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KRYPTOWÄHRUNGEN

Am Kryptomarkt herrscht Ausnahmezustand: Historischer Einbruch beim Bitcoin?

Am Kryptomarkt herrscht Ausnahmezustand: Historischer Einbruch beim Bitcoin?
18.03.2020 02:45:00

Am Kryptomarkt herrscht wie an den Aktienmärkten wegen der Corona-Krise der Ausnahmezustand. Historisch gesehen gab es beim Bitcoin schon häufiger prozentuale Kursveränderungen in dieser Größenordnung. Von Gerd Weger

Nach den heftigen Einbrüchen der vergangenen Tage herrscht an den Kryptomärkten eine starke Verunsicherung. Das ist aber an den Aktienmärkten nicht anders. Dort ist sie nachvollziehbar, denn die Corona-Krise schlägt eine Schneise in die weltweite Wirtschaftsentwicklung und trifft fast alle Unternehmen hart.

Der Bitcoin sollte davon eigentlich unabhängig sein, wird aber als hochgradiges Risiko-Asset klassifiziert und deswegen von der um sich greifenden Risikoaversion der Anleger voll erfasst. Das könnte noch eine Weile so bleiben, wird sich aber irgendwann umkehren. Denn der Bitcoin ist das härteste Geld der Welt und nicht beliebig inflationierbar wie Dollar, Euro & Co. Das geht im allgemeinen Tohuwabohu derzeit noch unter.

Der Bitcoin und andere wichtige Kryptowährungen hatten in den ersten Wochen des Jahres einen fulminanten Bullrun. Der Bitcoin stieg um fast 50 Prozent, andere Kryptowährungen hatten ein Plus von über 100 Prozent in wenigen Wochen.

Diese Performance wurde in wenigen Tagen pulverisiert. Im Wochenvergleich erlitt der Bitcoin ein Minus von 40 Prozent, bei den großen Altcoins lag es in der gleichen Größenordnung. Im Vergleich zum Jahresbeginn liegt der Bitcoin mit 32 Prozent im Minus, der DAX mit 35 Prozent. Im Jahresvergleich liegt der Bitcoin mit 23 Prozent im Plus, der DAX mit 27 Prozent im Minus.

Ein Blick auf diese Vergleiche mit dem Aktienmarkt relativiert die brachialen Einbrüche an den Kryptomärkten etwas. Es lohnt sich hier der langfristige Blick. Unten im Chart ist die Kursentwicklung des Bitcoins auf der Kryptobörse Bitstamp dargestellt, auch die beiden bisherigen Halvings sind eingezeichnet. Die Kerzen stehen jeweils für die Wochenentwicklung. Da der Chart mit logarithmischer Skala dargestellt ist, entsprechen gleiche Größen der Kerzen einer gleichen prozentualen Veränderung des Kurses während einer Woche. Wie man sieht, gab es schon häufiger in der Bitcoin-Geschichte ähnlich heftige Kursbewegungen wie z.B. Anfang oder Ende 2018. Trotzdem führen derartige Bewegungen verständlicherweise immer zu erheblicher Verunsicherung.

Bitcoin-Chart seit Ende 2011


Es gibt durchaus auch Positives von den Kryptomärkten zu melden. Der Handel lief mit einer Ausnahme erstaunlich reibungslos und ohne Unterbrechungen. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten, wo es Handelsunterbrechungen an der Wall Street gab.

In der Vergangenheit wurden in den USA Circuit Breakers eingeführt, die den Handel ganz oder teilweise stoppen, wenn der Markt sehr stark einbricht. So wird bei einem 7 prozentigen Kursverlust der Handel für 15 Minuten angehalten, bei einem Minus von 13 Prozent noch einmal für 15 Minuten und bei minus 20 Prozent wird der Handel für den Rest des Tages ausgesetzt. Diese Regelungen sollen den Marktteilnehmern die Gelegenheit geben, die aktuelle Situation noch einmal in Ruhe zu überdenken.

Solche Regelungen gibt es an den Kryptobörsen nicht. Dies kann man negativ sehen, da der Kryptomarkt dann ungebremst abstürzen kann. So fiel der Bitcoin am Freitag - dem Dreizehnten! - im Tief um die Hälfte innerhalb von 24 Stunden. Man kann das aber auch positiv sehen. Im Gegensatz zu den traditionellen Märkten gibt es an den Kryptomärkten einen Rund-um-die-Uhr-Handel. Der Anleger hat also jederzeit die Möglichkeit, zu kaufen und zu verkaufen. Handelsaussetzungen wie vergangene Woche an der Mailänder Börse gibt es also nicht.

Allerdings hat man in der Vergangenheit auch schon vorübergehende Handelsunterbrechungen an Kryptobörsen gesehen aufgrund von technischen Schwierigkeiten. Im Chaos der vergangenen Woche haben die Kryptobörsen aber ihren Stresstest in dieser Hinsicht bestanden. Im Gegensatz zum Derivatehandel der Banken. Hier gab es zum Beispiel bei den DAX-Zertifikaten immer wieder Phasen, in denen für einzelne Zertifikate keine Kurse gestellt wurden. Teilweise gab es auch Ziehharmonika-Spreads zwischen Geld- und Briefkursen.

Die Kryptobörsen haben in dieser chaotischen Phase zumindest ihre Funktionsfähigkeit bewiesen. Wie erwähnt gab es eine Ausnahme: Die Futuresbörse BitMEX, die schon häufiger in der Kritik stand, fiel am frühen Morgen des 13. März eine halbe Stunde aus, als gerade der Bitcoinkurs deutlich einbrach. Es gab anschließend sogar Gerüchte, dass BitMEX gar keine Hardwareprobleme hatte, sondern wegen der ungünstigen Preisentwicklung kurzfristig den Handel einstellte. Denn während BitMEX offline war, konnte sich der Kurs wieder deutlich erholen.


Bildquelle: BÖRSEONLINE

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