BlackRock sieht die Welt im Zeitalter der Knappheit – und warnt: Das klassische Portfolio funktioniert nicht mehr. Was Anleger jetzt wissen müssen.
Der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock hat seinen Halbjahresausblick für 2026 veröffentlicht. Die weltweit größte Investmentgesellschaft warnt dabei: Anleger müssen jetzt umdenken.
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Blackrock sieht Knappheit als großen Faktor
Das zentrale Thema des aktuellen BlackRock-Berichts lautet: Kommt nach der jetzigen Knappheit der Überfluss? Engpässe bei Arbeitskräften, Energie, Kapital und Rohstoffen prägen demnach momentan die Märkte – und treiben Inflation sowie Zinsen nach oben. Gleichzeitig weckt der KI-Boom die Hoffnung auf einen historischen Wachstumsdurchbruch, der die US-Wirtschaft dauerhaft über ihr langjähriges Trendwachstum von 1,9 Prozent pro Jahr heben könnte.
„Die Realität ist derzeit Knappheit – bei Strom, Arbeitskräften, Kapital und kritischen Materialien. Die Wachstumsprämie ist Überfluss: KI, das den Innovationsprozess selbst beschleunigt", schreiben die Strategen.
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Börsen im zweiten Halbjahr: Zinsen bleiben hoch
BlackRock erwartet für längere Zeit höhere Zinsen. Die Nachfrage nach Kapital für den KI-Ausbau, anhaltende Lieferkettenprobleme und geopolitische Spannungen halten demnach den Inflationsdruck hoch. Klassische Langläufer-Anleihen sind nach Ansicht der Experten deshalb kein verlässlicher Schutz mehr: Wenn Inflation durch Angebotsschocks entsteht, fallen Aktien und Anleihen oft gleichzeitig – der Diversifikationseffekt des traditionellen 60/40-Portfolios versagt.
Stattdessen empfiehlt BlackRock: kurzlaufende Anleihen (etwa einjährige Euro-Staatsanleihen oder kurzfristige US-Treasuries), ausgewählte Unternehmensanleihen mit soliden Cashflows sowie Schwellenländer-Anleihen in Lokalwährung. Diese bieten nach Ansicht der Strategen ein besseres Verhältnis aus Rendite und Schwankungsrisiko.
KI als Investitionsthema – aber selektiv
Der KI-Ausbau ist das dominante Investitionsthema – birgt aber auch Risiken. Die Strategen setzen deshalb nicht auf einzelne Modell-Gewinner, sondern auf Engpass-Profiteure: Stromanbieter, Datenzentren, Chip-Hersteller und Netzinfrastruktur. US-Aktien bleiben übergewichtet, da viele der potenziellen Gewinner dort zu finden seien. Aktives Fondsmanagement gewinnt darüber hinaus dem Bericht zufolge gegenüber passiven Strategien an Bedeutung, weil die Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern im KI-Zeitalter stark zunehmen.
Europa: Strukturwandel ohne breiten Aufschwung
Für Europa zeichnen die BlackRock-Strategen ein differenziertes Bild. Der Kontinent investiert massiv in Verteidigung, Energie und Technologie – getrieben von geopolitischem Druck und jahrelanger Unterinvestition. Dieser Wandel von „Just-in-time" zu „Just-in-case" sei das wichtigste Investitionsthema der Region.
Doch eine breite Börsen-Renaissance sehen die Experten nicht: Die Kursgewinne der vergangenen Jahre seien vor allem auf steigende Bewertungen zurückzuführen, nicht auf echtes Gewinnwachstum. Kapitalrenditen und Produktivität hinken den USA weiterhin hinterher.
Bevorzugte Sektoren in Europa: Finanzwerte, Infrastruktur, Industrie und Rohstoffe. Als einziges Land hebt BlackRock Spanien hervor – mit dem stärksten Binnenwachstum in der Region und Zugang zu lateinamerikanischen Wachstumsmärkten. Europäische Unternehmensanleihen, insbesondere besser bewertete Hochzinsanleihen, werden gegenüber breiten Aktien bevorzugt.
Das klassische Portfolio funktioniert nicht mehr
Das übergreifende Fazit der BlackRock-Strategen ist ein Aufruf zur Portfolioüberprüfung. Das traditionelle 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen verliere in der aktuellen Marktumgebung an Wirksamkeit. Anleger sollten stattdessen thematisch investieren: erst das gewünschte Risikoprofil und Makrothema definieren, dann das passende Instrument wählen – ob Aktie, Anleihe, börsennotiert oder privat.
Als Beispiel nennt BlackRock Infrastruktur: Das Segment bietet gleichzeitig Exposure zu KI-Nachfrage, Energiesicherheit und inflationsgebundene Cashflows – und ist damit in mehreren Anlageklassen gleichzeitig vertreten.
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Häufige Fragen
Was macht BlackRock?
Mit über 14 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen ist BlackRock der weltgrößte Vermögensverwalter. BlackRocks Kundschaft besteht aus Privatanlegern und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherern, Staatsfonds und Zentralbanken.
Was ist das Fazit des BlackRock Halbjahresausblicks 2026?
BlackRock sieht die Welt in einem „Zeitalter der Knappheit" – geprägt von Engpässen bei Energie, Arbeitskräften und Kapital. Gleichzeitig birgt der KI-Boom das Potenzial für einen historischen Wachstumsschub. Anleger müssen ihr Denken grundlegend neu ausrichten, da klassische Portfoliostrategien in diesem Umfeld an Wirksamkeit verlieren.
Warum funktioniert das 60/40-Portfolio laut BlackRock nicht mehr?
Wenn Inflation durch Angebotsschocks entsteht – wie es derzeit der Fall ist –, fallen Aktien und Anleihen oft gleichzeitig. Damit versagt der klassische Diversifikationseffekt des 60/40-Portfolios. BlackRock empfiehlt stattdessen thematisches Investieren: zuerst das gewünschte Makrothema definieren, dann das passende Instrument wählen.
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