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Krypto 1x1: Hintergründe und Charts zur Preisexplosion bei Ethereum

Krypto 1x1: Hintergründe und Charts zur Preisexplosion bei Ethereum
13.05.2021 07:53:00

Der Preis von Ethereum steigt und steigt. Zuletzt hat die Nummer zwei in der Kryptowelt mit Bitcoin sogar die Nummer eins in Sachen Performance klar in den Schatten gestellt. Eine Studie von JPMorgan nennt auch mit Hilfe aussagekräftiger Charts die Gründe für den rasanten Anstieg. Zudem äußern sich die Analysten dazu, wie das aktuelle Preisniveau einzustufen ist. BÖRSE ONLINE berichtet. Von Jürgen Büttner

Ob Ethereum Bitcoin den Rang als Nummer eins unter den Kryptowährungen ablaufen kann, bleibt abzuwarten. Aktuell steht es bei der Marktkapitalisierung noch 1.057.279.936.296 Dollar zu 478.104.690.194 Dollar zugunsten von Bitcoin. Doch jüngst hat die Nummer zwei viel Boden gutgemacht. So steht für diesen Jahr in Sachen Performance ein Plus von 461,51 Prozent angeschrieben und für die vergangenen zwölf Monate sogar von fast 2.000 Prozent.

Laut JPMorgan sind die folgenden sechs Faktoren mitverantwortlich für diese Preisexplosion:


1) Die Europäische Investitionsbank (EIB) nutzte jüngst die Ethereum-Blockchain, um 100 Millionen Euro in zweijährigen digitalen Nullkupon-Anleihen zu emittieren, ihre erste digitale Anleihe überhaupt. Die Transaktion umfasste eine Reihe von Anleihe-Token auf der Ethereum-Blockchain, wobei die Anleger die Wertpapier-Token mit traditionellen Fiat-Währungen kaufen und bezahlen. Die digitale Anleihe der EIB ist sehr bedeutsam, weil es eine Befürwortung der Ethereum-Blockchain durch eine große offizielle Institution darstellt.

2) Der erste Ethereum-ETF wurde am 20. April von Purpose Investments in Kanada aufgelegt und drei weitere Ethereum-ETFs folgten im selben Monat.

3) Der strukturelle Rückgang des Ethereum-Angebots durch die bevorstehende Einführung des Protokolls EIP1559 im Sommer. Das Ziel von EIP 1559 ist es, die Transaktionsgebühren auf der Ethereum-Blockchain berechenbarer zu machen, indem eine automatisch berechnete Grundgebühr für alle Transaktionen in Abhängigkeit von der Netzwerkaktivität eingeführt wird. Einmal mit Ethereum bezahlt, würde diese Gebühr sofort verbrannt werden, was ein geringeres Angebot an Ethereum in der Zukunft bedeuten würde. Das theoretisch unbegrenzte Angebot von Ethereum war in der Vergangenheit ein Problem, da der Ethereum-Umlauf in den letzten drei Jahren um fünf Prozent pro Jahr gestiegen ist. Über das Verbrennen von Ethereum durch Grundgebühren, könnte EIP1559 die jährliche Veränderung des Ethereum im Umlauf auf ein bis zwei Prozent pro Jahr reduzieren.

4) Der größere Investoren-Fokus auf ESG hat die Aufmerksamkeit von der energieintensiven Bitcoin-Blockchain auf die Ethereum-Blockchain verlagert, die in Erwartung von Ethereum 2.0 bis Ende 2022 wesentlich energieeffizienter werden soll. Ethereum 2.0 beinhaltet einen Wechsel von einem energieintensiven Proof-of-Work-Validierungsmechanismus zu einem viel weniger intensiven Proof-of-Stake-Validierungsmechanismus. Infolgedessen würde weniger Rechenleistung und Energieverbrauch benötigt werden, um das Ethereum-Netzwerk aufrechtzuerhalten.

5) Das starke Wachstum von NFTs und Stablecoins in den letzten Monaten erhöht die Nutzung des Ethereums, welches das DeFi-Ökosystem bereits dominiert.

6) Der Anstieg der Anleiherenditen und die eventuelle Normalisierung der Geldpolitik setzt Bitcoin als eine Form von digitalem Gold unter Druck, genauso wie höhere reale Renditen das traditionelle Gold unter Druck gesetzt haben. Da Ethereum seinen Wert aus seinen Anwendungen ableitet, die von DeFi über Gaming bis hin zu NFTs und Stablecoins reichen, scheint es weniger anfällig für höhere reale Renditen zu sein als Bitcoin.

Stark gestiegenes Interesse


Beschleunigt hat sich auch die institutionelle Nachfrage. So hat sich die Positionierung auf Basis der CME-Ethereum-Futures im April mehr als verdreifacht, was laut JPMorgan auf signifikante, institutionelle Käufe von rund 250 Millionen Dollar hinweist. Die zunehmende Aktivität im Ethereum-Netzwerk zeigt ebenfalls eine steigende Nachfrage.

Da Ethereum mittlerweile die Marke von 4.000 Dollar geknackt hat und beim Schreiben dieser Zeilen bei 4,136 Dollar handelt, stellt sich die Frage, ob die Notierungen nicht zu stark gestiegen sind.

Eine Möglichkeit, den fairen Wert von Ethereum angesichts der Nützlichkeit der Ethereum-Blockchain bei der Ausführung von dezentralen Anwendungen und intelligenten Verträgen zu messen, besteht laut JPMorgan darin, seinen Wert mit Messungen der Netzwerkaktivität in Beziehung zu setzen. Im Wesentlichen macht ein größeres Netzwerk von Benutzern und Minern die zugrunde liegende Blockchain sicherer und impliziert eine größere Akzeptanz der Kryptowährung auf dieser Blockchain.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 deute auch darauf hin, dass Rechenleistung und Netzwerkfaktoren Renditeschwankungen über eine breite Palette von Kryptowährungen erklären können. Das US-Institut stellt die Rechenleistung mit der Hash-Rate dar und Netzwerkfaktoren mit der Anzahl einzigartiger aktiver Adressen (letzteres basiert auf der Annahme, dass eine größere Anzahl von Nutzern auf eine größere Akzeptanz hindeutet und auch bedeutet, dass es für Entwickler attraktiver ist, Anwendungen auf der Blockchain zu bauen).

Hinweise auf eine Preisübertreibung


Die nachfolgende Grafik legt nahe, dass Netzwerkfaktoren einen erheblichen Anteil der Preisvariabilität über die Zeit erklären. Die Preise scheinen seit Anfang des Jahres etwas von der Netzwerkaktivität abzuweichen. Für JPMorgan deuten diese einfachen Regressionen darauf hin, dass die Netzwerkaktivitätsvariablen momentan eher mit Ethereum-Preisen um die 1.000 Dollar übereinstimmen würden.

Da neben Ethereum auch andere Kryptowährungen Binance Coin, Dogecoin oder Litecoin gestiegen sind, während Bitcoin gleichzeitig weitgehend stagnierte, hat sich der Anteil von Bitcoin am gesamten Kryptomarkt deutlich von rund 60 Prozent auf 42,5 Prozent verringert. Ein Teil dieses Rückgangs wurde durch das gestiegene institutionelle Interesse an Ethereum unterstützt. Zudem gab es aber auch eine rege Nachfrage von Privatpersonen. Aus der Sicht von JP Morgan trägt diese Bewegung Zuge einer Übertreibung, so wie das im Dezember 2017 zu beobachten war, als der Anteil von Bitcoin schon einmal von rund 55 Prozent auf unter 35 Prozent gefallen war.


Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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