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CFDs - Riskanter Spaß: Strengere Regeln, Tipps für den Handel

CFDs - Riskanter Spaß: Strengere Regeln, Tipps für den Handel

WKN: A0J2VP ISIN: GB00B14SKR37 CMC Markets PLC

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09.07.2020 - 16:22
23.04.2019 03:20:00

Die Finanzaufseher haben die strengen Regeln für CFDs im Februar verlängert und ­könnten sie dauerhaft etablieren. Das schadet dem Geschäft der Anbieter. Von Oliver Ristau und Andreas Höß, Euro Magazin

Mit Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFD) ist es ein bisschen wie mit dem Rauchen. Ähnlich wie auf den Zigarettenpackungen gibt es auch bei CFDs neuerdings einen Warnhinweis. Der Handel mit ihnen schadet zwar nicht direkt der Gesundheit, dafür aber dem Kontostand. "81 Prozent der Kleinanleger verlieren Geld beim CFD-­Handel mit diesem Anbieter", ist auf der Internetseite des Weltmarktführers im CFD-Trading, IG Markets, zu lesen. Bei Wettbewerbern sieht es nicht anders aus: Bei CMC Markets sind es 80 Prozent, bei Markets.com 76 Prozent. Und weiter: "Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren."

Verantwortlich für den Risikohinweis ist die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA aus Paris, die den Anbietern im August 2018 zusammen mit den nationalen Finanzaufsehern gehörig auf die Finger geklopft hat - aus Anlegerschutzgründen, wie es bei den Behörden heißt. Neben dem Hinweis auf das Verlustrisiko haben die Aufseher um ESMA-Chef Steven Maijoor auch die Hebel gekappt, die viele CFD-Anleger gelockt hatten. Sie hatten es ermöglicht, auch bei kleinen Kursbewegungen dicke Gewinne einzufahren - oder eben große Verluste, weshalb es bis vor einiger Zeit sogar möglich war, mehr Geld zu verlieren, als überhaupt auf dem CFD-Konto war. Waren bis dato je nach Produkt Hebel von bis zu 500 erlaubt, ist nun bei 30 Schluss. Für Aktien-CFDs müssen zudem mindestens 20 Prozent des bewegten Kapitals hinterlegt werden, bei Kryptowährungen sogar die Hälfte (zur Funktionsweise von CFDs siehe Seite 3).

Die Behörde hatte die Regelungen zunächst nur für drei Monate erlassen, diese aber mittlerweile zweimal verlängert, zuletzt zum 1. Februar 2019. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) machte gegenüber €uro klar, dass die vorläufigen Beschlüsse immer wieder um drei Monate verlängert werden könnten, solange sich aus Behördensicht nichts Grundsätzliches an den Risiken für Anleger ändere. Eine finale Frist gebe es nicht. Allerdings strebten die "nationalen Regulierer eine dauerhafte Lösung an".

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Kleinere Hebel bedeuten weniger Geschäft: Nach Erkenntnissen der ESMA sind die Zahl der Kleinanlegerkonten, das Handelsvolumen und das von Kleinanlegern in CFDs investierte Gesamtkapital in der EU in den ersten drei Monaten nach Inkrafttreten der Regeln gesunken. In Deutschland sei die Zahl der Konten laut heimischem CFD-Verband zwar zum Ende des dritten Quartals im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent angestiegen. Das gehandelte Volumen brach aber um knapp 40 Prozent auf 240 Milliarden ­Euro ein. Die Anzahl der Transaktionen fiel um gut 20 Prozent.

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Bildquelle: Istockphoto, BÖRSE ONLINE

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