Geht es um Profiteure des demografischen Wandels und steigender Gesundheitsausgaben, fallen den meisten genau zwei Branchen ein: Pharma und Biotech. Dabei verdienen weit mehr Branchen an stark alternden Bevölkerungen und deren immer teurerer medizinischer Versorgung. Insgesamt machen Akteure aus zehn Branchen Geschäfte im Milliardenmarkt Gesundheit. Das beginnt bei Pharmakonzernen und geht über Testlabore, IT-Anbieter und Verpackungsproduzenten bis hin zu Arzneimittelvertrieben.

Eurofins etwa machte als Weltmarktführer für Nahrungsmittel- und Umwelttests 2015 fast zwei Milliarden Euro Umsatz, wächst 2016 organisch mit zehn Prozent und erzielt eine Ebitda-Marge von gut 18 Prozent. Die Liste vergleichbar umsatzsstarker und wachsender Unternehmen ließe sich lange fortsetzen. Doch setzen Profianleger kaum auf diese Segmente. Laut einer Studie des jungen Münchner Fondsanbieters Nova Funds steckt der typische Gesundheitsfonds 64 Prozent seiner Mittel in Pharma- und Biotechfirmen.

Ganz anders investiert der Nova SHC. Der im April 2015 gestartete Fonds legt bis zu 100 Prozent in Sektoren außerhalb von Pharma und Biotech an. In beiden Branchen hängt der Erfolg oft von der Entwicklung neuer Medikamente ab. Ein Risiko, das Anbieter von Infektionsschutz, verschreibungspflichtigen Brillengläsern oder Klinikbetten nicht haben. Dennoch darf etwas über ein Fünftel des Volumens in Pharmatiteln stecken.

Die Idee dazu hatte Fondsmanager und Nova-Gründer Andreas Bischof bereits bei der Allianz. Bis zum Aufbruch in die Selbstständigkeit 2013 legte der Molekularbiologe für den Versicherer Milliarden im Gesundheitssektor an. Mit seiner Strategie schlug Bischof den Index MSCI Europe Health ab 2006 durchgehend. Von 2010 bis 2012 lag seine Rendite mit 18,8 Prozent um fast vier Prozentpunkte höher. Derzeit steht der Gesundheitssektor unter Druck, da Hillary Clinton nach einem Sieg überhöhte Medikamentenpreise kappen könnte. Daher hat der Fonds seit Jahresbeginn eingebüßt.

Auf Megatrends setzen



Für ihre Investments schließen Andreas Bischof und sein Kollege, der Gesundheitsanalyst Oliver Kämmerer, Biotechs, Schwellenländer und Firmen mit weniger als 100 Millionen Euro Börsenwert aus und suchen nach medizinischen Megatrends. Auf die Notwendigkeit zu mehr Forschung wird neben Eurofins über Parexel gesetzt. Der Dienstleister führt Medikamentenstudien durch. Lonza und Cambrex liefern mit ihren Grundstoffen die Hacken und Schaufeln zur Wirkstoff-entwicklung. Woran man bei Gesundheit auch denken kann, zeigt VCA Antech. Der Konzern betreibt Haustierkliniken und steckt ebenfalls im Fonds.