Wirecard-Finanzvorstand Alexander von Knoop im Interview: "Wir zeigen, was technisch geht"
· Börse Online Redaktion
Alexander von Knoop: Der Markt für digitale Zahlungen und Banking steht immer noch ganz am Anfang und hat noch so viel Potenzial. Wir glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um zu zeigen, was technisch möglich ist.
Welchen Stellenwert hat das Private-Banking-Segment künftig im Konzern?
Unser Privatkundengeschäft wird immer größer. Boon ist dabei unsere Privatkundenmarke, über die Nutzer ihren kompletten finanziellen Alltag verwalten können. Neben Bezahldiensten werden wir künftig auch den Bereich Banking sowohl auf der Privatkunden- als auch auf der Geschäftskundenseite ausbauen. Weitere Mehrwertdienste wie Versicherungen, Loyalty--Funktionen und Mobilitätsdienste werden hinzukommen und eine immer größere Rolle spielen.
In den vergangenen Monaten haben Bilanzfälschungsvorwürfe die Schlagzeilen beherrscht. Wirecard hat die Wirtschaftsprüfer von KPMG mit einer Sonderprüfung -beauftragt. Wann gibt es erste Ergebnisse?
Die Untersuchung durch KPMG wird unverzüglich beginnen, die Ergebnisse werden so schnell wie möglich veröffentlicht. Ziel ist es, alle Vorwürfe umfassend und unabhängig aufzuklären. Wir wollen zeigen, dass Wirecard nichts zu verbergen hat und dem Markt zusätzliches Vertrauen geben.
Sie veröffentlichen am 6. November die Quartalszahlen. Wie lief das dritte Quartal?
Unser operatives Geschäft läuft hervorragend, leistungsstarke Partnerschaften mit Milliardenpotenzial tragen dazu bei. Aus diesem Grund haben wir erst kürzlich unsere Vision 2025 angehoben und gehen für das Jahr 2025 von einem Transaktionsvolumen von mehr als 810 Milliarden Euro, einem Konzernumsatz von mehr als 12 Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 3,8 Milliarden Euro aus.
Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen
Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanzkatastrophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Galbraith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.
Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6