Superinvestor Bill Gross enttäuscht bei Briefmarken
· Börse Online Redaktion
Das teuerste Objekt, ein Viererblock aus dem Jahr 1869, brachte nur 625.000 Dollar ein. Der Schätzwert hatte 750.000 bis eine Million Dollar betragen. Ein weiteres teures Objekt, ein Brief aus dem Jahr 1851 mit Marken aus den USA und Kanada, wurde mangels geeigneter Gebote überhaupt nicht verkauft. Der Schätzpreis reichte hier von 600.000 bis 800.000 Dollar. Zweitteuerstes verkauftes Objekt war eine blaue Zwei-Cent-Marke aus Hawaii, die 525.000 Dollar einbrachte. Sie war für 500.000 bis 750.000 Dollar angesetzt.
Gross gründete die Investmentfirma Pimco, die inzwischen zum deutschen Versicherer Allianz gehört, und managte jahrzehntelang den legendären Fonds "Pimco Total Return". Man trennte sich 2014 im Streit, inzwischen arbeitet Gross für den wesentlich kleineren Vermögensverwalter Janus Capital. Zugleich ist Gross ein begeisterter Briefmarkensammler: Kein Privatmann hat eine so umfangreiche Kollektion von US-Werten wie er. Der erste Teil dieser Zusammenstellung kam nun unter den Hammer, weitere Versteigerungen sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren folgen.
Gross akquirierte den Kern seiner Kollektion 1993, als viele seltene Stücke, die dem japanischen Bankchef Ryohei Ishikawa gehört hatten, auf den Markt kamen. Über die Jahre schlug er bei jeder bedeutenden Sammlung zu, die auf den Markt kam. Die gesamte Kollektion ist auf 42,2 Millionen Dollar (36,7 Millionen Euro) taxiert. Das ergibt sich aus Gerichtsakten vom Oktober 2017, als Gross sich von seiner Frau Sue scheiden ließ. Damals wurden alle Wertgegenstände erfasst. Der aufsummierte Einkaufspreis der Kollektion ist nicht bekannt.
Finanzknappheit ist definitiv nicht der Grund, warum Gross nun verkauft. Zwar ist sein Vermögen nach Berechnungen des Magazins "Forbes" binnen Jahresfrist erheblich geschrumpft (offensichtlich wegen der Scheidung), es beträgt allerdings immer noch 1,5 Milliarden Dollar. Außerdem hat Gross angekündigt, den gesamten Auktionserlös - wie schon bei früheren Briefmarkenverkäufen - an wohltätige Organisationen zu spenden. Der Investor selbst begründet seine Entscheidung in einer Stellungnahme so: "Ich habe immer gedacht, dass ich ein zeitweiser Verwalter dieser Schätze bin und dass eines Tages andere die Gelegenheit, Ehre und Verantwortung haben sollten, die neuen Besitzer zu werden."
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