Der Januar 2026 markiert einen historischen Meilenstein für den europäischen ETF-Markt. Laut dem aktuellen ETF Flow Report von Amundi erlebten UCITS-ETFs mit einem Nettozufluss von 46,9 Milliarden Euro ihren bisher stärksten Monat, getrieben von einer massiven Umschichtung hin zu globaler Diversifizierung.

Aktien-Rotation: Schwellenländer rücken in den Fokus

Obwohl Aktien-ETFs laut Amundi-Analyse mit 37 Milliarden Euro den Löwenanteil der Gelder einsammelten, hat sich der Fokus der Anleger drastisch verschoben. Aus Sorge vor einer Überbewertung der US-Technologiegiganten und der Unabhängigkeit der Fed floss das Kapital verstärkt in breit angelegte Indizes wie den ACWI (9,0 Mrd. Euro).

Besonders profitierten Schwellenländer-ETFs (Emerging Markets), die Zuflüsse in Höhe von 7,1 Milliarden Euro verzeichneten. Ein schwächerer US-Dollar und die Stabilisierung Chinas machten diese Regionen für Investoren wieder attraktiv. Parallel dazu verzeichneten Sektoren wie Energie und Industrie einen deutlichen Aufschwung, was die Rückkehr zu zyklischen „Value“-Werten unterstreicht.

Anleihen und Rohstoffe: Fokus auf Sicherheit und Carry-Niveaus

Im Rentenbereich investierten Anleger 10,6 Milliarden Euro. Der Amundi-Report hebt hervor, dass Staatsanleihen-ETFs fast die Hälfte dieser Summe ausmachten. Aufgrund der Unsicherheit über das US-Haushaltsdefizit mieden Investoren jedoch langfristige US-Papiere und bevorzugten ultrakurze Laufzeiten sowie Geldmarkt-ETFs.

Am Rohstoffmarkt sorgte Gold für Schlagzeilen: Am 28. Januar erreichte das Edelmetall ein Rekordhoch von 5.417 USD pro Unze, bevor Gewinnmitnahmen den Preis zum Monatsende wieder drückten. Dennoch flossen laut Amundi per saldo 981 Millionen Euro in Gold-ETCs, da das Metall in einem Umfeld geopolitischer Spannungen weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleibt.

Fazit

Der Bericht verdeutlicht, dass Anleger im Jahr 2026 verstärkt auf Diversifizierung setzen, um sich gegen geopolitische Risiken und Klumpenrisiken in US-Titeln abzusichern.

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