Einen Tag nach dem empfindlichen Rücksetzer bei Chipaktien, der unter anderem Micron einen Tagesverlust von sechs Prozent bescherte, stehen die Vorzeichen an den US-Börsen auch am Dienstag auf Rot: Der Nasdaq-Index eröffnete um 15.30 Uhr 0,61 Prozent im Minus, auch S&P 500 (minus 0,57 Prozent) und Dow Jones (minus 0,76 Prozent) starteten mit Verlusten in den Handel. Damit verliert der S&P 500 nun schon den dritten Handelstag in Folge.

Hauptgrund sinddie deutlich gestiegenen Renditen am Anleihenmarkt, die aus Sicht institutioneller Investoren wieder deutlich attraktiver gegenüber Aktien machen. Dahinter steckt eine einfache Überlegung: Wenn ein Investor fast fünf Prozent Rendite auf vermeintlich ausfallsichere US-Staatsanleihen erzielen kann, warum sollte er dann in Aktien investieren, deren weiteres Renditepotenzial auf dem derzeit sehr hohen Bewertungsniveau von vielen Marktmodellen, die auf dem Shiller-KGV basieren, niedriger eingeschätzt wird?

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Zu den Verlierern gehörten im vorbörslichen Handel erneut Chipwerte, vor allem aus dem Speichersegment: Micron und Seagate verloren 1,7 und drei Prozent, Nvidia gab ein Prozent ab. Am Vortag hatten Aussagen des Seagate-CEOs Dave Mosley einen wahren Ausverkauf bei Speicher-Herstellern ausgelöst. Mosley hatte auf einer Konferenz von J.P. Morgan gesagt, dass er erst weitere Kapazitäten aufbauen müsse, um die gestiegene Speichernachfrage aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz bedienen zu können. An der Börse geht seitdem die Sorge um, dass die gesamte Branche Probleme bekommen könnte, mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten - und deshalb bereits eingepreiste Umsatzsprünge nicht vollends realisierbar sein könnten.

Für eine positive Überraschung sorgt dagegen am Dienstag erneut ServiceNow: Der Softwareanbieter legte vorbörslich um acht Prozent zu, damit ist die Aktie seit vergangenem Mittwoch bereits um mehr als 23 Prozent gestiegen. Allerdings notiert ServiceNow damit immer noch fast 50 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Januar 2025.

ServiceNow (WKN: A1JX4P)

n Deutschland hält sich der DAX dagegen klar im Plus: Lange Zeit notierte der Leitindex bei 24.600 Punkten fast 1,2 Prozent höher als am Montag. Je näher die US-Börseneröffnung rückte, umso stärker gaben die Kurse jedoch nach, sodass der DAX um 15:30 Uhr bei 24.486 Punkten noch 0,7 Prozent im Plus stand.

Größter Gewinner sind die Aktien von SAP mit einem Zugewinn von 6,6 Prozent, vor Rheinmetall mit 4,7 Prozent und Qiagen mit 3,8 Prozent.

Am Indexende verlieren Infineon 2,04 Prozent, Continental geben 1,9 Prozent ab und Siemens Energy rangiert mit minus 1,45 Prozent ebenfalls in der Verlustzone.

Investieren wie die Star-Anleger

Mit dem „Best of Billionaires-Index“ von BÖRSE ONLINE erhalten Sie alle Top-Picks von vier Börsenlegenden in einem Zertifikat. Wie das geht, erfahren Sie hier. 

Weiterführende Links