EURO AM SONNTAG

CDU-Mann Carsten Linnemann im Interview: "Der Soli muss komplett weg"

CDU-Mann Carsten Linnemann im Interview:

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11.02.2019 09:08:40

Carsten Linnemann, einer der wirtschafts­kompetentesten Politiker der CDU kritisiert im Interview mit €uro am Sonntag die unklare politische ­Haltung der Kanzlerpartei. Der Volkswirt fordert ein Umdenken in der ­Energiepolitik sowie bei der Besteuerung von Bürgern und Unternehmen. Von Oswald Metzger, Euro am Sonntag




Knapp ein Jahrzehnt sitzt der mit seinen 41 Jahren immer noch jungenhaft wirkende Carsten Linnemann schon im Bundestag. Der schwarze Wahlkreis ­Paderborn ist seine politische Heimat. Bereits dreimal gewann er ihn direkt mit jeweils über 50 Prozent der Stimmen, die letzten beiden Male mit den besten Erststimmenergebnissen der CDU in Nordrhein-Westfalen. Schon wenige Monate nach seinem ersten Einzug in den Bundestag 2009 wurde er im ­Magazin "Politik & Kommunikation" zum Start einer Reihe über Nachwuchshoffnungen in der Politik als "Rising Star 2009" geadelt.



Und der Mann startete durch. Der promovierte Volkswirt, der einst als Assistent bei Norbert Walter, dem verstorbenen Chefökonomen der Deutschen Bank, seine Berufslaufbahn begann, profiliert sich inzwischen bereits seit mehr als fünf Jahren als Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Union. Im März vergangenen Jahres wählten ihn seine Fraktionskollegen zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag, zuständig für den Bereich Wirtschaft und Energie.

Kämpfer für die Flexi-Rente

Der Mann steht für Standpunkte. Wie nur wenige in der Unionsfraktion stimmte er aus Überzeugung gegen die Euro-Rettungspakete, machte sich damit aber nicht zum Außenseiter, wie seine politischen Erfolge belegen. Er kämpfte mit Erfolg für die Flexi-Rente, die es für ältere Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber einfacher macht, länger im Erwerbsleben zu bleiben.

Seinen jüngsten Streich markiert die Zustimmung des CDU-Parteitags in Hamburg zur Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags, womit zumindest eine wichtige Hürde in der größten Regierungspartei genommen wurde. Ohne seinen beharrlichen Kampf mit der MIT ist dieser Beschluss nicht erklärbar.

Vor diesem Parteitag wurde gelegentlich spekuliert, dass Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) im Fall ihrer Wahl den bekennenden Merz-Unterstützer Linnemann als neuen Generalsekretär gewinnen will. Ob er sich gegen ein solches Angebot entschied oder AKK sich von vornherein nur um JU-Chef Paul Ziemiak bemühte, bleibt ein Geheimnis. Doch mit dem Mann aus Paderborn ist in jedem Fall auch in Zukunft zu rechnen.

Auf Seite 2: Interview mit Carsten Linnemann



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Bildquelle: Thorsten Schneider

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