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Weltaktienindex: Mit dem MSCI World einmal um den Globus - was Sie wissen sollten

Weltaktienindex: Mit dem MSCI World einmal um den Globus - was Sie wissen sollten

WKN: 870747 ISIN: US5949181045 Microsoft Corp.

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27.01.2021 - 19:35
15.12.2020 06:36:00

Der MSCI World ist der wichtigste Gradmesser für den Zustand der Aktienmärkte weltweit. Was in dem Index steckt, welche Eigenheiten Anleger kennen sollten. Von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Der DAX mag in Deutschland bekannter sein, der Dow Jones in den USA - doch der wahre Star unter den Börsenindizes ist der MSCI World. Kein anderes Kursbarometer wird in der Fondsbranche häufiger als Maßstab für das Befinden des Aktienmarkts verwendet. Nicht nur die meisten globalen Aktienportfolios nutzen ihn als Vergleich, auch bei weltweit aktiven Mischfonds kommt er zum Einsatz. Darüber hinaus gelten ETFs, die dem MSCI World folgen, als ideales Basisinvestment, um sich weltweit am Aktienmarkt zu engagieren.

Gegenüber typischen Leitindizes einzelner Länder erscheint der MSCI World äußerst umfangreich. Er enthält 1.600 bis 1.700 Aktien, zurzeit sind es 1.603. Sie stammen aus 23 Staaten. Damit ist das Kursbarometer sehr breit aufgestellt. Anders als der Name vermuten lässt, bildet der Index allerdings nicht den kompletten globalen Aktienmarkt ab. Regional ist er auf Industrieländer beschränkt - Nationen, deren Wirtschaft und Börsen weit entwickelt sind. Dazu zählen die USA und Kanada, die meisten westeuropäischen Länder, Israel, Australien und Neuseeland sowie Japan, Singapur und Hongkong.

Auch in puncto Firmengröße bleibt er bei den wichtigsten Titeln. "Der MSCI World konzentriert sich tendenziell auf große Unternehmen", sagt Markus Jordan, Geschäftsführer des ETF-Anlegerportals extraETF. "Nur 16 Prozent des Index sind Mid Caps, Small Caps sind überhaupt nicht enthalten."

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Die erfassten Länder sind sehr unterschiedlich gewichtet. Gemessen am Börsenwert stammen zwei Drittel des Index aus den USA. Selbst Platz 2, Japan, kommt gerade einmal auf einen Anteil von acht Prozent. Aktien aus anderen wichtigen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, der Schweiz oder Deutschland machen jeweils zwei bis vier Prozent aus. Kleinere Staaten bleiben mit ihrem Gewicht noch darunter.

Spiegelbild der Börsenentwicklung

Bei den Sektoren fällt die Unwucht weniger stark aus. Doch auch hier gibt es Ungleichgewichte. Größte Branche ist die Informationstechnologie, nicht zuletzt bedingt durch das hohe Gewicht von Apple und Microsoft (siehe PDF-Tabelle unten). Auf den weiteren Plätzen folgen das Gesundheits- und das Finanzwesen. Wirtschaftszweige wie Versorger, Immobilien oder Energie spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Auch die Unternehmen sind nicht gleichmäßig verteilt. Die nach Börsenwert zehn größten Aktien haben einen Anteil von immerhin 17,4 Prozent. Absolut gesehen ist das kein hoher Wert: Im DAX beispielsweise machen die Top Ten mehr als 60 Prozent des Index aus. Gegenüber der Zahl der 1.593 übrigen Aktien ist das Gewicht der Spitzenpositionen im MSCI World aber doch erheblich.

Inwieweit diese Ungleichgewichte ein Problem sind, ist umstritten. Fakt ist, dass die starke Entwicklung der Tech-Giganten aus den USA maßgeblich zum Erfolg des Index in den vergangenen Jahren beigetragen hat. Durch deren Kurszuwächse hat der IT-Sektor ein beachtliches Gewicht erreicht, auch der US-Anteil ist fortwährend gestiegen. Das mag man als Anleger ungünstig finden, es entspricht aber der aktuellen Börsenrealität. "Ich halte die Verteilung für unproblematisch", sagt Jordan deshalb. "Apple, Microsoft & Co sind einfach die größten Unternehmen der Welt." Der ETF-Spezialist mahnt dennoch: "Anleger sollten sich bewusst sein, dass diese Konzerne einen hohen Anteil am MSCI World haben, und aufpassen, dass es nicht zu übermäßigen Doppelungen kommt, wenn sie in weitere Indizes investieren."

Investoren, die in globale Aktien einsteigen möchten, aber die Eigenheiten des MSCI World ablehnen, haben eine Reihe von Alternativen. Die bekannteste ist der MSCI All Country World Index (siehe Investor-Info). Er enthält Aktien nicht nur aus Industrieländern, sondern auch aus Schwellenländern. Vor allem chinesische Titel finden damit Eingang ins Depot. Das Gewicht der aufstrebenden Volkswirtschaften insgesamt ist aber überschaubar: Sie kommen in dem erweiterten Weltindex auf einen Anteil von rund elf Prozent.

"Wer in die Tiefe gehen will, sollte sich die IMI-Indizes von MSCI anschauen", nennt Jordan eine weitere Möglichkeit. Der MSCI ACWI Investable Market Index kommt der Idee eines allumfassenden globalen Aktienengagements sehr nahe: Er enthält nicht nur Large und Mid Caps, sondern auch Small Caps und erfasst so 99 Prozent des weltweiten Aktienmarkts.

 


INVESTOR-INFO

iShares Core MSCI World

Bedeutende Industriestaaten

Der iShares Core MSCI World ist der größte ETF auf den bekannten Weltaktienindex. Das hohe Volumen sorgt dafür, dass er extrem liquide und der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs minimal ist. Das ist gut für Anleger, die häufig handeln wollen. Wer einen ETF auf globale Aktien langfristig halten will, findet im Amundi Prime Global eine gute Alternative (ISIN: LU 208 923 820 3). Er ist zwar weniger liquide als das iShares-Produkt, kostet aber nur 0,05 Prozent im Jahr und folgt einem Index, der dem MSCI World gleicht.

Xtrackers MSCI AC World

Erweiterte Mischung

Um gleichzeitig in Industrie- und Schwellenländer zu investieren, bietet sich der Xtrackers MSCI AC World an. Der ETF folgt dem MSCI All Country World Index, der rund 3.000 Titel aus 49 Nationen enthält. Das Gewicht der USA wird durch die Hinzunahme der aufstrebenden Staaten im Vergleich zum MSCI World erkennbar verringert, bleibt aber hoch (58 Prozent). Unter den fünf wichtigsten Ländern taucht nun China mit einem Anteil von 5,6 Prozent auf.

SPDR MSCI ACWI IMI

100 Prozent in Sichtweite

Der SPDR MSCI ACWI IMI bildet den globalen Aktienmarkt beinahe vollständig ab. Vom MSCI ACWI Investable Market Index werden 99 Prozent des Börsenwerts weltweit erfasst. Etwas mehr als 8.700 Aktien sind in dem Kursbarometer vereint. Ungefähr die Hälfte der Titel hat eine Marktkapitalisierung von weniger als einer Milliarde Euro. Gemessen am Börsenwert machen Small Caps jedoch lediglich acht Prozent des Index aus, beeinflussen ihn also nur geringfügig.


Bildquelle: Finanzen Verlag

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