Stoppkurse


Warum werden in Ihrem Rückblick die Stoppkurse nicht berücksichtigt? Die Wertentwicklung wäre beispielsweise bei Bauer in Heft 33 deutlich schlechter ausgefallen (minus 23,9 statt plus 5,5 Prozent). Haben Sie die Stopps vergessen, oder schönen Sie Ihre Performance? (Leser der Redaktion bekannt)

Börse ONLINE: Weder noch. Wir vergleichen immer nur den Empfehlungskurs mit der heutigen Notierung, weil wir nicht wissen, ob sich unsere Leserinnen und Leser an Stoppkurse halten. In 99 Prozent der Fälle führt das dazu, dass wir eine erheblich schlechtere Performance ausweisen, als wenn wir nur "bis zum Stopp" rechnen würden. Wir nehmen damit auch Verluste von 50, 70 oder (theoretisch) gar 99 Prozent auf unsere Kappe. Dass in sehr seltenen Einzelfällen eine eigentlich ausgestoppte Aktie sich wieder erholt und dann mit einem Pluszeichen in der Statistik auftaucht, müssen wir dabei in Kauf nehmen. Trotzdem halten wir unsere Vorgehensweise für die transparenteste.

CO₂-Zertifikate


Ich arbeite als Analyst in der Energiewirtschaft und bin stark in den Handel mit Emissionszertifikaten involviert. Mich hat daher Ihre Begründung für den Einstieg in den Turbo-Call mit der WKN CU1 KT4 befremdet: "Um beim Klimaschutz schneller und besser voranzukommen, braucht es für alle einen Preis für das klimaschädliche Kohlendioxid". Die Preise für EUAs (European Emission Al­lowances) sind zuletzt stark angestiegen. Grund hierfür waren unter anderem Reformen am EU-Emissionshandelssystem, die das Überangebot verknappen werden. EUAs, welche das eigentliche Underlying für den empfohlenen Turbo-Call bilden, profitierten davon. Diese EUAs werden Betreibern von Anlagen, die unter das EU-Emissionshandelssystem fallen, teilweise kostenlos zugeteilt. Oder sie müssen von diesen ersteigert werden. Jedes Jahr müssen diese Anlagen so viele Zertifikate einliefern, wie sie in der Periode zuvor verbraucht haben (verifizierte Emissionen). Eine CO₂-Steuer würde, wenn sie denn wirkt, den CO₂-Ausstoß reduzieren. Dies läge aber außerhalb des EU-Emissionshandelssystems und hätte daher keinen oder gar einen negativen Einfluss auf den EUA-Preis. Insofern finde ich Ihre Argumentation für Leser, die sich in diesem Markt nicht auskennen, irreführend. Und auch die Behauptung, dass man mit Hebelprodukten auf mehr Klimaschutz setzt, ist fragwürdig.(Leser der Redaktion bekannt)

Börse ONLINE: Wir haben die CO2-Emissionsrechte schon mehrfach thematisiert und den Einstiegszeitpunkt auch recht gut getroffen. Nun gehen wir davon aus, dass der Preisanstieg weiter anhalten wird. Und damit stehen wir nicht allein. Die Investmentbank Berenberg geht von Preisen von über 50 Euro die Tonne aus, die innerhalb von zwei Jahren erreichbar sein könnten. Der Grund ist die Verknappung der Zertifikate, die mit der Reform des Systems 2019 in Kraft getreten sind. Und weitere Verschärfungen werden kommen. Ob das Produkt den Klimaschutz verbessert, kann man kontrovers diskutieren. Wenn aber hohe Preise für CO2 die Braunkohlekraftwerke aus dem System nehmen würden, wäre ein erster Schritt getan.

Klassik Radio


Ist es richtig, dass Klassik Radio, ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 36 Millionen Euro, ein Betriebs­ergebnis von drei Milliarden erwartet (siehe "Börsengeflüster" Ausgabe 34/2019)? (Leser der Redaktion bekannt)

Börse ONLINE: Leider nein. Hier liegt ein Druckfehler vor. Es hätte natürlich drei Millionen Euro heißen müssen. Bitte entschuldigen Sie das Versehen.