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CFD-SPEZIAL

Handel mit CFDs: Die wichtigsten Grundlagen

Handel mit CFDs: Die wichtigsten Grundlagen
08.11.2021 19:00:21

Um beim Handel mit CFDs erfolgreich zu sein, ist charttechnisches Wissen essenziell. Die wichtigsten Grundlagen. Von Karen Szola, Euro am Sonntag

Die Deutschen sind diszipliniert und vorausschauend. So jedenfalls lautet das Klischee, das sich im Ausland fest verankert hat. Diese Eigenschaften sind auch beim Trading hilfreich. Gerade beim Handel mit Hebelinstrumenten wie CFDs sind sie enorm wichtig. Um erfolgreich zu sein und Gewinne zu machen, wartet auf den begierigen Anleger jede Menge Arbeit: Nicht nur die fundamentalen Zahlen eines Unternehmens wollen bei der Kaufentscheidung einer Aktie recherchiert und bedacht sein, ebenso von Bedeutung ist der Chartverlauf. So hat sich über viele Jahrzehnte ein Wissenschaftszweig etabliert: die Technischen Analyse, auch Charttechnik genannt.

Unter den Analysemethoden hat sie sich seit Langem einen festen Platz gesichert. Bei der Technischen Analyse steht die grafische Darstellung des Kursverlaufs im Mittelpunkt. Auf dieser Basis lassen sich Trends bestimmen und werden Kursmuster sichtbar, die auf die zu erwartende Bewegungen hinweisen. Das richtige Interpretieren von Kursverläufen bietet also einen großen Mehrwert, wenn man sie zu lesen vermag.

Wichtige Infos im Chart vereint

Beim Handel von riskanten Differenzgeschäften, den CFDs (Contracts for Difference), sollten sich Trader mit charttechnischem Rüstzeug wappnen. Denn neben dem Aufspüren von Trends geht es auch darum, die optimalen Ein- oder Ausstiegszeitpunkte beim Handel mit CFDs für Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffpreisen zu finden. Gerade in Marktphasen, in denen fundamentale Bewertungsmodelle an ihre Grenzen stoßen, kann die Technische Analyse entscheidende Hinweise geben.

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Charttechniker gehen davon aus, dass sich alle relevanten Marktinformationen im Kursverlauf selbst ablesen lassen beziehungsweise vorweggenommen sind. Damit sind nicht nur Bilanzzahlen eines Unternehmens oder die Auslastung der Produktion gemeint, auch die Fähigkeit des Managements sowie die Wettbewerbssituation sind bereits im Chartbild enthalten. Grund: Die Börse bildet den Kurs auf Grundlage der Anlegererwartungen ab. Ein Chart ist daher nichts anderes als ein Spiegel, der das Kräfteverhältnis von Angebot und Nachfrage wiedergibt.

Obwohl die Charttechnik mit ihren vielfältigen Analysemethoden hochkomplex ist, sollten Anleger mit ihren Grundlagen vertraut sein. Zum Basiswissen zählen das Erkennen von Unterstützungen und Widerständen, die Fähigkeit, Trends gemäß der Theorie von Charles Dow aufzuspüren sowie das Ermitteln der daraus ableitbaren Trendbestätigungs- und Trendwendeformationen. In Anlehnung an die Physik stellte Charles Dow bereits im Jahr 1900 fest, dass Kurse so lange treu einer Richtung folgen, oftmals Jahre oder gar Jahrzehnte, bis es eindeutige Hinweise auf einen anstehenden Bruch des bis dato vorherrschenden Trends gibt.

Auch bei den hier ausgewählten Basiswerten ist dieses übergeordnete Trendverhalten gut zu erkennen. Der US-Index Dow Jones Industrial beispielsweise weist einen intakten Aufwärtstrend auf, der über die Jahre zwischenzeitlich von mehr oder weniger ausgeprägten Konsolidierungen, also mittelfristigen Seitwärts- oder moderaten Abwärtsbewegungen, unterbrochen wurde.

Trends sind zwar hartnäckig, doch irgendwann fangen sie an zu schwächeln. Auch hier hält die Charttechnik klar definierte Regeln bereit, wie Trendbrüche oder Trendbestätigungen zu ermitteln sind. Zu den Trendbestätigungsformationen, verursacht durch eine Verschnaufpause, die sowohl im Auf- als auch im Abwärtstrend vorzufinden ist, gehören geometrische Gebilde wie Dreiecke, Flaggen, Wimpel oder Keile. Vorsicht ist dagegen angebracht, wenn ein vormals intakter Aufwärtstrend nach unten bricht. Wird dann noch ein als Unterstützung geltender weiterer Kursbereich, bei dem normalerweise vorher Kaufinteresse aufkam, das die Kurse wieder nach oben hievte, nachhaltig unterhandelt, löst dies eine neuerliche Abwärtsbewegung aus. Oftmals ist das dann der Startschuss für einen neuen Trend - in die entgegengesetzte Richtung.

