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STRATEGIE

So erkennen Anleger Kauf- und Verkaufssignale

So erkennen Anleger Kauf- und Verkaufssignale
18.09.2014 07:58:00

Gibt es klare Signale für den Ein- oder Ausstieg in oder aus Aktien? Ja, behaupten Strategen, und haben die unterschiedlichsten Modelle entwickelt. Ein Überblick. Von Andreas Hohenadl

Lohnt es sich noch, Aktien zu kaufen? Oder ist es besser, an der Seitenlinie zu blei­ben? Anleger suchen gern nach eindeutigen Signalen. Solche, die das komplexe Geschehen an den Märkten zu einfachen Handlungs­anweisungen verdichten: rein, auf­passen, raus. Oder in die Farben ei­ner Ampel übersetzt: grün, gelb, rot.

Leser der BÖRSE ONLINE-Schwesterpublikation €uro am Sonntag finden einmal im Monat einen solchen Si­gnalgeber im Heft: die Asset-­Alloca­tion­-Ampel. Sie zeigt an, welche An­lageklassen von Aktien bis Gold ge­rade attraktiv sind (nächste Ver­öffentlichung: 20. September). Auch das Schwestermagazin €uro bietet einen regelmäßigen Börsenindika­tor. Beide sollen Privatanlegern Ori­entierung geben, wo es sinnvoll ist, aufs Gas zu treten, und wo nicht. Auf Seite 2: Einfache Regeln, großer Erfolg

Einfache Regeln, großer Erfolg

Wie gut einfache Regeln für den Ein-­ und Ausstieg bei Aktien funk­tionieren können, zeigt die Gebert­-Strategie. Sie ist benannt nach dem Physiker und Finanzautor Thomas Gebert. Der suchte Anfang der 90er­Jahre nach Indikatoren, die auf ei­nen steigenden oder fallenden DAX hindeuten. Er fand vier.

Der Anleger muss sich jede Woche folgende Fragen stellen: Ist die Infla­tionsrate in der Eurozone niedriger als vor zwölf Monaten? War der jüngste Zinsschritt der Europäi­schen Zentralbank eine Senkung? Steht der Dollar zum Euro höher als vor einem Jahr? Befinden wir uns in den Monaten November bis April? Für jede positive Antwort gibt es ei­nen Punkt. Ergibt die Summe drei oder vier Punkte, bedeutet das ein Kaufsignal. Null oder eins ist als Ver­kaufssignal zu werten. Zwei Punkte sind neutral und ändern das zuletzt erschienene Signal nicht.

Stehen die Zeichen auf "Kaufen", wird in den DAX investiert. Bei "Ver­kaufen" legt man sein Kapital am Geldmarkt an. Obwohl seit Veröf­fentlichung der Strategie Anfang 1996 nur acht Kauf­ und sieben Ver­kaufssignale aufgetreten sind, ist das Ergebnis verblüffend: 2220 Prozent Rendite erbrachte die Gebert-­Metho­de, ein Dauerinvestment in den DAX nur 320 Prozent Plus. Da die Krite­rien der Strategie klar und einfach sind, können Privatanleger sie gut selbst umsetzen. Wer es bequemer möchte, kann zu einem Zertifikat greifen (siehe Investor-­Info).

Aktuell geben die Gebert­ Indikatoren grünes Licht für ein DAX-Investment. Denn der Euro ist gegenüber dem Dollar unter seinen Vorjahreswert gesunken. Die letzte Aktion der EZB war eine Zinssenkung, und die Infla­tion ist niedriger als vor einem Jahr.

Das Investmentklima nicht nur für den DAX, sondern für die globa­len Aktienmärkte zuverlässig zu be­stimmen, diese Aufgabe hat sich Veritas gestellt. Die Fondsgesellschaft lancierte unlängst den "Börsen­ampel Fonds Global". Das Konzept dafür stammt von vier börsenbegeis­terten Studenten der Uni Hamburg. Sie entwickelten ein Modell, das die wesentlichen Umschwünge an den Aktienmärkten frühzeitig erkennt. Eine darauf basierende Anlagestra­tegie hätte von Ende 1998 bis Ende 2013 eine durchschnittliche jähr­liche Rendite von 6,9 Prozent ge­bracht. Der Weltaktienindex MSCI World kommt in dieser Zeit auf 1,3 Prozent per annum.

Kernstück des Modells ist eine Börsenampel, die den Gesamttrend an den internationalen Börsen durch grüne, gelbe oder rote Signale an­ zeigt. Auf deren sowie auf Grundlage eines Veritas­-eigenen Risikomodells wird der Investitionsgrad in Aktien in Zehn­-Prozent­Schritten zwischen 20 und 100 Prozent gesteuert. "Un­ter 20 Prozent Aktien gehen wir nicht. Das bringt keine Vorteile, wie wir in Berechnungen festgestellt ha­ ben", sagt Dirk Rogowski, Geschäfts­führer von Veritas Investment.

Die Besonderheit des Systems: Klassische Trendfolgerfonds arbei­ten meist mit einmal festgelegten Gleitenden Durchschnitten - etwa 50­ oder 200-Tage­Linie -, um Wen­depunkte an der Börse zu erkennen. Das Modell der Studenten verwen­det unterschiedliche Durchschnitte, je nach aktueller Marktverfassung. Sind die Börsen hektisch, verkürzen sich die Perioden, bei ruhigen Märk­ten verlängern sie sich.

Derzeit steht die Börsen­ ampel bei Veritas auf Grün, und der Fonds ist mit einer Quote von 90 Prozent in den Aktien­märkten investiert.

Auf Seite 3: Aktienkäufe via Futures

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