgerichtet. Das operative Geschäft ist dabei in die Bereiche Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science inklusive Animal Health untergliedert.

Das Produktangebot erstreckt sich von verschreibungspflichtigen Medikamenten über Aspirin, Alka-Seltzer und anderen Schmerzmitteln, Dermatologika, Vitaminen, Blutzuckermessgeräten und Injektionssystemen bis hin zu Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie Produkten für Nutz- und Haustiere.

Des Weiteren forscht die Bayer AG unter anderem an der Entwicklung neuer Medikamente in den Bereichen Herz-Kreislauf und verwandte Erkrankungen, Onkologie und gynäkologische Therapien. Ende 2016 gliederte Bayer sein MaterialScience-Segment um High-End-Werkstoffe aus und notierte es als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Covestro an der Börse. Mitte September 2016 unterzeichneten Bayer und der US-amerikanische Agrarkonzern Monsanto eine Fusionsvereinbarung.

Wirecard-Aktie


In der Liste mit den Top Picks der Baader Bank stellen die Aktien von Wirecard den Titel dar, den man bei der Drucklegung der Favoritenliste das größte Kurspotenzial zugetraut hat. Aktuell ergibt sich bei einer Notiz von 144,00 Euro gemessen am Kursziel von 240,00 Euro die Chance auf einen Anstieg von hohen 66,7 Prozent.

Laut dem zuständigen Analysten Knut Woller ist das Augenmerk der Marktteilnehmer primär auf die Ergebnisse der Sonderprüfung von KPMG gerichtet. Die damit verbundenen Ergebnisse dürften bis zum etwa Ende des ersten Quartals bekanntgegeben werden.

Wenn demnächst die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal präsentiert werden, wäre eine Fortsetzung des sich beschleunigenden organischen EBITDA-Wachstums aber ebenfalls eine starke Signalwirkung aus Investorensicht. Denn das wäre ein Hinweis darauf, dass die von der Financial Times dem Unternehmen vorgeworfenen Bilanzierungsmängel keine negativen Auswirkungen auf das operative Geschäft von Wirecard haben.

Bei der vom Unternehmen abgehaltenen Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2019 sei davon die Rede gewesen, dass für das zweite Halbjahr 2019 mit einer stark überdurchschnittliche Entwicklung bei den neuen Auftragsbuchungen verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 zu rechnen sei, weil nach dem Halbjahresultimo große Verträge unterzeichnet worden seien. Daher hätte eine effektiv gemeldete solide Zahl nach Meinung von Woller eine beruhigende Wirkung auf die Anleger.

In der Schätzreihe der Baader Bank zum angepassten Gewinn je Aktie von Wirecard stehen 2,81 Euro für 2018 angeschrieben. Für 2019 bewegt sich die Prognose bei 4,50 Euro je Anteilsschein. Für das laufende und das kommende Jahr betragen die Prognosen 6,21 Euro bzw. 8,60 Euro je Aktie. Auf letztgenannter Basis ergibt sich ein geschätztes KGV von 16,7.

Charttechnik


Beim Blick auf das langfristige Chartbild bei Wirecard sind in erster Linie drei Dinge entscheidend. Das ist einerseits der langgezogene Anstieg von Februar 2003 bis September 2018, als der Kurs von 0,77 Euro auf 195,75 Euro stieg, denn dieser ist seitdem beendet. Andererseits ist wichtig, dass sich an die zuvor skizzierte Hausse eine Korrektur breit gemacht hat. Vor allem aber ist es wichtig, dass der Titel nach den jüngsten Gewinnen an den mittelfristigen Abwärtstrend herangelaufen ist. Ein Sprung darüber - und nur das - würde den Wert charttechnisch mit einem Schlag in einem wieder viel besseren Licht als zuletzt erscheinen lassen.

Profil


Die Wirecard AG ist einer der führenden internationalen Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen. Weltweit unterstützt Wirecard über 20.000 Kunden aus unterschiedlichen Branchen bei der Automatisierung ihrer Zahlungsprozesse und der Minimierung von Forderungsausfällen. Die Wirecard Bank AG bietet Konten- und Kreditkarten-Dienstleistungen sowohl für Geschäfts- als auch Privatkunden und ist Principal Member von VISA, MasterCard und JCB und als Kreditkarten-Acquirer weltweit aktiv.

Der Internetbezahldienst Wirecard ermöglicht Konsumenten sicheres Bezahlen bei Millionen von MasterCard Akzeptanzstellen. Zusätzlich können registrierte Nutzer in Echtzeit untereinander Geld versenden oder empfangen. Darüber hinaus bietet die Wirecard-Gruppe über die eigene Bank Lösungen in den Bereichen Corporate Banking, Prepaid- bzw. Co-branded-Karten- sowie Konten-Produkte; sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden.