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DWS Top Dividende: Schwierige Zeiten für Dividendenjäger

DWS Top Dividende: Schwierige Zeiten für Dividendenjäger

WKN: 931020 ISIN: US7135693098 Per-Se Technologies Inc.

17.07.2019 04:40:00

Dividendenstarke Unternehmen sind für viele Anleger attraktiv. Allerdings konnten diese in jüngster Zeit mit der Entwicklung von Wachstumsaktien nicht Schritt halten. Davon ist auch der DWS Top Dividende betroffen, der aufgrund seiner defensiven Anlagestrategie zurzeit eher im Mittelfeld der Konkurrenz zu finden ist. Von Ronny Kohl, Finanzjournalist

Der DWS Top Dividende ist für viele Anleger der Inbegriff des Dividendenfonds: ein konservatives Aktieninvestment mit hoher Ausschüttung und attraktiven Wertzuwächsen. An Letzterem hapert es in letzter Zeit allerdings ein wenig, die ungebrochene Anlegernachfrage nach Wachstumswerten geht zu Lasten (dividendenstarker) Substanzaktien. Und während der DWS-Fonds für die vergangenen fünf Jahre einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 7,9 Prozent p.a. aufweist, ist der Anlageerfolg in den vergangenen drei Jahren auf durchschnittlich 4,0 Prozent p.a. zusammengeschmolzen (per 11.07.2019). Ein klares Zeichen, dass die Zeiten für den DWS Top Dividende schwieriger geworden und seine bevorzugten Aktien gegenüber wachstumsorientierten Unternehmen zurückgefallen sind. Konsequenterweise wird der Fonds von Börse online derzeit auch nur noch mit der durchschnittlichen FondsNote 3 bewertet.

Für die Anleger des Fonds dürfte die jüngste Entwicklung jedoch wenig überraschend sein. Fondsmanager Thomas Schüßler hat immer wieder die defensive Anlagestrategie seines Fonds betont. Das bedeutet einerseits ein vermindertes Anlagerisiko verbunden mit einer relativ geringen Volatilität - für die vergangenen drei Jahre beläuft sich die Volatilität auf niedrige 7,3 Prozent - andererseits aber eben auch eine gegenüber der Konkurrenz geringere Wertentwicklung. Schüßler bezeichnet seine Anlagestrategie regelmäßig als "Investment mit Hosenträgern und Gürtel", bei der so schnell nichts verrutscht.

Vorsichtig optimistische Markteinschätzung


Grundsätzlich konzentriert sich der Fondsmanager weltweit auf Qualitätstitel, "auf etablierte Unternehmen mit Weltruf und hoher Dividendenrendite", in die er breit gestreut investiert. Es sind dies vor allem sogenannte MegaCaps - Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als 10 Milliarden Euro - die aktuell rund 85 Prozent des Fondsvermögens auf sich vereinen. Anleihen sind mit acht Prozent berücksichtigt, die Cashquote liegt bei 3,0 Prozent, den Rest machen die Aktien weniger großer Unternehmen aus. Insgesamt verwaltet Schüßler ein Vermögen von 19,56 Milliarden Euro.

Die ohnehin defensive Anlagestrategie des Fonds wird zusätzlich durch die "vorsichtig optimistische" Einschätzung der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten beeinflusst. "Wir befinden uns im zehnten Jahr des Bullenmarkts und das politische und wirtschaftliche Umfeld hält Herausforderungen bereit, die es zu meistern gilt", mahnt Schüßler. "Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Unternehmensgewinne nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen werden. Daher dürfte die Bedeutung der Dividendenzahlungen für den Gesamtertrag von Aktien weiter zunehmen", so der Manager weiter. "Wir erwarten, dass ihr Beitrag zum Ertrag eines Aktien-Investments abermals über dem historischen Durchschnitt liegen wird. Das sollte den Anlegern des DWS Top Dividende zu Gute kommen."

Die aktuelle Aktiengewichtung des Fonds zeigt Schwerpunkte im Konsumgüterbereich, dem Finanzsektor, Gesundheitswesen und bei Energieunternehmen. Regional fällt ein deutliches Übergewicht von US-Aktien auf, die mehr als ein Drittel des Portfolios ausmachen, gefolgt von Positionen in Deutschland, Kanada, den Niederlanden und Japan, die ein Gewicht von sechs bis sieben Prozent des Fondsvermögens aufweisen. Ansonsten hält Schüßler sein Pulver trocken, um - entsprechend der generellen Linie seines Hauses - bei möglichen Aktienmarktrücksetzern zukaufen zu können.

Handelsstreitigkeiten bedingen defensive Ausrichtung


Die Analysten der DWS haben die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und vielen anderen Ländern der Welt als "Dauersorge" ausgemacht, die noch eine ganze Weile vorhalten und die Märkte und Unternehmen längerfristig beschäftigen könnte. Andererseits ist Schüßler relativ optimistisch, was den Blick auf die kommenden 12 Monate angeht. So hätten die schwelenden Streitigkeiten seine globalen Wachstumsprognosen nur geringfügig beeinträchtigt: "Unser Grundbild von der Wirtschaft bleibt insgesamt optimistisch", sagt er.

Dessen ungeachtet müsse damit gerechnet werden, dass sich die Anleger aufgrund der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten defensiver positionieren werden. Am Anleihesektor sei das schon festzustellen, indem etwa die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf Rekordtief notieren. Im Aktienbereich erwartet er diesbezüglich, dass Kapital in defensivere Sektoren und Aktien mit hohen Dividendenrenditen umgeschichtet werden, "die einen gewissen Puffer gegen Kursverluste bieten", was auch seine Positionen stützen würde.

Angesprochen auf die Größe seines Fonds und die Möglichkeit, bei Eventualitäten flexibel gegensteuern zu können, betont Fondsmanager Schüssler regelmäßig, damit keine Probleme zu haben. Engagements in kleineren Unternehmen seien zwar nur schwer möglich, wie er einräumt, wobei das aber meist nicht die herausragenden Dividendenzahler seien. Die fänden sich eher unter den MegaCaps, die überdies eine höhere Liquidität bieten und somit auch leichter ausgetauscht werden können. Zudem bringe die Größe des Fonds den Vorteil mit sich, mehr Analysekapazitäten einzusetzen zu können, um die von ihm präferierten Aktien ausfindig zu machen.

Als derzeit größtes Risiko für seinen Fonds bezeichnet Schüßler die "konzertierte Rückkehr der Notenbanken weltweit zu einer ultralockeren Geldpolitik", weil dies wohl auch weiterhin das Interesse an Wachstumswerten schüren würde. Für auf Kapitalerhalt und Dividenden aufgebaute defensive Strategien könnte sich dadurch die Durststrecke verlängern. Sollte es indes doch zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung kommen, gelte es, Unternehmen mit einer hohen Verschuldung zu meiden, die dadurch eventuell in Schwierigkeiten geraten könnten.

Technische Daten


Der DWS Top Dividende (DE0009848119) wurde am 28.04.2003 aufgelegt und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 19,5 Milliarden EUR (per 31.05.2019). Der Note-3-Fonds wird mit einem maximalen Ausgabeaufschlag von 5,0 Prozent angeboten, die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 1,45 Prozent, ein Erfolgshonorar wird nicht erhoben. Die anfallenden ordentlichen Erträge des Fonds werden regelmäßig ausgeschüttet.

BU Grafik: Die Wertentwicklung des DWS Top Dividende in den vergangenen 10 Jahren; Quelle: DWS

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Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters, BÖRSE ONLINE

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