Jenseits des Atlantiks ist es seit schon seit Langem Usus: Unternehmen wie Apple, JP Morgan oder Exxon Mobile nutzen ihre hohen Geldbestände und kaufen eigene Anteile zurück. In den vergangenen zehn Jahren sollen die im S & P 500 gelisteten Unternehmen fünf Billionen Dollar für eigene Aktien ausgegeben haben. Werden die erworbenen Papiere nicht an die Mitarbeiter ausgegeben und auch nicht für Akquisitionen genutzt, sondern eingezogen, treibt dies meist den Kurs: Da die Anzahl der umlaufenden Titel sinkt, steigt der Gewinn je Aktie, denn dieser verteilt sich auf weniger Anteilsscheine. Auch die Dividende fällt höher aus.

Die positiven Effekte wiederum motivieren Anleger zum Kauf, was den Kurs­auftrieb weiter unterstützt. Die massiven Aktienrückkäufe von US-Unternehmen sind mit ein Grund dafür, dass sich die US-Börsen in den vergangenen Jahren wesentlich besser als die europäischen ­Finanzmärkte entwickelt haben.

Europäische Unternehmen ziehen nach


Mittlerweile haben aber auch europäische Unternehmen begonnen, Kurspflege in großem Stil zu betreiben. Credit Suisse beispielsweise will bis Ende des laufenden Jahres eigene Aktien in Höhe von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro erwerben. Im vergangenen Jahr hatte die Schweizer Bank bereits in Aktienrückkäufe rund eine Milliarde Euro investiert. Ebenso haben deutsche Unternehmen wie Adidas, Bayer oder Henkel volumenstarke Aktienrückkäufe schon getätigt beziehungsweise weitere angekündigt.

Mit dem Amundi ETF MSCI Europe Buy Backs können Anleger an möglichen Kursgewinnen in Folge von Aktienrückkäufen europäischer Unternehmen partizipieren. Der von der französischen Investmentgesellschaft Amundi im September 2015 aufgelegte Exchange Traded Fund bildet die Wertentwicklung des MSCI Europe Equal Weighted BuyBack Yield Index synthetisch nach.

75 Unternehmen im Paket


Der Strategieindex wiederum enthält diejenigen Unternehmen aus dem Index MSCI Europe, die in den vergangenen zwölf Monaten ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt beziehungsweise in den zwölf Monaten vor der letzten Neuzusammenstellung des Index die höchste Aktienrückkaufquote aufgewiesen haben. Aktuell sind dies 75 Unternehmen aus 15 europäischen Ländern. Titel aus Großbritannien sind mit 27 Prozent gewichtet, deutsche Werte mit acht Prozent, spanische Unternehmen wie der Infrastrukturkonzern Ferrovial mit sechs Prozent. Die Aktien sind nahezu gleichgewichtet. Innerhalb eines Jahres legte der Amundi-ETF um 28 Prozent zu. Auf Sicht von drei Jahren erzielte er ein Plus von 32 Prozent.