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China-Aktien: Günstig bewertet, aber alles andere als rosig

China-Aktien: Günstig bewertet, aber alles andere als rosig

WKN: A117ME ISIN: US01609W1027 Alibaba

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19.02.2019 - 19:55
12.02.2019 04:40:00

Aktien aus dem Reich der Mitte sind günstig bewertet. Sinkende Wachstumsraten, ­verunsicherte Konsumenten und der ungelöste Handelskonflikt mahnen Anleger aber zur Vorsicht. Von Jörg Billina, Euro am Sonntag




Am 5. Februar begann in China das Jahr des Schweins. Es steht für Wohlstand, Glück und Zufriedenheit. Für Individuen mag die Deutung zutreffen. Für das Reich der Mitte, aber auch für die Länder und Unternehmen, die China als Absatzmarkt benötigen, fallen die Prognosen eher düster aus. Investoren rund um den Globus sind alarmiert: Setzt Chinas Wirtschaft zur befürchteten harten Landung an? Im vergangenen Jahr legte die wirtschaftliche Gesamtleistung den offiziellen Angaben zufolge um 6,6 Prozent zu. Es war die niedrigste Zuwachsrate seit 28 Jahren.



Möglicherweise hat sich die konjunkturelle Dynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt in Wirklichkeit jedoch noch stärker abgeschwächt. ­Xiang Songzuo, Professor an der Renmin University School of Finance in Peking, zweifelt die Verlässlichkeit der Daten der nationalen Statistikbehörde an. Der ehemalige stellvertretende Direktor der People’s Bank of China, der chinesischen Zentralbank, will nicht ausschließen, dass der tatsächliche Anstieg der wirtschaftlichen Gesamtleistung unter zwei Prozent lag.


Xiang geht mit Chinas Führung hart ins Gericht. Sie unterschätze insbesondere die Folgen des Handelskriegs mit den USA. An Parolen, die derzeit in den von der Kommunistischen Partei Chinas kontrollierten Massenmedien ständig wiederholt werden, wie "Amerika schadet sich selbst" oder "Chinas Sieg ist ­sicher" zeige sich die Ignoranz der Regierung. Dabei stehe der für Chinas Zukunft so wichtige Zugang zu Technologie und Kapital auf dem Spiel.

Die USA haben bereits Sonderzölle auf Waren aus China in Milliardenhöhe erhoben. Ergeben die diese Woche wieder aufgenommenen Handelsgespräche keine Lösung, will US-Präsident Donald Trump Anfang März die Strafzölle auf chinesische Waren weiter drastisch verschärfen. Trumps Twitter-Nachrichten weckten zuletzt zwar Hoffnungen auf einen Durchbruch, doch der Dialog der beiden Länder wird durch die jüngst in den Vereinigten Staaten erhobene Klage gegen den chinesischen Konzern Huawei belastet. Die USA werfen dem weltweit größten Hersteller von Telekom-­Hardware unter anderem den Bruch der von Washington gegen den Iran verhängten Sanktionen vor.

Können Chinas Verbraucher, deren Löhne und Gehälter in den vergangenen sechs Jahren pro Jahr um zehn Prozent gestiegen sind, mögliche Exportausfälle kompensieren? Derzeit offenbar eher nicht. Die Einzelhandelsumsätze ziehen weit weniger an als noch vor einem Jahr. Der Automobilsektor meldet den fünften Monat in Folge sogar Rückgänge. Im November 2018 sanken die Absatzzahlen gegenüber dem Vorjahresmonat um 19 Prozent. Insbesondere die 400 Millionen wohlhabenden Stadtbewohner haben Schulden angehäuft, leiden unter hohen Hypothekendarlehen und sorgen sich um ihre Jobs.

Auf Seite 2: Private Unternehmen benachteiligt



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