Der TT Contrarian Flexible der Investmentboutique Taunus Trust meidet bewusst die „Big Names“ und setzt lieber auf das, was die Mehrheit gerade links liegen lässt.
Wer in den vergangenen Jahren auf Aktien wie Nvidia, Apple oder Microsoft gesetzt hat, wurde üppig belohnt. Aber genau diese recht gängigen Anlegerfavoriten sucht man in dem Mischfonds TT Contrarian Flexible vergeblich — und das ist Programm. Der im Dezember 2024 aufgelegte vermögensverwaltende Fonds der Investmentboutique Taunus Trust aus Bad Homburg verfolgt konsequent das Gegenteil von dem, was die Mehrheit tut. „Anders aus Überzeugung“, lautet passend dazu das Leitmotiv.
Herzstück dieser Herangehensweise ist die hausgemachte „AAA“-Philosophie: Antizyklik, Aktien, Antifragile. Antizyklik bedeutet, gezielt dort zu investieren, wo andere gerade wegsehen, und dabei Marktkorrekturen als Einstiegschance zu nutzen statt als Fluchtgrund. Aktien nehmen hier stets mehr als 50 Prozent des Portfolios ein und sind der eigentliche Renditetreiber. Wobei der Anteil US-amerikanischer Titel bewusst deutlich geringer ausfällt als im Weltaktienindex. Ergänzt wird das durch „Antifragile“: Anlagen wie Gold, Staatsanleihen bester Bonität oder Fluchtwährungen wie der Schweizer Franken und der Yen, die in turbulenten Phasen Stabilität liefern.
Die Verhaltensökonomik, also die Wissenschaft, die erklärt, warum Anleger dennoch systematisch dem Mainstream folgen und gern in Gewinner der Vergangenheit investieren, bestätigt den „AAA“-Ansatz — zumindest auf lange Sicht. Denn die Favoriten von heute sind selten die Favoriten von morgen. Hinter dem Konzept stehen zwei erfahrene Köpfe. Lead-Portfoliomanager Jan David Meyer ist seit 2014 Portfoliomanager und Partner bei Taunus Trust und verantwortet die Asset Allokation sowie die Einzeltitelauswahl. Sein Co-Manager Norbert Keimling war zuvor von 2005 bis 2021 Leiter der quantitativen Kapitalmarktforschung bei StarCapital und entwickelt heute die Screeningmodelle des Fonds.
50 bis 70 Aktien schaffen den Cut
Aus einem Universum von rund 4.000 großkapitalisierten Unternehmen filtern die beiden 50 bis 70 Aktien nach Bewertungs- und Qualitätskriterien heraus —
nicht die heißesten, sondern die günstigsten, mit robusten Geschäftsmodellen und solider Bilanzqualität. In den zurückliegenden Wochen verlor der Fonds wegen der Turbulenzen im Nahen Osten und steigender Anleiherenditen zwar ebenfalls etwas an Boden, liegt aber seit seinem Start dennoch komfortabel im Plus (siehe Chart). Das Fondsmanagement nutzte die Korrektur aktiv: Die Aktienquote wurde aufgestockt, neue Positionen kamen hinzu. Darunter auch ungewohnte Namen: der Goldproduzent Gold Fields etwa, der kasachische Uranförderer Kazatomprom, der Schiffbauer HD Korea Shipbuilding sowie SK Square, eine Holdinggesellschaft, über die man den koreanischen Speicherchipriesen SK Hynix mit deutlichem Bewertungsabschlag kaufen kann. Ebenfalls neu an Bord: die London Stock Exchange Group, die den Managern nach einem Rückgang von rund 40 Prozent in weniger als einem Jahr attraktiv erschien.
Fazit
Der TT Contrarian Flexible ist kein Fonds für Anleger, die einem Hype hinterherlaufen wollen, sondern für Geduldige, die an die langfristigen Chancen antizyklischen Investierens glauben.