Der Finanzminister der USA, Scott Bessent, hat in einem Interview mit CNBC Gerüchte um eine Intervention im Dollar strikt verneint. Stattdessen wiederholte er die „Strong Dollar Policy“ der USA. Was das für den Wechselkurs und für Anleger bedeutet.
Scott Bessent hat am MIttwoch Spekulationen über eine mögliche Intervention der USA auf den Devisenmärkten, um den fallenden japanischen Yen zu stützen, strikt zurückgewiesen. Der US-Finanzminister sagte in einem Interview mit dem Börsensender CNBC, die Regierung werde „absolutely not“ – absolut nicht – in den Währungsmarkt eingreifen. Dies war spekuliert worden, um durch Verkäufe von Dollar die US-Währung den Dollar gegenüber dem Yen abzuwerten.
Stattdessen bleibe die Politik laut Bessent auf einen langfristig starken US-Dollar ausgerichtet, der auf fundamentalen wirtschaftlichen Stärken beruhe.
Mit seinen Aussagen reagiert Bessent darauf, dass der Dollar zuletzt stark unter Druck geraten war und nahe seinem Vier-Jahres-Tief notierte. Viele Anleger hatten gehofft, dass ein Eingriff der USA oder der Fed – etwa gemeinsam mit der Bank of Japan – den Yen stabilisieren könnte, nachdem dieser gegenüber dem Dollar deutlich an Wert verloren hatte.
Yen unter Druck
Nach Bessents Dementi reagierten die Devisenmärkte positiv für den Dollar: Der Bloomberg Dollar Spot Index erholte sich um etwa 0,5 Prozent, nachdem er zuvor von Unsicherheit belastet gesunken war. Gleichzeitig setzte der Yen seine Schwäche fort.
Bessent verwies darauf, dass eine starke Währungspolitik nicht durch direkte Käufe oder Verkäufe am Devisenmarkt erzielt werde, sondern durch solide wirtschaftliche Fundamentaldaten und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen. Investitionen, Steuer- und Deregulierungsmaßnahmen könnten langfristig helfen, die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft zu stärken und so auch den Dollar zu stützen.
Markt spekulierte über Intervention
In den Tagen zuvor war es zu Spekulationen über koordinierte Schritte zwischen den USA und Japan gekommen, nachdem der New York Federal Reserve Bank sogenannte „rate checks“ im USD/Yen-Markt durchgeführt hatte – ein Verfahren, das oft als Indikator für mögliche Interventionen gilt. Das sorgte zeitweise für Auftrieb beim Yen, der kurzfristig um fast drei Prozent zulegen konnte.
Allerdings betonen Marktbeobachter, dass direkte Interventionen – besonders zwischen zwei großen Wirtschaftsnationen wie den USA und Japan – äußerst selten und politisch sensibel sind. Auch wenn der Yen historisch schwach ist, wäre ein koordinierter Schritt ein drastischer Eingriff, der politische und wirtschaftliche Konsequenzen über die Devisenmärkte hinaus hätte.
Trump lobt schwwachen Dollar
Der US-Dollar hatte in den vergangenen Monaten unter anderem wegen Bedenken über die künftige US-Zinspolitik, wachsende Fiskaldefizite und politische Entscheidungen der Regierung Trump an Boden verloren. Nicht zuletzt führten Verkäufe von US-Staatsanleihen zu einer stärkeren Nachfrage nach anderen Währungen wie dem Yen oder Euro.
Präsident Donald Trump hatte den Rückgang des Dollars sogar gelobt, was zusätzliche Spekulationen über eine mögliche Abkehr von früheren starken Dollar-Positionen auslöste – bis Bessent diese jetzt klar zurückwies.
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