Der Vorteil von Kerzencharts

Zum Einmaleins der charttechnischen Grundlagen gehört auch das Wissen über die unterschiedlichen Darstellungsformen von Chartverläufen wie Linien-, Balken-, Bar-, Point- & Figure-, Wolken- oder Kerzencharts. Letztere sind die am häufigsten verwendeten, da sie gegenüber vielen anderen einen Informationsmehrwert bieten.

Neben den fünf Grundinformationen, die in jeder Kerze enthalten sind (siehe Glossar), lassen sich weitere Aussagen durch die Lage einer einzelnen Kerze - vor allem in Beziehung zu anderen - treffen. Ein Beispiel ist eine Kerzenformation namens "Hammer", die diesem Werkzeug durch einen oberen Kerzenkörper mit längerer Lunte ähnelt. Tritt der Hammer auf, markiert er oft das Ende eines bestehenden Abwärtstrends, deutet also eine positive Wende an. Diese bestätigt sich, sofern sich nachfolgend eine weitere positive, also höher liegende Kerze anschließt.

Um sich eingehend mit dieser Analysemethode zu beschäftigen, greifen Interessierte zum Klassiker "Technische Analyse mit Candlesticks" von Steve Nison. Der Experte verhalf dieser aus dem 17. Jahrhundert stammenden japanischen Technik zu neuer Blüte. Ebenfalls empfehlenswert ist das Werk "Das große Lehrbuch der Chartanalyse" von Stefan Salomon, der im deutschsprachigen Raum als Kerzenchartkenner gilt. Vom Autor erscheint jetzt Mitte November "Das große Arbeitsbuch der Chartanalyse".

Absichern und Risiken begrenzen

Um beim CFD-Trading nicht Gefahr zu laufen, Verluste einzufahren oder gar das komplette Kapital zu verlieren, bietet die Technische Analyse geeignete Hilfestellung - insbesondere auch bei Ausstiegsszenarien. Denn oftmals entscheiden charttechnische Timing-Aspekte darüber, ob sich der nächste Verkauf in einen Gewinn- oder einen Verlust-Trade wandelt.

Aus diesem Grund sind Stopps unerlässlich, die sich auf verschiedene Weise umsetzen lassen. Um einen Volatilitäts-Stopp zu platzieren, wird die Schwankungsbreite des Basiswerts einbezogen und leicht unter dem tiefsten Kurs des gewählten Zeithorizonts gesetzt. Ein geeigneter Indikator ist die Average True Range (ATR).

Beim strukturellen Stopp wird beispielsweise eine Unterstützung identifiziert, da der Kurs in dieser Region regelmäßig wieder ansteigt. Sinnvoll ist es, den Stopp unterhalb dieser Marke zu setzen. Wird der Stopp ausgelöst, ist die Struktur gebrochen. Mit einem zu nahen Stopp besteht die Gefahr, unglücklich ausgestoppt zu werden. Um also an der Börse wirklich Geld zu verdienen, ist ein strenges Stopp- und Risikomanagement für jeden CFD-Trader obligat. Und spätestens hier zahlt sich die Disziplin aus. ?

Glossar:

Chartverläufe darstellen: Informativ und daher am häufigsten verwendet werden die Kerzencharts (Englisch: Candlesticks). Neben dem Eröffnungs- und Schlusskurs beinhalten sie auch das Hoch und Tief einer Periode (Stunde, Tag, Woche, Monat), die je nach Trading-Horizont gewählt wird. Gebräuchlich ist die Darstellung von Tageskerzen.

Kerzen mit Mehrwert: Bereits eine einzige Kerze bietet eine weitere Information: die Tendenz, also die Bewegungsrichtung. Helle Kerzenkörper signalisieren eine steigende Tendenz - der Basiswert ist mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Im Umkehrschluss bedeutet ein dunkler (roter oder schwarzer) Candlestick einen Verlust.

Wenn der Trend bricht: Am Kursgipfel bilden sich Trendwenden wie Einfach- oder Doppeltops oder auch Schulter-Kopf-Schulter-Formationen, aus denen sich ein Rückschlagpotenzial ableiten lässt. Je nach Ausprägung etabliert sich ein Abwärtstrend.

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