Fünf Wochen nach Quartalsende beginnt in den USA die Zeit der 13F-Filings, in denen alle am Markt aktiven Beteiligungsgesellschaften ihre Portfolios aufdecken. Mit dabei ist auch Amazon, dessen Filing ein paar ganz besondere Überraschungen bereithält.

Buchversender? Online-Kaufhaus? Das stimmt zwar noch zum Teil, doch heute ist Amazon ein Technologiekonzern mit einer der größten Cloud-Sparten der Welt (AWS), einem Börsenwert von fast drei Billionen Dollar – und einem bunten Beteiligungsportfolio.

Das gibt nicht nur der Konkurrenz Einblicke in die mögliche Amazon-Strategie. Auch für Anleger ist interessant, auf welche Technologietrends der Online-Platzhirsch setzt – denn womöglich lässt sich dort ja mitverdienen.

Was will Amazon mit einem Biotech-Startup?

Wie das jüngste 13F-Filing von Amazon zeigt, ist die größte Amazon-Beteiligung weiterhin der Elektrofahrzeug-Pionier Rivian. Das Unternehmen, das auch die elektrischen Lieferfahrzeuge mit den runden Kulleraugen für die Amazon-Fahrer baut, dürfte deutschen Anlegern durch einen anderen DAX-Wert bekannt sein: Volkswagen. Denn die Wolfsburger haben sich ebenfalls bei Rivian eingekauft, um mit dem US-Partner ihre anhaltenden Softwareprobleme in den E-Autos zu lösen. Der VW-Konzern lässt sich die Zusammenarbeit – inklusive Tantiemen – bis zu 5,8 Milliarden Dollar kosten. Damit hält VW jetzt 15,9 Prozent an Rivian und ist größter Aktionär. Doch Amazon liegt mit nun 13 Prozent knapp dahinter.

Spannend sind aber auch die weiteren Beteiligungen auf der Liste. Zum Beispiel an Beta Systems, einem Entwickler von Flugtaxis. 172,7 Millionen Dollar war der Anteil per 31. März 2026 wert. Oder an Nautilus Biotechnology, einem noch eher kleinen amerikanischen Life-Science-Unternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Proteomik – die Erforschung aller Proteine in einer Zelle oder einem Gewebe – zu revolutionieren. Warum Amazon gerade dort engagiert ist, wenn auch „nur“ mit 5,6 Millionen Dollar, bleibt unklar.

Eine fatale Fehlentscheidung

Doch auch ein Tech-Riese kann einmal falsch liegen: So hat Amazon sein eher kleines Investment an dem Quantencomputer-Spezialisten IonQ im ersten Quartal komplett abgestoßen. Das Timing hätte schlechter nicht sein können: Die IonQ-Aktie hat seit Anfang April um mehr als 80 Prozent zugelegt.

IONQ Inc (WKN: A3C4QT)

Auch Cisco, Nvidia und andere werden in den nächsten Tagen ihre 13F-Filings abgeben. Wenn Sie lückenlose Auswertungen aller spannenden Beteiligungen samt Einschätzung erhalten möchten, sollten Sie sich jetzt den Börsendienst "13F-Berichte" sichern. Damit stehen Sie direkt auf der Versandliste für den nächsten Report, der am 15. Mai erscheint.

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Foto: Boersenmedien AG

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